Noch bekannter dürfte der Ort aber für den spektakulären Anblick der gleichnamigen Harburg sein, die auf dem Burgberg über Stadt und Wörnitz thront. Nicht umsonst trägt die Stadt Harburg auch den Beinamen ‚Burgstadt‘.
So dominierend wie die Harburg für das Landschaftsbild ist, so prägend war sie lange Zeit auch für die Entwicklung der Stadt selbst. Vor allem touristisch ist die Höhenburg, die als eine der ältesten und am besten erhaltenen Burganlagen Süddeutschlands gilt, ein echter Besuchermagnet.
Die Stadt selbst stand dabei sowohl im wahrsten Sinne des Wortes als auch sinnbildlich im Schatten der Burg, die sich im Besitz des fürstlichen Hauses Oettingen-Wallerstein befindet.
Harburg bietet mehr als nur die Harburg
„Früher sind die Leute nur wegen der Burg nach Harburg gekommen“, blickt Bürgermeister Christoph Schmidt in die Vergangenheit. Mittlerweile hat sich die Stadt jedoch von der Burg emanzipiert. „Dieser Spagat ist dem Team rund um den Märchenweg gelungen“, beschreibt er die Gegenwart. „Wir haben einige, die das Potenzial in Harburg erkannt haben.“ So hat sich in den vergangenen Jahren in der Burgstadt in puncto Einzelhandel, Kultur und Gastronomie einiges entwickelt und macht Harburg selbst zum beliebten Tourismusziel.
Doch nicht nur im Tourismusbereich ist in der jüngeren Vergangenheit vieles angestoßen worden. Überhaupt ist die Stadt zahlreiche Projekte angegangen, die lange Jahre in der Schublade lagen. „Über Harburg wurde in der Vergangenheit immer wieder behauptet, dass wir uns in einer Art Dornröschenschlaf befinden.“ Das hat speziell im Bereich Straßen und Kanalisation zu einem Sanierungsstau geführt, welcher durch die örtlichen Gegebenheiten noch verstärkt wurde. „Wir sind einfach die zweitgrößte Flächenkommune im Landkreis und haben dementsprechend ein sehr großes Straßennetz“, benennt der Bürgermeister das Problem. Hier habe man aber in den vergangenen Jahren stark aufgeholt. Aktuell läuft noch eine Großmaßnahme in Mündling. Anschließend erfolgt noch die Dorferneuerung in Hoppingen, welche dann zunächst aber auch eine der letzten großen Maßnahmen sein wird.
Harburg soll attraktiv bleiben – für Jung und Alt
Langeweile wird dann aber nicht aufkommen, wie Bürgermeister Christoph Schmidt klarstellt. Für die Größe von knapp 6.000 Einwohner ist Harburg bestens ausgestattet. Hallenbad, Supermarkt, Schule, Kindergarten – es ist alles vorhanden, was die Menschen brauchen. Ärzte und Apotheken runden das Angebot ab. Dies gilt es allerdings auch zu erhalten und den neuen Ansprüchen anzupassen.
Gerade der „Kindergarten ist ein wahnsinnig dynamisches Thema“, weiß Christoph Schmidt. In den vergangenen Jahren gab es einen enormen Zuwachs an Kindern, was einen Ausbau des Kindergartenangebots erforderte. Mittlerweile stagnieren die Zahlen jedoch und sind sogar leicht rückläufig. „Das ist spannend, wie es in den nächsten Jahren weitergeht.“ Dazu kommt das Thema Ganztagsschule. Um den Rechtsanspruch auf eine Ganztagsbetreuung zu erfüllen, laufen gerade die Planungen. Nächstes Jahr soll das Angebot dann umgesetzt werden.
Planbare Finanzen und Ehrenamt bilden das Fundament der Stadt
Erleichtert wird die Arbeit von verlässlichen Finanzeinkünften. „Sicherlich kommt der größte Anteil von Märker, da brauchen wir nichts verheimlichen“, ist der Bürgermeister offen und ehrlich. Allerdings tragen auch Einzelhandel, Handwerk und Gastronomie mit ihren innovativen und erfolgreichen Betrieben zu einem planbaren Haushalt bei. Daher stellt Bürgermeister Schmidt klar: „Stand heute mache ich mir nicht die großen Sorgen, dass wir hier enorme Einbrüche erleben.“
Neben stabilen Steuereinkünften hebt Christoph Schmidt auch das Ehrenamt in Harburg hervor. Rund neunzig Vereine und Institutionen engagieren sich in den unterschiedlichsten Bereichen für das Gemeinwohl und Stadtleben. Ein Einsatz, der die Arbeit der Verwaltung enorm erleichtert, da diese nicht alle Aufgaben übernehmen könnte. „Wir haben so viel ehrenamtliches Potenzial, das auch genutzt wird. Das ist das Schöne“, lobt der Bürgermeister die Harburger und fügt selbstbewusst hinzu: „Da heben wir uns von anderen Kommunen ab.“
Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft der Stadt Harburg sind also gegeben. Aus dem Dornröschenschlaf hat man sich bereits erfolgreich verabschiedet und die ersten Schritte aus dem Schatten der großen Harburg sind getan. Das Tor zum Ries wird die Stadt Harburg aber immer bleiben. Denn der Krater geht nicht weg und Harburg hält die Schlüssel zum südlichen Eingang ins Ries in der Hand – mit der Harburg über sich, die über Land und Menschen wacht.