In der Jugend war Rosina Ortelli bereits im Nördlinger Basketballnachwuchs aktiv. Nach Jahren in Nürnberg ist sie nun zu den Angels zurückgekehrt und startet mit ihrem Heimatverein in ihre erste Bundesligasaison.
Mit unserer Redaktion hat sie über die Rückkehr nach Nördlingen und den Bundesligastandort im Ries gesprochen. Dazu gibt sie einen Einblick in ihre Zeit in Nürnberg und was sie sich für den Damen-Basketball generell in diesem Jahr wünscht.
Wie fühlt es sich an, nun wieder in der Heimat Basketball zu spielen?
Gut, ich freue mich auf die bevorstehende Saison bei den Angels und darauf, einen kürzeren Weg zur Halle zu haben.
Wurde während Ihrer Zeit in Nürnberg Kontakt zum Nördlinger Basketball gehalten?
Da ich selbst unter der Woche durch das Training kaum Zeit hatte und am Wochenende im Normalfall ein bis zwei Spiele anstanden, war ich zeitlich ziemlich eingespannt. Ab und an konnte ich mir die Heimspiele der Regionalliga Herren in Nördlingen anschauen, um meinen Bruder anzufeuern.
Die Angels sind bekannt dafür, jungen Spielerinnen Spielzeit zu geben. Was erhoffen Sie sich persönlich von der Spielzeit in Nördlingen?
In erster Linie geht es mir darum, mich bestmöglich weiterzuentwickeln. Ich will von meinen neuen Mitspielerinnen lernen, Erfahrungen sammeln und kontinuierlich an mir selbst arbeiten.
Und was ist für die Angels als Team in der kommenden Saison möglich?
Dadurch, dass die Saisonvorbereitung noch nicht begonnen hat, fällt es mir schwer, hier eine Aussage zu treffen. Ich bin aber natürlich zuversichtlich, dass das Team nächste Saison alles dafür geben wird, so weit wie möglich zu kommen.
Neben dem Basketball steht für Sie auch das Abitur am Theodor-Heuss-Gymnasium in Nördlingen an. Wie lassen sich Schule und der Sport zeitlich miteinander vereinbaren?
Grundsätzlich gehe ich gerne in die Schule und hoffe, ich schaffe es, wie auch in den letzten drei Jahren, im nächsten Schuljahr Basketball und Abitur gut unter einen Hut zu bringen.
Sie waren in der Vergangenheit in Nürnberg, haben dort unter anderem Erfahrung in der WNBL gesammelt. Wie blicken Sie auf die Jahre in Nürnberg zurück?
Auf meine drei Jahre in Nürnberg blicke ich sehr positiv zurück. Ich habe dort viel gelernt und konnte mich wirklich weiterentwickeln. Ich habe jede Sekunde on und off Court mit diesem großartigen Team genossen und bin meinen Eltern sehr dankbar, dass sie mir diese einmalige Erfahrung ermöglicht haben.
Welche Erfahrungen bringen Sie mit, mit denen Sie den Angels helfen können?
Mir als Jugendspielerin geht es vor allem darum, selbst noch mehr Erfahrungen zu sammeln. Ich hoffe einfach, ich kann beim Lernen positive Energie versprühen.
In der DBBL konkurriert Nördlingen auch mit namhaften Teams wie Alba Berlin oder den Rutronik Stars Keltern. Wie sehen Sie den Bundesliga-Standort Nördlingen? Was macht ihn besonders?
Die Angels spielen nun schon seit vielen Jahren in der 1. DBBL und halten sich mittlerweile als einzige bayrische Mannschaft dort. Nördlingen ist ein Traditionsstandort, wo Basketball unterstützt und gelebt wird. Das spürt man.
Mit dem WM-Titel der Männer 2023 hat der Basketball in Deutschland einen Schub erfahren. Zudem ist in diesem Jahr die Basketball-WM der Frauen in Deutschland. Erleben Sie aktuell einen Schub des Damen-Basketballs in Deutschland?
Natürlich nimmt durch die Erfolge unserer A-Nationalmannschaften das allgemeine Interesse der Bevölkerung zu. Dennoch bin ich der Meinung, dass die Damen im Basketball, wie in den meisten anderen Sportarten auch, nicht immer die Anerkennung erhalten, die sie verdienen. Ich hoffe wirklich, die WM 2026 kann die Aufmerksamkeit weiter steigern.
Sie gelten als großes Talent im deutschen Damen-Basketball. Wo sehen sie selbst Ihre größten Stärken und Schwächen?
Persönlich nehme ich mich nicht als „großes deutsches Nachwuchstalent“ wahr. Ich bin der Meinung, dass mein Spiel einige Stärken besitzt, sich nun aber durch den großen Sprung in die Bundesliga die Möglichkeit eröffnet, in vielerlei Hinsicht an meinen Fähigkeiten weiterzuarbeiten. Ich freue mich auf die Challenge.
Mit Luisa Geiselsöder hat eine ehemalige Angels-Spielerin den Sprung in die WNBA geschafft. Könnte sie auch ein Vorbild für Sie selbst sein?
Ich bewundere Luisa für ihre bisherige sportliche Karriere. Die Tatsache, dass ich als kleines Mädchen beim Basketballcamp der Angels mit ihr gespielt habe, kommt mir jetzt so surreal vor. Ich glaube, sie ist für viele junge Spielerinnen, einschließlich mir, eine Inspiration stets an ihre Träume zu glauben.
Welche Schlagzeile würden Sie über sich in der kommenden Saison am liebsten lesen?
„Ausverkaufte Hermann-Kessler Halle sorgt für mega Stimmung beim Angels Spiel diesen Sonntag!“