Beeindruckt, bewegt und nachdenklich verließen gestern die Besucher*innen das Ries-Theater in Nördlingen. Im Rahmen einer besonderen Filmmatinee des AWO-Ortsvereins Nördlingen und des AWO-Bezirksverbands Schwaben hatten sie den Dokumentarfilm „Anna, ich hab Angst um dich“ des Gersthofer Filmemachers Josef Pröll gesehen – ein eindrucksvolles Porträt über seine Mutter, die Augsburger Widerstandskämpferin Anna Pröll. Mit der Vorführung hat die schwäbische Arbeiterwohlfahrt ein klares Zeichen für Demokratie und gegen Rechtsextremismus gesetzt.
Das 90-minütige Werk erzählt die bewegende Lebensgeschichte von Anna Pröll (1916–2006), die sich mutig gegen das Nazi-Regime stellte und wegen des Vorwurfs der „Vorbereitung zum Hochverrat“ verurteilt wurde. Sie überlebte die Haft in mehreren Frauengefängnissen sowie im Konzentrationslager Moringen. Durch ihre persönlichen Schilderungen macht der Film die Folgen von Ausgrenzung, Verfolgung und politischer Unterdrückung eindrucksvoll erlebbar und zeigt zugleich, welche Bedeutung Zivilcourage und demokratisches Engagement bis heute haben.
Erinnerungsarbeit – Beitrag zur politischen Bildung
Mit der Filmmatinee-Reihe rückt die AWO Schwaben die Erinnerungsarbeit verstärkt in den Fokus und setzt ein starkes Zeichen für Demokratie. Kristina Kolb-Djoka, Beauftragte für Bildung, Demokratie und Erinnerungsarbeit im Präsidium der AWO Schwaben, macht deutlich, wie wichtig Zivilcourage und der Einsatz für demokratische Werte sind – ganz besonders in der heutigen Zeit: „Anna Pröll sagt im Film, ‚Wir dachten, es kann doch nicht so schlimm werden‘. Diese Worte sind sehr eindrücklich. Sie sind auch heute noch ein Weckruf, angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen nicht wegzusehen und unsere Werte aktiv zu verteidigen. Die AWO versteht Erinnerungsarbeit deshalb als unverzichtbaren Beitrag zur politischen Bildung und zur Stärkung unserer demokratischen Gesellschaft.“ (dra)