Die aktuellen Berichte über den Waldbrand im Grenzgebiet zu Belgien zeigen, welch verheerende Auswirkungen lange Hitzeperioden haben können. Auch der Landkreis Donau-Ries, der zu den gefährdeten Gebieten in Schwaben in Bezug auf Waldbrand gehört, war in den vergangenen Tagen von dieser Gefahr bedroht, blieb bislang jedoch verschont. Dennoch hat die Hitze sowohl in den heimischen Wäldern als auch in den Grünflächen der Städte ihre Spuren hinterlassen.
„Der Wald reagiert mit Schock“, beschreibt Georg Dischner, Forstbetriebsleiter der Bayerischen Staatsforsten in Kaisheim, die Situation. „Bäume werfen frühzeitig ihre Blätter ab und verfallen in eine Starre, um so weniger Wasser zu verbrauchen.“ Dennoch hat Dischner auch eine positive Nachricht: „Die Hitze schädigt den Wald, aber er stirbt noch nicht.“ Grund hierfür sind die relativ ausgiebigen Sommerniederschläge der vergangenen beiden Jahre. Daher sind lediglich die ersten 30 bis 35 cm des Bodens extrem trocken, darunter bekommen die Bäume noch Wasser. Dennoch hofft Dischner auf Regen im Herbst, „damit sich die Bodenspeicher wieder füllen“.
Mehr Schädlingsbefall durch Hitzeperioden
Allerdings lässt eine Hitzeperiode die Wälder nicht nur dürsten, sie werden auch anfälliger für Schädlingsbefall. Vor allem der Borkenkäfer macht den Fichten zu schaffen. Buchen kommen etwas besser mit dem Klimawandel zurecht. Zwar kämpfen auch sie mit dem Borkenkäfer, es sind jedoch noch nicht ganze Waldstücke betroffen. Das zeigt, dass Mischkulturen eine wichtige Antwort auf die zunehmenden Hitzeperioden sind, da sich diese widerstandsfähiger zeigen.
Und diese Widerstandskraft hebt Olaf Hermes, Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Staatsforsten hervor: „Wer Wälder widerstandsfähig macht, stärkt gleichzeitig den Waldbrandschutz. Und wer Wälder schützt, schützt auch das Klima. Diese Zusammenhänge werden mit jedem trockenen Sommer immer deutlicher.“
Auch in den Städten leidet die Natur
Doch nicht nur die Staatsforsten, auch die Städte mit ihren zahlreichen Grünflächen und Stadtwäldern müssen sich an die neuen Gegebenheiten anpassen. Bewässert werden zumeist nur noch Bäume und Beete. „Rasen- und Wiesenflächen werden dagegen grundsätzlich nicht bewässert, da sie sich nach einer Hitzeperiode in der Regel selbst regenerieren. Hierbei steht der verantwortungsvolle Umgang mit der Ressource Wasser im Vordergrund“, heißt es etwa von der Stadt Monheim.
Dafür kommt in Donauwörth sogenanntes Grauwasser zum Einsatz. Dabei handelt es sich um Wasser aus dem Freibad, das ersetzt werden muss. Dieses landet nicht in der Kanalisation, sondern wird unter anderem zum Gießen der städtischen Pflanzen verwendet. Ähnlich verfährt Nördlingen, wo zwei- bis dreimal die Woche Pflanzentröge und junge Bäume mit Brauchwasser bewässert werden.
Maßnahmen und Experimente als Antwort auf den Wassermangel
Ebenfalls erweisen sich Mulchschichten als erfolgreich. „Sie reduzieren die Verdunstung und halten die Feuchtigkeit länger im Boden und in den Beeten“, hob die Stadt Rain den positiven Effekt dieser Maßnahme hervor. Eine weitere Maßnahme ist die Verwendung verschiedener Baumsorten.
So wird in Donauwörth mit der heimischen, aber seltenen Baumart Elsbeere experimentiert, da diese besser mit Hitze und Trockenheit zurechtkommen. Auch nicht heimische Baumarten wie die Orientbuche werden getestet. Dafür arbeitet die Stadt Donauwörth mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Nördlingen-Wertingen zusammen. Auch in anderen Städten gibt es überregionalen Austausch. Aber „ein regelmäßiger institutionalisierter Austausch mit anderen Kommunen im Landkreis besteht derzeit nicht“, erklärt Rain. Dies könnte für die Zukunft ein weiterer Ansatz sein.
Die Kosten für die Städte steigen
Die Notwendigkeit besteht auf jeden Fall. Hitzeperioden werden wahrscheinlich in den kommenden Jahren zunehmen und belasten aktuell schon die kommunalen Haushalte. So hat Monheim in den vergangenen Jahren beträchtliche Einbußen im Holzverkauf hinnehmen müssen. Grund hierfür war der Borkenkäfer, für den Bäume mit zunehmender Hitze anfälliger werden. „Besonders teuer wird es, wenn die frisch gepflanzten Bäumchen vertrocknen und wieder nachgepflanzt werden. Der finanzielle Schaden, bzw. der Mehraufwand der letzten zehn Jahre, liegt durchschnittlich bei rund 30.000 Euro pro Jahr.“
Und auch Rain kämpft mit den finanziellen Folgen. „Die jährlichen Aufwendungen für den Wald sind von etwa 50.000 bis 60.000 Euro vor zehn Jahren auf mittlerweile rund 120.000 bis 140.000 Euro gestiegen.“ Dasselbe gilt für die städtischen Grünflächen: „Bei den Grünflächen (ohne Stadtpark) sind die Kosten im gleichen Zeitraum von rund 60.000 Euro auf etwa 108.000 Euro gestiegen.“