17. August 2020, 14:05

Donau-Ries auf dem Weg zur Fahrradfreundlichkeit

Der Radweg Donauwörth-Genderkingen.

Bild: Wolfinger/Landratsamt
Der Landkreis Donau-Ries hat beim Thema Fahrradfreundlichkeit bereits Schwerpunkte gesetzt. Im Jahr 2019 wurden im Kreistag hierzu weitreichende Beschlüsse gefasst.

Diese umfassen die Förderung des Radverkehrs im Landkreis, die Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Kommunen in Bayern e.V. (AGFK) und die Einstellung eines Radverkehrsbeauftragten. Um vom Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr als „fahrradfreundlich“ ausgezeichnet zu werden, ist es erforderlich, einen umfangreichen Kriterienkatalog umzusetzen. Im Rahmen einer Vorbereisung wird zu Beginn des Verfahrens der Ausgangszustand ermittelt. Anschließend hat die Kommune dann bis zu vier Jahre Zeit, um bei einer Hauptbereisung die Umsetzung der im Kriterienkatalog geforderten Maßnahmen zu bestätigen.

Am 29.07.2020 fand nun der Vorbereisungstermin statt. Nach der Begrüßung durch Landrat Stefan Rößle im Sitzungssaal des Landratsamtes stellte sich dieser persönlich, gemeinsam mit dem Radverkehrsbeauftragten Alexander Wolfinger und den Kollegen der Verkehrsbehörde und dem Tiefbau den Fragen der Fachkommission der AGFK. Diese, bestehend aus der Geschäftsführerin der AGFK, Frau Sarah Guttenberger, Herrn Baudirektor Johannes Ziegler vom Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr und Herrn Klaus Helgert, dem Beauftragten des ADFC Landesverbands, hat sich bereits im Vorfeld mit der aktuellen Situation im Landkreis auseinandergesetzt. Im Laufe des Vormittags wurden wichtige Anforderungen des Kriterienkatalogs besprochen. So soll zum Beispiel in den kommenden vier Jahren der Radverkehrsanteil im Landkreis Donau-Ries spürbar angehoben werden. Dies soll über ein klares und stringentes Konzept für die Radverkehrsförderung erreicht werden. Dabei werden bereits vorhandene Wegführungen ergänzt und in Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden sinnvoll vernetzt. Ebenso sollen Möglichkeiten erarbeitet werden, die den Radverkehr und den ÖPNV besser aufeinander abstimmen. Künftig sollen dem interessierten Bürger auch im Internet verlässliche Auskünfte über Streckenführungen, Fahrbahnzustand und den Winterdienst an Radwegen im Bereich großer Arbeitgeber und Schulen zur Verfügung stehen.

Nach der Theorie folgte die Praxis  – bei einer Radtour wurden konkrete Verbesserungsvorschläge angesprochen

Mit einer Radtour entlang der Kreisstraße von Donauwörth nach Genderkingen folgte der zweite Teil der Veranstaltung.  Hierbei wurde besonderes Augenmerk auf die Gestaltung und Beschilderung der Radwege gelegt. Im Bereich der Abfahrt Richtung Hamlar und im Bereich des Flugplatzes Genderkingen wurden konkrete Verbesserungsvorschläge diskutiert und Anregungen gegeben. Der erste Eindruck der Juroren fiel durchweg positiv aus. Mit dem klaren Bekenntnis des Landkreises zur Fahrradfreundlichkeit und den bisher realisierten Projekten sei der Trend eindeutig erkennbar. Bis zur Zertifizierung ist es trotzdem noch ein langer Weg. Es sind viele Interessen unter einen Hut zu bringen, denn der Platz, der dem Radverkehr zugestanden wird, fehlt natürlich anderswo. Gegenseitige Rücksichtnahme muss dabei oberstes Gebot sein. Der Prozess kann nur mit der Einbindung und Unterstützung der Politik gelingen. Mit Beginn der neuen Wahlperiode wurde daher unter anderem der Unterausschuss Mobilität gebildet. Diesem gehört auch Kreisrat Gottfried Hänsel an, der an der Vorbereisung einschließlich der Radtour teilnahm. Die Geschäftsführerin der AGFK, Sarah Guttenberger, kam zu einem eindeutigen Schluss: „Wir empfehlen der AGFK guten Gewissens die Aufnahme des Landkreises Donau-Ries in die Arbeitsgemeinschaft.“ (pm)