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Schwer erkrankte Mutter aus Donauwörth startet Aufruf

Gonca aus Donauwörth leidet an Blutkrebs. Bild: DKMS
Die 34-jährige Gonca aus Donauwörth, Mutter einer dreijährigen Tochter, hat Blutkrebs. Nur eine Stammzelltransplantation kann ihr Leben retten. Ihr großes Glück: Ihr Bruder passt als Spender.

Gonca liebt ihren Beruf. Die Finanzberaterin und Immobilienmaklerin arbeitet viel und gerne. In ihrer freien Zeit dreht sich alles um die Familie. Ihre Tochter ist ihr ganzes Glück. Gemeinsam mit ihrem Mann und der kleinen Elfida sind die drei viel in der Natur unterwegs, besuchen Angehörige und Freunde. Wie wenig selbstverständlich ein solches Glück ist, erfährt die junge Mutter im November 2019.

Der Schock saß tief 

Gonca leidet plötzlich unter trockenen Husten, eine Woche später kommen Atemnot und Herzrasen hinzu. Sie verspürt keinen Hunger mehr, nimmt in kurzer Zeit stark ab. Doch sie gehört nicht zu den Menschen, die schnell jammern. Ein ganzer Monat vergeht. Gonca beißt die Zähne zusammen. Da sie in dieser Zeit stark eingespannt ist, erklärt sie die Symptome als stressbedingt. Erst als ihr besorgter Ehemann sie inständig bittet, sich endlich untersuchen zu lassen, geht sie in die Klinik. Ein paar Stunden später erhält sie die Diagnose, die ihr ganzes Leben verändern wird: Blutkrebs! „Meine erste Reaktion war: Die haben keine Ahnung. Das ist eine Fehldiagnose. Ich will sofort nach Hause!“, erinnert sich Gonca. Bevor sie überhaupt weitere Untersuchungen zulässt, möchte sie erst alles organisieren, die nächsten Tage planen, einkaufen und alles vorbereiten. Denn schließlich muss Elfidas Papa plötzlich mit der damals 18 Monate alten Tochter alles alleine managen. Doch der Oberarzt bleibt hart. Gonca darf das Krankenhaus nicht mehr verlassen – zu schlecht sind ihre Werte. Erst nach einer Knochenmarkpunktion begreift sie, dass die Situation wirklich ernst ist. Erst jetzt darf sie schwach sein. Erst jetzt kommen die Tränen. „Am Anfang stand ich vollkommen unter Schock. Das Wort Krebs konnte ich gar nicht aussprechen. Ich habe nur noch geweint“, berichtet Gonca.

Gonca leidet an einer seltenen Form von Blutkrebs

Dann beginnt sie, sich mit der Erkrankung auseinanderzusetzen, spricht ausführlich mit dem behandelnden Arzt. Der gibt ihr zu verstehen, dass ihre besondere Form des Blutkrebses therapierbar sei und gute Heilungschancen habe. Das ist der Wendepunkt. Gonca beginnt zu kämpfen. Sechs Chemotherapien folgen, im August 2020 sind keine Krebszellen mehr nachweisbar. Nach zwei Wochen Kur will sie endlich nach Hause, ihr Heimweh nach Mann und Tochter zerreißt ihr fast das Herz. Langsam finden die drei wieder in ihren Alltag zurück, genießen jede gemeinsame Minute. Sie gehen viel spazieren, habe eine gute Zeit. Nur die Tabletten erinnern immer noch an die Krankheit.

