Medikamente

gKU-Seniorenheim Monheim nimmt an Universitätsprojekt teil

Elisabeth Oestringer, Leiterin des gKU-Seniorenheims in Monheim Bild: Silvia Iszó
Das gKU-Seniorenheim in Monheim nimmt an einem Universitätsprojekt namens "Decide" teil. Das Ziel des Projekts ist die Reduzierung der Medikamenteneinnahme von demenzkranken Pflegebedürftigen.

Die Donau-Ries Seniorenheime haben das Ziel, Psychopharmaka mit beruhigender Wirkung bei demenzkranken Bewohnern nur sehr reduziert einzusetzen. Daher haben die Leiterin des Seniorenheims in Monheim, Elisabeth Oestringer, und ihr Pflegeteam an einem Universitäts-Projekt mit dem Namen DECIDE teilgenommen.

DECIDE ist ein Projekt der Psychiatrischen Klinik am Klinikum rechts der Isar der TU München. Gefördert wird es vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege. Das Projekt zielt darauf ab, dementen Bewohner*innen von Pflegeheimen, die häufig unter Unruhe, Schlafstörungen und Reizbarkeit leiden, nur so viel sedierende Psychopharmaka wie wirklich nötig zu verabreichen. Zudem soll die Dauer der Medikamenteneinnahme reduziert werden.

Medikationen kritisch hinterfragt

Hintergrund sind die Nebenwirkungen dieser Medikamente. Sie erhöhen das Schlaganfallrisiko, können Müdigkeit, Schwindel, Bewegungsstörungen, Stürze und einen rascheren Abbau der geistigen Fähigkeiten verursachen. Elisabeth Oestringer: „Unser Ziel ist immer, die Beschwerden der Bewohnerinnen und Bewohner zu reduzieren. Durch unsere Beteiligung an dem DECIDE-Projekt haben wir unsere Medikationen kritisch hinterfragt und fühlen uns bestätigt. Die Projektteilnahme war für uns eine wichtige Fortbildung. Unsere Bewohnerinnen und Bewohner werden optimal versorgt. Nur wenn es unbedingt erforderlich ist, setzen wir Medikamente ein.“

Dr. Sarah Kohl, die an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der TU München wissenschaftlich am DECIDE-Projekt mitwirkt, sagte nach dem Projekt in dem gKU-Seniorenheim: „In bestimmten Fällen und für einen gewissen Zeitraum können Beruhigungsmittel bei Demenz durchaus notwendig und hilfreich sein, allerdings sollten diese nicht dauerhaft gegeben werden. Zudem sollten an erster Stelle psychosoziale Maßnahmen Anwendung finden- so wird beispielsweise im gKU-Seniorenheim Monheim auf einen Mix aus Ergotherapie, körperlichen Aktivitäten und kognitiven Anregungen gesetzt. Im Mittelpunkt muss immer die Lebensqualität des Menschen mit Demenz stehen“ (pm)