Natur verbunden – unter diesem Motto soll die Landesgartenschau in Donauwörth stehen. Das spiegelt sich auch in den Planungen wider. Ein Ziel dabei ist, die Menschen wieder stärker an die Bäche und Flüsse heranzuführen. So soll zum Beispiel der Kaibach entlang der Promenade deutlich aufgewertet werden. Künftig können Besucher*innen ihre Füße direkt im Kaibach abkühlen. Durch eine Aufstauung des Bachlaufs entsteht eine natürliche Kneippanlage mitten in der Stadt. Sitzstufen führen künftig direkt ans Wasser, außerdem wird die Brücke am Ochsentörl saniert und sicherer für den Rad- und Fußverkehr gestaltet.
Freizeitangebote im Heilig-Kreuz-Garten
Wenn man sich im Heilig-Kreuz-Garten umsieht, wird deutlich, wie sehr sich das Areal verändern wird. Hier wird nicht nur der Fuß- und Radweg verlegt. Kinder können sich bald auf riesigen Schaukeln austoben und Erwachsene im Liegestuhl am Stadtstrand zur Ruhe kommen. Außerdem entsteht eine große Sport- und Spiellandschaft. Dazu gehört unter anderem ein Bolzplatz, der im Winter sogar als Eislauffläche genutzt werden kann, ein Streetballfeld, Beachvolleyballplätze und ein Calisthenics-Parcours.
Während der Landesgartenschau soll hier außerdem die Hauptbühne Platz finden. Vom Heilig-Kreuz-Garten aus soll künftig ein neuer Weg entlang der freigelegten historischen Stadtmauer hinauf in die Innenstadt führen. Ein Spielplatz mit dem Thema „Störche“ greift die zahlreichen Storchenhorste rund um das ehemalige Kloster auf. Vom neuen „Stadtbalkon“ (heutiges Pfarramt) sollen Besucher*innen künftig bei einem Kaffee oder einem kühlen Getränk den Blick über die Wörnitzauen schweifen lassen können.
Wasser und Brücken als zentrale Elemente
Unterhalb des Heilig-Kreuz-Gartens entlang der Wörnitz soll die Natur künftig stärker in den Mittelpunkt rücken. Das Ufer bleibt weitgehend naturbelassen und wird durch einen Aussichtssteg erlebbar gemacht. Ergänzt wird der Bereich durch sogenannte „Schattenhäuschen“ sowie ein „Waldsofa“, die zum Verweilen und Genießen der Flusslandschaft einladen sollen.
Um die Aufenthaltsqualität weiter zu erhöhen, ist dieser Abschnitt künftig als radfreie Zone vorgesehen. Für Radfahrer wird stattdessen eine sichere Alternativroute geschaffen: Über einen neuen Riedsteg führt der Weg für Fahrradfahrer durch das Ried und anschließend durch den Heilig-Kreuz-Garten in Richtung Wörnitzsteg. An der kleinen Wörnitz soll durch ein Pumpen- und Stausystem auch in trockenen Sommern Wasser im Flusslauf gehalten werden. Außerdem sind neue Zugänge zum Wasser geplant. Am Donauspitz entsteht eine neue Brücke für Fußgänger und Radfahrer bis zur Kaibachmündung.
Aus Parkplatz wird Donau-Park
Am heutigen Volksfestplatz, wo heute noch Autos parken und Asphalt das Bild prägt, soll bis 2028 ein lebendiger Donau-Park entstehen. Geplant sind unter anderem ein Wasserspielplatz, ein Tiny-Forest, ein großer Spielplatz zum Thema Luftfahrt, eine Skateanlage, Gastronomieflächen, sowie Ausstellungsflächen der Gartenschau. Ein Teil des Geländes könnte später sogar für Ge schosswohnungsbau genutzt werden. Eine weitere Bücke über der Donau mit 100 Metern Spannweite und zwei 20 Meter hohen Stahlmasten verbindet den Donau-Park mit dem rechten Donauufer.
Die neue Donaubrücke bezeichnet Patrick Wörle, Geschäftsführer der Landesgartenschau Donauwörth 2028 GmbH, schon jetzt als „die schönste Brücke der Region“. Am südlichen Donauufer führt von der Brücke ein Weg zum neuen Wohnmobilstellplatz mit Strom-, Wasser- und Sanitäranschlüssen. Ergänzt wird das heute unter dem Namen „Sibinger-Gelände“ bekannte Areal, durch einen Festplatz für Zirkusse, Volksfeste und andere Veranstaltungen sowie zahlreiche Parkmöglichkeiten. Beim Überqueren der neuen Donaubrücke in Richtung Innenstadt öffnet sich der Blick auf die Donauwörther Stadtsilhouette. Dieser Ausblick, könnte wohl zu den markantesten Orten der Landesgartenschau in Donauwörth werden.
So grün wird das Alfred-Delp-Quartier
„Die Landesgartenschau ist eine Gartenschau mitten in der Stadt“, ein Satz den Patrick Wörle bei Bürgerversammlungen und Führungen immer wieder betont. Denn anders als in anderen Städten wird in Donauwörth nicht auf der „grünen Wiese“ gebaut, sondern bestehende Anlagen und Brachflächen aufgewertet. Bild: Brugger Landschaftsarchitektur Ein Beispiel dafür ist das Projekt „Brückenschlag“: Ein neuer serpentinenartiger Weg vom Schneegarten in die Parkstadt und eine Brücke für Radfahrer und Fußgänger über die Bundesstraße wäre ohnehin realisiert worden. Durch die Landesgartenschau erhält das Vorhaben nun die notwendige Beschleunigung.
Im Mittelpunkt der Gartenschau stehen neben den Flächen in der Innenstadt auch die Grünanlagen im neuen Alfred-Delp-Quartier auf dem Schellenberg: ein grüner Gürtel rund um das Wohnquartier, die sogenannte „Bastion“ mit Sitzmöglichkeiten und Aussichtspunkten im Norden, „Grüne Fugen“ zwischen der Wohnbebauung sowie eine große Grünanlage im Süden. Die Grünanlage im Süden bildet dabei das Herzstück des Quartiers. Geplant sind Tischtennisplatten, eine Boulebahn, Sitz- und Liegemöglichkeiten sowie ein Birkenwäldchen aus altem Baumbestand. Kletterturm, Ballsportplatz und Spiel- und Sportgeräte sollen künftig dafür sorgen, dass vor allem Kinder und Jugendliche hier ihren Platz finden.
Was bleibt nach der Landesgartenschau?
Während der Landesgartenschau werden Teile der „Grünen Fugen“ sowie die Grünanlage im Süden in das Ausstellungsgelände integriert und für die Dauer der Veranstaltung eingezäunt. Gleiches gilt für die Parkanlagen in der Innenstadt. Der Zugang zu diesen Bereichen ist dann nur mit einem Eintrittsticket möglich. Die Promenade soll hingegen als wichtiger Fuß- und Radweg weiterhin frei zugänglich bleiben. Nach Ende der Landesgartenschau öffnen sich die neugestalteten Flächen dann dauerhaft für die Öffentlichkeit. Dann werden die neuen Parks, Wege und Plätze Teil des Alltags für Spaziergänger, Familien, Radfahrer und alle, die ihre Stadt neu entdecken möchten. So bleibt die Landesgartenschau weit über das Veranstaltungsjahr hinaus ein Gewinn für die Stadt!