4. Oktober 2019, 11:41

Landkreis startet neues Naturschutzprojekt

Der Kellersteinbruch bei Holheim wurde als Kulisse für die Übergabe eines symbolischen Förderschecks ausgewählt - von links: Johannes Ruf (1. Vorsitzender Rieser Naturschutzverein e. V. und Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried e. V.), Georg Schlapp (Vorstand Bayerischer Naturschutzfonds), Landrat Stefan Rößle, Heike Burkhardt (Geschäftsführerin Geopark Ries e. V.), Alexander Helber (Kreisvorsitzender Bund Naturschutz e. V. Kreisgruppe Donau-Ries) und Werner Reissler (Geschäftsführer Heide-Allianz Donau-Ries) Bild: Theresa Wagner
Im Landkreis Donau-Ries wurde das neue Naturschutzprojekt „Abbaustellen im Landkreis Donau-Ries – Von Wunden in der Landschaft zu Naturparadiesen“ gestartet.

Das Projekt, das staatlich gefördert wird, umfasst ein Volumen von rund 600.000 € und eine hat eine Laufzeit bis Ende 2022. Anlässlich der feierlichen Übergabe des Förderbescheides begrüßte Landrat Stefan Rößle zahlreiche Gäste aus dem Bereich Natur- und Umweltschutz im Kellersteinbruch bei Holheim. „Diese wunderbare Kulisse wurde nicht einfach so ausgewählt. Vielmehr können wir hier hautnah erleben, welche besonderen Orte mit diesem Projekt geschützt und gefördert werden sollen.“, so der Landrat.

Der Kellersteinbruch (auch als Steinbruch Siegling oder Astronautensteinbruch bezeichnet) wurde im LIFE Projekt der Heide-Allianz angekauft und gepflegt. Er soll symbolisch zeigen, was im neuen Projekt in ehemaligen Abbaustellen geplant ist. Schwerpunkte des Projekts auf den ehemaligen Abbaustellen von Suevit, Kalk und Sand sind unter anderem die Sicherung der Vorkommen überregional bedeutsamer Pflanzen- und Tierarten der Pionierstandorte sowie die Förderung blütenreicher Extensivflächen im Umfeld der Abbaustellen als wichtige Ergänzung für Insekten. Insbesondere wird auf die Entwicklung von blütenreichen Mähwiesen abgezielt, die im Landkreis Donau-Ries sehr selten geworden sind. Mit dem Projekt sollen zudem Ergänzungsflächen für Schäfer beispielsweise für Pferchflächen und Triebwege geschaffen, aber auch Umweltwissen vermittelt werden. Gerade mit dem Geopark Ries e.V. besteht hier die Chance Umweltwissen in ein Gesamtkonzept eingebunden zu vermitteln.

Da in den Abbaustellen auf kleinstem Raum verschiedene Biotope ausgeprägt sind, ist die Eignung für die Lehrpfade und für Hinweise zur biologischen Vielfalt besonders hoch. In den Erlebnis-Geotopen können zudem auch Besuchergruppen erreicht werden, die keine klassischen Teilnehmer von Umweltbildungsmaßnahmen sind. Heide-Allianz und Geopark haben das Vorhaben gemeinsam geplant und beim Bayerischen Naturschutzfonds Fördermittel beantragt. Der mit Unterstützung der Höheren Naturschutzbehörde bei der Regierung von Schwaben und der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Donau-Ries entwickelte Projektantrag wurde nun vom Bayerischen Naturschutzfonds für förderfähig befunden.

Im Landkreis wird bereits seit Jahren viel für den Erhalt der biologischen Vielfalt getan

Die Trägergemeinschaft Heide-Allianz Donau-Ries, also der Landkreis Donau-Ries, der Rieser Naturschutzverein, die Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried und die Kreisgruppe des Bund Naturschutz, setzt sich bereits seit Jahren für den Erhalt der biologischen Vielfalt im Landkreis Donau-Ries ein. Für das aktuelle Projekt hat die Heide-Allianz Donau-Ries mit dem Geopark Ries e.V. einen kompetenten und erfahrenen Partner, der Ziele des Natur- und Umweltschutzes mit der Förderung regionaler Wirtschaftsentwicklung sozialverträglich verbindet. Mit der Entwicklung von Geotopen und der Anlage von Besuchersteinbrüchen wie dem angrenzenden Lindle werden seit Jahren die Besonderheiten unseres Geoparks herausarbeitet und somit national sowie international bekannt gemacht. Seit dem LIFE Projekt „Heide-Allianz: Biologische Vielfalt und Biotopverbund im Nördlinger Ries und Wörnitztal“ ist der Geopark Ries offizieller „Partner der Heide-Allianz“. Auch Führungen mit zertifizierten Natur- und Landschaftsführer/-innen für Schulen, die interessierte Öffentlichkeit und spezielle Interessensgruppen bietet der Geopark an. Und in der Regional- und Marketinginitiative Geopark Ries kulinarisch finden lokale Produzenten, Veredler und Gastronomen eine Vermarktungsmöglichkeit. (pm)