Trinkwasser

Wasserversorgung in städtischer Hand: Donauwörth sorgt für sich selbst

Die beiden Trinkwasserbehälter im Hochbehälter der Parkstadt fassen jeweils rund 850 000 Liter Wasser. Möglich wird das durch ein patentiertes Herstellungsverfahren: Die Behälter werden erst vor Ort zusammengeschweißt, sodass eine Wandstärke von lediglich vier Millimetern ausreicht. Bild: Jennifer Wagner
Die Trinkwasserversorgung ist eine der zentralen Aufgaben der kommunalen Daseinsvorsorge. In Donauwörth liegt sie bewusst in städtischer Hand. Rund 20 000 Einwohnerinnen und Einwohner werden mit Trinkwasser versorgt.

Das Trinkwasser für Donauwörth stammt aus zwei vertikalen Tiefbrunnen im Bereich Röthelfeld in Donauwörth. Pro Pumpe werden dort jeweils rund 80 Liter Wasser pro Sekunde gefördert und anschließend in die Aufbereitungsanlage geleitet. Dort erfolgt ein entscheidender Schritt für die Wasserqualität: Eisen und Mangan werden herausgefiltert. Ohne diese Aufbereitung wäre das „Donauwörther“ Wasser nicht genießbar. „Es wäre trüb und braun“, erklärt René Franke, stellvertretender Wassermeister der Stadt Donauwörth.

Das Donauwörther Wasser weißt einen vergleichsweise hohen Gehalt an Calcium und Magnesium (Calciumcarbonat) auf. Das Wasser ist mit ca. 17° dH (Grad deutscher Härte) in den Härtebereich 3 „hart“ einzustufen. An der Qualität ändere dies jedoch nichts. Laut Maximilian Röhling, Leiter der Stadtwerke Donauwörth, sei das Wasser sehr gut, zudem werde vollständig auf den Zusatz von Chlor verzichtet.

Investitionen in Sicherheit und für die Zukunft

Um die Versorgung langfristig zu sichern, investiert die Stadt Donauwörth kontinuierlich in ihre Infrastruktur. Ein sichtbares Beispiel ist der neue Hochbehälter in der Parkstadt, der im Jahr 2022 in Betrieb genommen wurde. In seinem Inneren befinden sich zwei Behälter, die jeweils 850.000 Liter Trinkwasser speichern können. Solche
Speicher sind ein wichtiger Baustein, um Verbrauchsspitzen auszugleichen und die Versorgung stabil zu halten.

Mit seinem markanten Erscheinungsbild stellt der Hochbehälter jedoch eine Ausnahme dar. Sein Vorgänger war unscheinbar in der Alfred-Delp-Kaserne untergebracht. Im Zuge der Konversion des Quartiers entschied sich die Stadt bewusst für einen neuen Standort direkt am Eingang der Parkstadt – und für eine Architektur, die das Thema Wasser sichtbar macht. Für die Außengestaltung des Hochbehälters erhielt die Stadt Donauwörth Fördermittel des Freistaates Bayern.

Am Spachet entsteht derzeit ein weiterer neuer Hochbehälter. Der bestehende Trinkwasserhochbehälter erfüllt zwar noch seinen Dienst, ist jedoch in die Jahre gekommen. Die Stadtwerke bauen deshalb eine moderne Anlage, die den alten Behälter ablösen soll.

Bei aller Technik steht für die Stadtwerke die Versorgungssicherheit an oberster Stelle. Es ist immer gewährleistet, dass hochqualifizierte Menschen sich um die Wasserversorgung kümmern. Ein Bereitschaftsdienst ist rund um die Uhr im Einsatz – auch an Feiertagen wie Weihnachten oder Ostern. Kommt es zu Störungen, etwa durch einen Wasserrohrbruch, wird schnell reagiert. „Man muss so schnell wie möglich handeln“, sagt Maximilian Röhling, Leiter der Stadtwerke Donauwörth.

Wasserkraft aus vergangener Zeit

In Donauwörth gibt es noch eine besondere Anlage: Dort wird Wasser mithilfe reiner Wasserkraft gepumpt – ganz ohne Strom. Diese historische Technik instand zu halten, ist Aufgabe der Mitarbeiter der Stadtwerke. Laut René Franke erfordert das nicht nur Fachwissen, sondern vor allem eines: sehr viel Zeit.

Bild: Mirko Zeitler/Stadt Donauwörth

Redakteurin. Recherchiert und schreibt für online und im blättle. Immer unterwegs, ob bei einer politischen Diskussion, einem Unfall oder im Eins-zu-eins Gespräch mit ihren Interviewpartnern. Zimmerpflanzenbeauftragte im Redaktionsbüro. Steht in ihrer Freizeit auf dem Tennisplatz.
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