27. September 2019, 08:07

Zwei Varianten für die Sanierung der Krone

Hotel Krone in Oettingen Bild: Heimatmuseum Oettingen
Die Aula der Grund- und Mittelschule war beinahe bis zum letzten Stuhl gefüllt, als die Stadt Oettingen vergangenen Mittwochabend zu der Informationsveranstaltung „Hotelprojekt Krone“ eingeladen hatte. Die heimischen Bürger zeigten großes Interesse an der Zukunft des fast 600 Jahre alten Gebäudes.

Im Februar 2017 wurde der Betrieb der Krone aufgrund statischer Mängel eingestellt. Bereits zu Beginn war den Verantwortlichen klar: Die fachgerechte Instandsetzung werde eine Herausforderung.. Nach den ersten Einschätzungen stellte sich heraus, das historische Gebäude ist zu 65 Prozent beschädigt. Fachleute schätzen die Kosten für die Sanierung auf 18,3 Millionen Euro. Daher gestalte sich die Investorensuche sehr schwierig. 

Nach vielen Diskussionen und Beratungen wurde letztendlich beschlossen, dass das Gebäude zurück an die Stadt gehen muss. Und dies vor allem aus einem Grund: Durch die Finanzierung im Rahmen der Nationalen Projekte des Städtebaus erhält die Stadt Oettingen eine hohe Summe an Fördermitteln.  Eine derartige Förderung steht nur Kommunen zu, Privatleute können davon nicht profitieren.

Nun wurden Machbarkeitsstudien durchgeführt und am 4. Juni diesen Jahres wurden die Ergebnisse in einer öffentlichen Stadtratssitzung bekannt gegeben. Der weitere Zeitplan wird nun vorsehen, dass 2020 der Bauantrag gestellt wird und 2022 mit der Bauausführung begonnen wird.

Architekt stellt zwei verschiedene Sanierungsvarianten vor 

Der Architekt Wolfgang Heisler aus Ulm stellte die Machbarkeitsstudie mit zwei Varianten vor. Variante „C“ sieht vor, das komplette Hotel mit Saal und dem daneben stehenden Müller-Stadel zu sanieren, bzw. teilweise abzureisen und neu zu bauen. So wären im Müller-Stadel mehrere Hotelzimmer und die Rezeption zu finden. Die Stadtmauer könne erhalten bleiben und würde überbaut werden. Ebenso würden die öffentlichen Toiletten am Saumarkt aufrechterhalten werden. Das Gebäude wäre mit dem ursprünglichen Hotel verbunden und dank Aufzügen und Rampen komplett barrierefrei. Im vorderen Teil der Krone wäre eine zentrale Küche geplant. Für das Erdgeschoss ist eine Vergrößerung des Gastronomiebereichs vorgesehen. Im Untergeschoss würde der sogenannte Ritterkeller vergrößert werden. Ein paar Zimmer weniger, dafür größere Verbindungen, Rampen und Aufzüge wären für das erste und zweite Obergeschoss vorgesehen. Insgesamt wären bei Variante „C“ (die große Variante) 49 Hotelzimmer mit Betten für 98 Gäste vorhanden.

Die kleinere Variante „E“ beinhalte keinen Neubau des Müller-Stadels. Der Ritterkeller würde laut aktuellen Planungen von der Größe her nicht verändert werden. So wären in den Obergeschossen weniger Zimmer zu finden, was bedeute, dass das Hotel nur 27 Doppelzimmer bieten könne.  Eine Erweiterung könne aber in den darauffolgenden Jahren erfolgen. Einziges Manko: Das Hotel wäre von weiteren Umbauarbeiten betroffen.

Gunther Wild von der Städtebau Kommunalberatung Südbayern ist der Sanierungsbetreuer des Projekts. Zu seinen Aufgaben als Betreuer, gehört unter anderem die Unterstützung der Stadtentwicklung. Die Krone soll mit moderner Ausstattung und Technik für jeden etwas zu bieten haben – von einfach bis  hochwertig, in Gastronomie und Beherbergung.

Über die Finanzierung des Projekts referierte die Kämmerin der Stadt Oettingen, Birgit Mayer. Bei der großen Variante „C“ lägen die Nettogesamtkosten bei 16,4 Millionen Euro, wobei eine Fördersumme von 10,1 Millionen Euro dem Projekt zugutekommen würde. So hätte die Stadt Oettingen Nettokosten in Höhe von 6,3 Millionen Euro zu tragen. Die Nettogesamtkosten der kleinen Variante „E“ würden sich auf 12,3 Millionen Euro belaufen, mit einer Fördersumme von acht Millionen Euro und einer Selbstbeteiligung der Stadt in Höhe von 4,3 Millionen Euro.

Bei der anschließenden Diskussion sprachen sich bereits viele Gäste für eine große Sanierung der Oettinger Krone aus. Eine so hohe Fördersumme sei laut den Anwesenden eine einmalige Gelegenheit, die man sich nicht entgehen lassen dürfe.

In der Stadtratssitzung am Donnerstagabend, 26. September, wurde final über die Zukunft des Projektes entschieden.