Neben den Tempelrittern und den Johannitern gehört der Deutsche Orden zu den großen christlichen Ritterorden des Mittelalters. Und vor allem für die deutsche Geschichte hat der Orden der Brüder vom Deutschen Hospital Sankt Mariens in Jerusalem, wie der vollständige Name lautet, eine besondere Bedeutung. Ging aus dessen Besitzungen doch das spätere Preußen hervor.
Auch im Donau-Ries waren sie über Jahrhunderte ein machtpolitischer Faktor. Die Zeugen dieser Zeit sind noch immer im Landkreis sichtbar. Bestes Beispiel hierfür sind zahlreiche Gemeindewappen, die das Ordenskreuz übernommen haben – wie etwa die Gemeinde Megesheim.
Neben den Tempelrittern und den Johannitern gehört der Deutsche Orden zu den großen christlichen Ritterorden des Mittelalters. Und vor allem für die deutsche Geschichte hat der Orden der Brüder vom Deutschen Hospital Sankt Mariens in Jerusalem, wie der vollständige Name lautet, eine besondere Bedeutung. Ging aus dessen Besitzungen doch das spätere Preußen hervor. Auch im Donau-Ries waren sie über Jahrhunderte ein machtpolitischer Faktor. Die Zeugen dieser Zeit sind noch immer im Landkreis sichtbar. Bestes Beispiel hierfür sind zahlreiche Gemeindewappen, die das Ordenskreuz übernommen haben – wie etwa die Gemeinde Megesheim.
Das Donau-Ries als Teil der wichtigen Deutschordensballei Franken
Aber auch an prominenten Orten in Donauwörth, Nördlingen oder Oettingen ist das Symbol des Ordens zu finden. Darin spiegelt sich die Bedeutung, die die Region im Deutschen Orden hatte, wider. Die Deutschordensballei Franken, der das heutige Donau-Ries unterstellt war, entstand zwar erst relativ spät, wurde aber zu einer der wichtigsten und reichsten Balleien im Reich.
Die Ballei war eine Ordensprovinz, die mehrere Kommenden verwaltungstechnisch zusammenfasste. Insgesamt gehörten ihr 21 Kommenden sowie verschiedene Ämter an. Bei Kommenden handelte es sich um Niederlassungen mit Ordensbrüdern, Ämter waren zumeist Besitzungen ohne eine Ordensniederlassung. Diese wurden von einem Verwalter betreut. Im Donau-Ries gab es die Kommenden Donauwörth und Oettingen sowie die Ämter Hürnheim, Lierheim, Nördlingen und Reimlingen.
Oettingen als Geburtsort der Ordensmacht im Donau-Ries
Speziell Oettingen spielt eine wichtige Rolle in der Ordensgeschichte im Donau-Ries. 1242 stifteten die Grafen von Oettingen mit der Deutschordenskommende Oettingen die erste Ordensniederlassung im Landkreis. Aus dieser Stiftung entwickelte sich ein bedeutender Machtfaktor, der über 560 Jahre ein wichtiges Verwaltungs- und Wirtschaftszentrum des Ordens im Ries war. Das mussten auch die Grafen von Oettingen feststellen, wie Gerhard Beck, Archivar des fürstlichen Archivs, erklärt: „Irgendwann waren die Oettinger Fürsten in der Situation, dass sie einen Gegenspieler direkt im eigenen Schlossbereich hatten.“ Vor allem in der Reformation konnte das zu Problemen führen. Während die Oettinger teilweise evangelisch wurden, blieb der Deutsche Orden streng katholisch.
Heute ist vom Deutschen Orden in Oettingen nur wenig übriggeblieben. Ihre Besitzungen verloren die Ritter im Rahmen der Mediatisierung Anfang des 19. Jahrhunderts. Dazu wurde die Ordensniederlassung beim Bombenangriff auf Oettingen am 23. Februar 1945 zerstört. Lediglich die Kirche blieb erhalten, die heute als Gruftkirche des Hauses Oettingen-Spielberg dient.
Vom Verwaltungsgebäude zur Polizeiinspektion
In Donauwörth und Nördlingen gehört der Deutsche Orden noch immer zum Stadtbild. Beide Gebäude beherbergen heute die Polizei. In der Reimlinger Straße in Nördlingen war die Verwaltung für das Amt Nördlingen seit 1350 untergebracht. Das heutige Bauwerk stammt aus dem Jahr 1571 und ersetzte einen abgebrannten Vorgängerbau. Noch heute erinnert das Wappen des damaligen Komturs Volpert von Schwalbach an diese Zeit. Als Land-Komtur ist das Familienwappen von einem Deutschordensschild - silbern mit schwarzem Kreuz - unterlegt.
Das Deutschordenshaus in Donauwörth wurde in den Jahren 1774 bis 1778 in der heutigen Kapellstraße erbaut. Hier gibt es zwei Wappen, die den Deutschen Orden zeigen. Über dem Eingang ist ein gevierteltes Wappen im ersten Stock, in dem zweimal das schwarze Prankenkreuz dargestellt wird. Im Giebel ist das Symbol des Ordens ebenfalls präsent.
In der Gemeinde Reimlingen ist mittlerweile das Rathaus in dem ehemaligen Herrenhaus des Ordens untergebracht. Das Schloss wurde Ende des 16. Jahrhunderts durch den Deutschen Orden erbaut und erfuhr in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts größere Aus- und Umbauten.
Auffällig ist, dass diese drei prominenten Gebäude, die vom Deutschen Orden als Verwaltungsgebäude geplant waren, diesen Zweck bis heute erfüllen. So lebt das Vermächtnis des Ordens im Donau-Ries nicht nur architektonisch oder in Form von Wappen weiter, sondern auch im Alltag – in der Verwaltung und als Bewahrer der Sicherheit.