2. März 2019, 07:36

Ein Schritt in Richtung Nachhaltigkeit

Florian Pachaly und Ida Buchholz von reCup (links neben dem Banner), Vertreter der Stadt Nördlingen und der ersten teilnehmenden Partner beim Start am Freitag. Bild: Max Bosch
Der Startschuss für das Mehrweg-Pfandsystem RECUP fiel am Freitag bei Ohne Umweg in Nördlingen.

„Wir wollen eine saubere Stadt haben“, meinte Oberbürgermeister Hermann Faul, und sprach damit sicher vielen Nördlingerinnen und Nördlingern aus der Seele. Coffee-to-go-Einwegbecher sorgen für eine Flut an Abfall, der schnell das Stadtbild verschandeln kann. Daher sei man gleich offen gewesen, mittels eines Mehrwegsystems daran etwas zu ändern, so das Stadtoberhaupt weiter.  

Die Stadt Nördlingen und der Stadtmarketingverein „Nördlingen ist’s wert“ haben die Köpfe zusammengesteckt und mit der Münchner Firma reCup einen richtigen Profi an Bord geholt, der die Lösung parat hat: Wiederverwendbare Becher für Kaffee, Tee und Eis in drei verschiedenen Größen, die gegen einen Euro Pfand gekauft und bei allen teilnehmenden Stellen in ganz Deutschland wieder abgegeben werden können.

Das Start-up-Unternehmen reCup wurde vor zwei Jahren gegründet und begann mit 50 teilnehmenden Cafés. Heute setzen bereits rund 2200 Cafés, Kantinen und Restaurants die Mehrwegbecher aus München ein. Seit Freitag wird Kaffee auch bei neun Nördlinger Partnerstellen im Mehrwegbecher ausgegeben. Mit dabei sind: Ohne Umweg, Samocca, Total Tankstelle, La Fontana, McCafé, Café Weißgerber, Peperoncino, Naturhaus und Meyer’s Beck – weitere Interessenten können sich jederzeit beteiligen.  

David Wittner, der sich für die Stadt Nördlingen um das Projekt kümmert, freute sich besonders, dass auch Systemgastronomie und Tankstellen sich beteiligen, „obwohl man die normalerweise nicht im Verdacht hat, bei solchen Themen Vorreiter zu sein.“  

 

Deutschland ohne Einwegbecher?

Firmengründer Pachaly und Ida Buchholz hatten beim Starttermin noch weitere Informationen zum System parat: Ziel der Firma ist es nicht, möglichst viele Becher zu verkaufen – reCup verdient kein Geld an diesen. Stattdessen entrichten alle teilnehmenden Geschäfte pro Tag einen Euro Systemgebühr an die Firma. Die Becher gibt es in vier verschiedenen Farben, und ab einer bestimmten Zahl an Teilnehmern in einer Stadt auch mit regionalem Aufdruck – circa 30 Teilnehmer wären dazu nötig. Auch ein Deckel ist für die Becher verfügbar, dieser wird jedoch nicht wieder zurückgegeben, sondern muss vom Kunden einmalig gekauft und wiederverwendet werden. „Unser Ziel ist es, die Einwegbecher in Deutschland abzuschaffen“, meinte Pachaly am Freitag. 

Mit App Teilnehmer finden

Über die reCup-App kann man stets prüfen, ob man sich in der Nähe eines teilnehmenden Cafés befindet. Alternativ können alle, die sich dafür keine App herunterladen möchten, auf app.recup.de die Standorte der Teilnehmer anschauen – damit man deutschlandweit auf Einwegbecher verzichten kann. (mab)