Geopark Ries Schule

Trachten im Ries – alles, was wir tragen

Vorne links sitzend: Dr. Renate Rachidi (Schulleiterin THG Nördlingen); stehend: Heike Burkhardt (Geschäftsführerin Geopark Ries e. V.), Monika Hoede (Trachtenberaterin Bezirk Schwaben) Bild: Cornelia Bäuml
Mit einer gelungenen Auftaktveranstaltung ist das gemeinsame Projekt „Trachten im Ries – alles, was wir tragen“ des UNESCO Global Geoparks Ries und der Geopark Ries Schulen offiziell gestartet.

Die Veranstaltung fand am Donnerstag, 22. Januar 2026, im Theodor-Heuss-Gymnasium Nördlingen statt. Das Projekt soll Schülerinnen und Schülern einen Zugang zur regionalen Trachtenkultur sowie zur Mode- und Kleidungsgeschichte im Ries und darüber hinaus ermöglichen. Ziel ist es, kulturelles Bewusstsein zu stärken und zugleich kreative, handwerkliche sowie Alltags- und Präsentationskompetenzen zu fördern.

„Tracht erzählt viel über Identität, Gemeinschaft und Wandel“, betonte Heike Burkhardt, Geschäftsführerin Geopark Ries e. V. „Mit diesem Projekt möchten wir jungen Menschen einen lebendigen Zugang zu unserem regionalen kulturellen Erbe eröffnen und das Heimatbewusstsein stärken.“ Auch der anwesende stellvertretende Bezirkstagspräsident Peter Schiele begrüßte die Zusammenarbeit zwischen UNESCO Global Geopark Ries und Trachtenkulturberatung des Bezirks Schwaben, um Schülerinnen und Schülern die Bedeutung regionaler Trachten als kulturelles Erbe zu vermitteln.

Tracht ist mehr als Kleidung

Im Expertenvortrag gab Monika Hoede, Trachtenberaterin des Bezirks Schwaben und gelernte Schneidermeisterin, anschauliche Einblicke in die Welt der Trachten und stellte dabei die Rieser Tracht in den Mittelpunkt. Auch ging sie auf konfessionelle Unterschiede sowie historische und gesellschaftliche Einflüsse ein. 

Ergänzt wurde der Vortrag durch die Präsentation ausgewählter Mustertrachten. „Tracht ist weit mehr als Kleidung – sie spiegelt gesellschaftliche Strukturen und regionale Besonderheiten wider“, so Monika Hoede. „Gerade die Rieser Tracht zeigt, wie vielfältig und wandelbar textile Kultur ist.“

Bewahrung des kulturellen Erbes

Dr. Renate Rachidi, Schulleiterin des gastgebenden Theodor-Heuss-Gymnasiums Nördlingen und einzige UNESCO-Projektschule im Gebiet des Geoparks Ries, zeigte sich erfreut über den Projektstart: „Ein wesentliches Ziel einer Unesco-Projektschule ist neben der Demokratieerziehung und Bildung für Nachhaltigkeit unter anderem auch die Bewahrung des kulturellen Erbes, das den jungen Menschen in einer globalisierten Welt Halt und Orientierung geben kann.“ Der UNESCO Global Geopark Ries und die teilnehmenden Schulen blicken nun gespannt auf die kommenden Projektphasen. Die Ergebnisse sollen der Öffentlichkeit im Laufe des Schuljahres präsentiert werden. 

Das Netzwerk der Geopark Ries Schulen wächst kontinuierlich. Mittlerweile sind zehn Schulen in das Netzwerk eingebunden. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, die durch den Meteoriteneinschlag geprägte, erd- und besiedlungsgeschichtlich einmalige Region des UNESCO Global Geoparks Ries tiefergehend zu verstehen, ihre Entwicklung nachzuvollziehen und ihre Besonderheiten zu erkennen. (dra)