12. Februar 2020, 08:40

Wird Hermann Faul Gästeführer in Nördlingen?

Das Bild zeigt (v.l.n.r.) David Wittner (Leiter der Tourist-Information), Hannelore Eisentraut, Mario Borelli und Oberbürgermeister Hermann Faul. Bild: Doris Dollmann
Bei der Gästeführerversammlung in Nördlingen verabschiedete und ehrte Oberbürgermeister Hermann Faul Gästeführer. Auch ein Jobangebot für die Zeit nach der nächsten Kommunalwahl hat er dabei erhalten.

Natürlich war der Vorschlag, den der Leiter der Tourist-Information, David Wittner, dem Nördlinger Oberbürgermeister Hermann Faul im Rahmen der alljährlichen Gästeführer-Versammlung unterbreitete, nicht ganz ernst gemeint. Nachdem Faul sich nicht mehr zur Wahl stelle, könne er ja im Ruhestand als Gästeführer die Stadt weiterhin vertreten, meinte Wittner.

Abschiedsstimmung

Für Faul war es die letzte Versammlung, und so erklärte er, dass er den Abschiedsschmerz von Hannelore Eisentraut durchaus nachvollziehen könne. Sie scheidet aus gesundheitlichen Gründen aus dem Team der Nördlinger Gästeführerinnen und Gästeführer aus. „Man muss alle Gefühle von ganzem Herzen loslassen“, sagte der OB wohl auch im Hinblick auf seinen Abschied als Oberbürgermeister.

Geehrt wurde Mario Borelli, der seit nunmehr 30 Jahren für Führungen in italienischer Sprache zuständig ist und auch weiterhin sein wird.

Zahlen - Daten - Fakten

Wittner informierte die Gästeführerinnen und -führer über die Zahlen des letzten Jahres. So fanden über 1.402 gebuchte und 317 offene Führungen mit etwa 30.000 Teilnehmern statt. Davon entfiel mit 953 Führungen der Löwenanteil auf die klassischen Führungen, gefolgt von den Themenführungen mit 311. 59 Mal wurde die Riesrundfahrt gebucht und 79 Mal die Kinderführung.

Neu in diesem Jahr: Das traditionelle Stabenfest (08. bis 11. Mai) beginnt bereits am Freitag. Außerdem wolle man den Stabenmontag mit einem speziellen Rahmenprogramm attraktiver gestalten. Bisher seien die meisten Besucher nach den Kinderaktivitäten heim gegangen.

Neue Sonderausstellung im Stadtmuseum

Nachdem die Versammlung diesmal vom gewohnten Rathausgewölbe ins Stadtmuseum ausweichen musste, nutzte Museumsleiterin Andrea Kugler die Gelegenheit, für die diesjährige Sonderausstellung zu werben. Unter dem Titel „13 Jahre – 13 Dinge“ befasst sie sich mit dem Thema „75 Jahre Ende des zweiten Weltkrieges“. Es sei extrem schwierig gewesen, überhaupt Gegenstände zu finden so Kugler. „Man muss doch mindestens 13 finden“, begründete sie den Titel der Ausstellung. „Es sind sogar noch ein paar mehr geworden, und das obwohl es keinen Sammlungsbestand im Museum gibt und die meisten Leute das Thema lieber komplett ausblenden“, so Kugler. Die Sonderausstellung dauert vom 17. März bis 8. November und beleuchtet u. a. die Geschichte der NSDAP in Nördlingen, das Lazarettwesen, die Zwangsarbeit, das Winterhilfswerk und das Kriegsende.

Zu Wittner's Vorschlag meinte Faul übrigens: „Was man liebt, kann man auch verkaufen...“