Seit über zwanzig Jahren liegt die Ortsmitte von Tapfheim brach. Eigentlich sollte dort einmal eine Fensterfabrik entstehen, doch die Pläne zerschlugen sich. Zurück blieb eine ungenutzte Fläche. Das soll nun endgültig Geschichte sein. Für Bürgermeister Marcus Späth ist das Vorhaben ein Meilenstein in der Gemeindeentwicklung. „Mit diesem Projekt stärken wir ganz bewusst unsere Ortsmitte. Nahversorgung und Wohnen werden hier sinnvoll miteinander verbunden. Das ist ein echter Mehrwert für Tapfheim“, betont er. Besonders wichtig sei ihm, dass ältere Bürgerinnen und Bürger im Ort bleiben können: „Wir schaffen die Möglichkeit, im gewohnten Umfeld alt zu werden – selbstständig, aber nicht allein.“
Nahversorgung und Wohnen unter einem Dach
Der Neubau ist klar strukturiert: Im Erdgeschoss entsteht der neue Edeka-Markt, darüber werden 13 barrierefreie Wohnungen eingerichtet. Das Gebäude wird rund neun Meter hoch sein. Jede Wohneinheit erhält ein eigenes Bad sowie eine eigene Küche. Realisiert wird das zweistöckige Gebäude von der Firmengruppe Kimmerle aus Donauwörth und dem Donauwörther Pflegedienst Piacura. Piacura-Geschäftsführer Michael Birkert spricht von einem Projekt mit Pilotcharakter: „Das ist ein absolut einzigartiges Projekt, welches in dieser Form noch nirgends gebaut wurde. Ein Supermarkt mit Keller und Wohnungen im Obergeschoss. Das hat Modellcharakter.“
Auch die Rahmenbedingungen in Tapfheim bewertet er positiv: „Wir haben hier eine tolle Infrastruktur mit ärztlicher Versorgung und Apotheke. Das ist für unsere Bewohner ein großer Vorteil.“ Die Zusammenarbeit vor Ort lobt er ausdrücklich: „Die Kooperation mit der Gemeinde, mit Edeka und der Firma Kimmerle ist herausragend.“ Das Betreuungsteam steht bereits fest. „Unser Mitarbeiterteam haben wir bereits zusammengestellt und eingestellt“, so Birkert. Damit sei gewährleistet, dass von Beginn an qualifiziertes Personal zur Verfügung steht.
Technisch anspruchsvolle Umsetzung
Dass ein Lebensmittelmarkt und Wohnungen übereinander entstehen, bringt besondere bauliche Herausforderungen mit sich. Willy Kimmerle erklärt: „Die Statik muss neu berechnet werden, da Märkte normalerweise ohne Stützen gebaut werden. Wenn darüber Wohnungen entstehen, braucht es eine völlig andere Tragwerksplanung.“
Auch die Haustechnik sei komplex. „Kühlung und Lüftung müssen entkoppelt werden und absolut leise laufen, damit die Bewohner darüber nicht beeinträchtigt werden“, so Kimmerle. Die Leitungen würden über die Decke abgeführt, im Keller werde die komplette Technik untergebracht. Trotz des Mehraufwands sieht er große Vorteile im Konzept: „Es ist der ideale Standort. Die Senioren leben mitten im Ort und können weiter am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Und für den Supermarkt mit dem angeschlossenem Café ergibt sich eine Stammkundschaft."
Verkehr und Infrastruktur mitgedacht
Die Gemeinde legt großen Wert auf eine sichere und durchdachte Anbindung. Von der B16 wird eine eigene Linksabbiegerspur eingerichtet. Insgesamt sind 87 Parkplätze vorgesehen, davon elf mit Ladesäulen für Elektrofahrzeuge. Ergänzend entstehen Fahrradstellplätze. „Wir wollen eine gute Erreichbarkeit sicherstellen – für Kunden, Bewohner und Besucher gleichermaßen“, erklärt Bürgermeister Späth. Gleichzeitig sieht er in dem Projekt einen wichtigen Impuls für die Ortsmitte: „Hier entsteht nicht nur ein Markt und Wohnraum, sondern ein lebendiger Mittelpunkt für unsere Gemeinde.“
Informationsveranstaltung am 4. März
Wer mehr über das Konzept und die konkrete Umsetzung erfahren möchte, ist zur Informationsveranstaltung am Mittwoch, 4. März 2026, um 18 Uhr in der Aula der Grundschule Tapfheim eingeladen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.