Heimspiel

Großer Kampf vor starker Kulisse – Angels fordern den Meister

Jana Koch von den Eigner Angels Bild: Michael Soller
Die Eigner Angels lieferten dem Meister in heimischer Halle einen großen Kampf mit viel Leidenschaft. Am Ende konnte auch das tolle Publikum die Niederlage nicht verhindern.

Mehr als 500 Zuschauer verwandelten die Hermann-Keßler-Halle erneut in eine stimmungsvolle Bundesliga-Bühne. Auch wenn gegen den amtierenden deutschen Meister aus Keltern die Hürde hoch war, zeigten die Eigner Angels Herz, Leidenschaft und große Moral. Am Ende stand eine 69:78-Niederlage – doch die Nördlingerinnen verkauften sich teuer und boten beste Sonntags-Unterhaltung.

Zwar trafen die beiden kleinsten Standorte der Liga aufeinander, sportlich jedoch prallten unterschiedliche Konzepte aufeinander: hier der Eurocup-Teilnehmer und Tabellenführer mit klarer Titelambition, dort das junge Nördlinger Team, das auf die Entwicklung deutscher Talente setzt. Genau diese Mentalität war auf dem Parkett spürbar.

Die U20-Nationalspielerinnen Jana Koch und Chanel Ndi gingen mutig voran und trugen sich früh in die Scorerliste ein, während die ehemalige U20 Nationalspielerin in den Reihen Kelterns Ana Schlipf, deren einzige deutsche Spielerin, weitgehend auf der Bank zubrachte. Den emotionalen Höhepunkt der ersten Halbzeit setzte Pauline Mayer, die mit einem spektakulären Wurf in letzter Sekunde die 35:34-Führung zur Pause sicherte. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Angels den Favoriten nicht nur gefordert, sondern phasenweise kontrolliert – einzig zu viele Ballverluste brachten Keltern immer wieder zurück ins Spiel.

Leidenschaft bis zum Ende

Auch nach dem Seitenwechsel hielten Ashby und Co. stark dagegen. Bei Wurfquote und Rebounds waren die Gastgeberinnen zeitweise sogar überlegen. Doch die altbekannte Turnover-Anfälligkeit verhinderte eine mögliche Überraschung. Keltern nutzte diese Schwächen eiskalt aus, kam über schnelle Fastbreaks zur 56:51-Führung nach dem dritten Viertel und gab diese bis zum Schluss nicht mehr ab. Gerade im Umschaltspiel zeigte sich die Klasse des Meisters – selbst ohne Ausnahmespielerin Alex Wilke, die wohl fürs Top4-Turnier am kommenden Wochenende geschont wurde.

Trotzdem: Die Angels lieferten einen leidenschaftlichen Fight und verlangten dem Spitzenreiter alles ab. Der anerkennende Applaus der Fans nach dem Schlusspfiff zeigte, wie sehr dieser Auftritt geschätzt wurde.

Nun richtet sich der Blick auf den Saisonendspurt. Im Fernduell mit dem Herner TC geht es weiter um Platz acht und damit die Playoff-Qualifikation. Zwei Spiele stehen für die Angels noch an – auswärts in Saarlouis und zuhause gegen Freiburg. Bevor am 28. März das letzte Heimspiel gegen die Eisvögel Freiburg steigt, heißt es nun: Kräfte sammeln, fokussieren – und weiterkämpfen. (dra)

Das Spiel im Überblick

Gegen Keltern spielten: Nicole Fransson (12, 1 Dreier), Pauline Mayer (6), Laura Schinkel (13,1), Chanel Ndi (2), Jana Koch (3,1), Mariam Haslé-Lagemann (8), Natalie Kucowski (11, 8 Rebounds), Samantha Ashby (14,3).

Bei Keltern fielen auf: Rosic (19), Kiss-Rusk (17), Saulnier (14)

Teamvergleich in Zahlen (Angels | Keltern)

Spielminuten deutscher Spielerinnen: 117  | 8

Wurfquote aus dem Feld insgesamt:   24 von 52 (46%) |  31 von 69 (45%)

Dreierquote:   8 von 18   (44%) |  4 von 25 (16%)

Freiwürfe:   13 von 18  (72%) |  12 von 17 (71%)

Rebounds: 26 | 31