Zwischen Nördlingen, Donauwörth und Tapfheim sind die Gleise auf beiden Seiten teilweise dicht belagert. Fotografen aus ganz Deutschland aber auch bis aus den USA und Japan sind dieser Tage im Landkreis zu Gast und fotografieren Lokomotiven aus den Beständen des Bayerischen Eisenbahnmuseums in Nördlingen. Ein bis zwei Mal im Jahr veranstaltet das Museum diese Fototage. Mit wechselnden Themenschwerpunkten kommen immer wieder andere Fahrzeuge sprichwörtlich auf das Gleis – in Kombination mit der einzigartigen Landschaft des Geopark Ries ist dies in Deutschland beinahe einzigartig. „Die Fahrten durch das Wörnitztal mit den Brücken ermöglichen eindrucksvolle Aufnahmen, die bei Fans sehr beliebt sind,“ erzählt Patrick Zeitlmann, Geschäftsführer der Bayernbahn GmbH. „Die Gebühren, die von den Fotografen entrichtet werden, sind ein wichtiger Baustein, um den Betrieb des Museums aufrecht zu erhalten.“
Bei den Fotografen zeigt sich eine breite Altersverteilung zwischen Jung und Alt, sowie zwischen Profi und Fan. Teilweise kostet das Equipment viele tausend Euro, wie die Fotografen im Gespräch mit unserer Redaktion erzählen. Für andere ist das Leidenschaft und ein Kurzurlaub im Ries.
Dann kündigt sich die Lokomotive mit einem Pfeifen an und es bricht eine gewisse Hektik aus. Gemeinsam stellen sie sich in der Fotolinie auf, um die Fahrzeuge zu fotografieren. Heute war es unter anderem eine kleine Elektrolok aus dem Jahr 1930, die für große Begeisterung sorgte. Die meist männlichen Besucher harren dafür Stunden entlang der Gleise aus. Denn nicht nur eine, sondern ein halbes Dutzend Lokomotiven sind im Pendelbetrieb unterwegs und ermöglichen so verschiedenste Aufnahmen. „Unsere treuen Fans sind mittlerweile Profis, bestens ausgestattet und sogar mit Leiter oder Hochstativ unterwegs, um eine neue Perspektive zu fotografieren,“ erzählt Patrick Zeitlmann schmunzelnd.
Nicht alles geht glatt
Dass bei historischen Fahrzeugen auch einmal etwas nicht klappen kann, zeigt sich an diesem Morgen. Die erste Fahrt startete um 5:40 Uhr in Nördlingen, aufgrund eines technischen Defekts blieb die Lok jedoch am Bahnhof in Harburg liegen. „Bei 100 Jahre alter Technik kann das durchaus einmal vorkommen", erklärt Patrick Zeitlmann weiter. „Deshalb verändert sich das Programm leicht, und wir setzen noch eine weitere Lokomotive ein.“
Der Schwerpunkt liegt dieses Jahr auf Elektrolokomotiven, aber ganz ohne Dampflokomotive geht es dann doch nicht. Am Nachmittag wird ein Gespann von Nördlingen über Donauwörth nach Tapfheim fahren. „Der liebevoll restaurierte Bahnhof in Tapfheim ist eine wunderbare Kulisse für unsere Dampflokomotive“, schwärmt Geschäftsführer Zeitlmann, der zeitgleich auch Lokführer der Dampflokomotive sein wird.
Internationale Gäste bleiben noch bis zum Wochenende
Die rund 150 angereisten Gäste sind auch ein Wirtschaftsfaktor für das Ries erklärt Zeitlmann weiter. „Die Meisten reisten am Montag an und bleiben die ganze Woche im Landkreis. Neben den Fototagen am Dienstag und Mittwoch nehmen sie dann auch das 5. Nördlinger Eisenbahnfest im Bayerischen Eisenbahnmuseum am langen Himmelfahrtwochenende mit. Das sorgt für Auslastung bei Hotels, Gastronomie und anderen Museen in der Region,“ so Zeitlmann abschließend.