Erinnerung

Schüler von NS-Vergangenheit der eigenen Heimat berührt

Mit seinem Vortrag 'Verwaltet – Vergast – Vergessen' erinnert Dr. Merkl an die Taten der NS-Zeit in der eigenen Heimat. Bild: Sarah Uhl
Die NS-Zeit hat auch im Donau-Ries ihre Spuren hinterlassen. Daran erinnerte Dr. Merkl in einem Vortrag an der Heilig-Kreuz-Realschule. Die Schüler zeigten sich hiervon tief berührt.

Dass die Verbrechen des Nationalsozialismus auch in unserer Region präsent waren, machte der Historiker Dr. Josef Merkl, Archivar der Stiftung St. Johannes in Schweinspoint, beeindruckend in seinem Vortrag 'Verwaltet – Vergast – Vergessen' vor den Neuntklässlern der Realschule Heilig Kreuz deutlich. Begrüßt wurde er von Schulleiter Wolfgang Mühldorfer.

Im Mittelpunkt stand das Thema der NS-Euthanasieaktion, die in der Einrichtung Schweinspoint, damals noch unter dem Schutz der Barmherzigen Brüder, auch über 100 Opfer forderten. Dr. Merkl zeigte auf, wie Ärzte, Pflegekräfte und auch Verwaltungsbeamte in die systematische Ermordung von Menschen mit Behinderung verwickelt waren – ein Aspekt, der die Schülerinnen und Schüler sehr berührte. Beispielhaft legte Dr. Merkl das schreckliche Schicksal eines jungen Mannes aus dem Ries dar.

In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, wie sehr der Vortrag die Zuhörer umtrieb: Viele zeigten sich bewegt von der Rolle der Täter und von der Tatsache, dass solche Gräueltaten in unmittelbarer Nähe zur eigenen Heimat stattfanden. Zahlreiche Fragen und Diskussionsbeiträge führten dazu, dass der Vortrag den vorgesehenen Zeitrahmen fast sprengte – ein Zeichen für das starke Interesse und die Nachdenklichkeit der jungen Zuhörerinnen und Zuhörer. (dra)