Der Krebs kam bald zurück 

Dann, Mitte Dezember hat sie wieder Husten, im neuen Jahr plagen sie heftige Rücken-, Genick- und Kopfschmerzen. Starke Übelkeit kommt hinzu. Trotzdem macht sie sich keine Sorgen. Sie glaubt, der Körper sei nach den vielen Chemotherapien einfach überfordert, brauche mehr Zeit. Drei Wochen hält sie durch bis sie plötzlich auf dem linken Auge alles nur noch nebelig sieht. Nach einer Untersuchung in der Augenklinik landet sie abermals in der Onkologie und wieder ist schnell klar: Gonca hat ein Rezidiv – der Blutkrebs ist zurück! Fest steht dieses Mal aber auch, dass nur noch eine Stammzelltransplantation ihr Leben retten kann. Glücklicherweise kommt ihr Bruder als Spender in Frage. Während sie mit Chemotherapien behandelt wird, kümmert sich ihr Mann um die kleine Tochter und den Haushalt. Auch alle Angehörigen unterstützen tatkräftig und hilfreich.

Stammzellenspende: Keine Garantie, aber eine große Chance 

Die Krankheit bringt das Wesentliche für Gonca wieder zurück. Ein eigenes Haus? Ein großes Auto? Reisen? All das ist ihr nicht mehr wichtig. Sie möchte nur noch Zeit mit ihren Lieben verbringen. Keine Krankenhausdecke, sondern freien Himmel. Keine Klimaanlage, sondern frischen Wind, den sie so vermisst. „Ja, es gibt diese Heultage, an denen ich mich schwach fühle. Aber das gehört einfach dazu. Viel dominierender ist die Kraft, die mir meine ganze Familie gibt. Vor allem die Stammzellen meines Bruders sind ein Riesengeschenk. Das ist keine Garantie, aber eine große Chance. Daher ist Aufgeben keine Option. Ich will das schaffen. Unsere kleine Elfida ist mit großen Problemen zur Welt gekommen. Die Ärzte glaubten damals nicht, dass sie es schafft. Heute ist sie ein gesundes, lebhaftes und fröhliches Kind. Wir haben doch nicht all das zusammen geschafft, damit ich jetzt sterbe. Ich will Elfida aufwachsen sehen und ins Leben begleiten. Die Einschulung, die Pubertät, das erste Verliebtsein - all das will ich miterleben. Für mich gibt es viele Gründe zu kämpfen“, erklärt Gonca.

"Lasst euch registrieren und schenkt Hoffnung auf ein zweites Leben"

Gonca hat nur noch einen Wunsch - sie möchte gesund werden und mit ihrem Aufruf anderen Betroffenen eine zweite Lebenschance schenken: „Im Krankenhaus sehe ich jeden Tag, wie viele Kinder, Jugendliche und junge Eltern auf einen passenden Spender warten, ohne den sie nicht überleben könnten. Und hinter jedem Patienten steht ein eigenes schweres Schicksal. Ich würde mich freuen, wenn meine eigene Krankheit helfen würde, anderen Menschen das Leben zu retten. Dann bekäme meine eigene Erkrankung vielleicht noch einen richtigen Sinn. Deshalb bitte ich im Namen aller Betroffenen: Zögert nicht! Lasst euch registrieren und schenkt Hoffnung auf ein zweites Leben. Allen, die sich an dieser Aktion beteiligen, danke ich von ganzem Herzen.““

Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahre alt ist, kann Gonca und anderen Patienten helfen und sich mit wenigen Klicks über www.dkms.de/gonca die Registrierungsunterlagen nach Hause bestellen. Die Registrierung geht einfach und schnell: Mithilfe von drei medizinischen Wattestäbchen und einer genauen Anleitung sowie einer Einverständniserklärung kann jeder nach Erhalt des Sets selbst einen Wangenschleimhautabstrich vornehmen. Besonders wichtig ist es, dass die Wattestäbchen nach dem erfolgten Wangenschleimhausabstrich zeitnah zurückgesendet werden. Erst wenn die Gewebemerkmale im Labor bestimmt wurden, stehen Spender für den weltweiten Suchlauf zur Verfügung.  (pm)

Auch Geldspenden helfen Leben retten, da der DKMS für die Neuaufnahme eines jeden Spenders Kosten in Höhe von 35 Euro entstehen.

DKMS-Spendenkonto, Kreissparkasse Tübingen
IBAN: DE64 6415 0020 0000 2555 56
Verwendungszweck: LPS 678