Die Ausgangssituation war eindeutig: Jeder Sieg im Saisonendspurt zählt im engen Rennen um Rang acht und damit um den letzten Playoff-Platz. Nachdem der direkte Konkurrent Herne zeitgleich gegen den MBC unterlag, bot sich für Nördlingen im Auswärtsspiel bei den Dolphins aus Marburg eine große Chance. Fünf Niederlagen hatte es in dieser Spielzeit bereits gegen die Hessinnen gesetzt – genug Motivation also für die Rieserinnen.
Die Angels erwischten einen starken Start und setzten den Dauerrivalen früh unter Druck. Mit etwas mehr Konsequenz im Abschluss hätte die Führung nach den ersten Minuten sogar deutlicher ausfallen können als die sieben Punkte Vorsprung. Doch Marburg fand zurück ins Spiel, überstand einen zwischenzeitlichen 4:11-Lauf und übernahm im typischen „Spiel der Läufe“ wieder das Momentum.
Marburg kämpft sich Stück für Stück heran
Beide Teams lieferten sich ein defensiv geprägtes Duell, das vor allem von den Guards bestimmt wurde. Während Nördlingen mit aggressiver Verteidigung die Würfe der Gastgeberinnen erschwerte, zog sich Marburg weit in die Zone zurück und machte den Weg unter den Korb dicht. Davon profitierte insbesondere Sam Ashby, die immer wieder erfolgreich abschloss und zur Pause mit zwölf Punkten beste Werferin war. Der Sechs-Punkte-Vorsprung zur Halbzeit spiegelte den Spielverlauf wider – beruhigend war er allerdings nicht.
Im dritten Viertel überzeugten die Angels mit disziplinierter Verteidigung und kamen lange Zeit ohne Foul aus. Doch zählbare Vorteile brachte das nicht. Stück für Stück kämpfte sich Marburg heran und ging kurz vor Ende des Abschnitts erstmals in Führung. Aus der Distanz fehlte Nördlingen nun die Treffsicherheit, und auch die Wege zum Korb wurden durch die starke Defensivarbeit von Heide und Fertig zunehmend versperrt. Riskante Pässe in die eng besetzte Zone waren die Folge, was die Fehlerquote weiter steigen ließ.
Schlussspurt reicht nicht aus
Mit einem knappen Rückstand ging es in den Schlussabschnitt. Trotz schwindender Kräfte blieb das dezimierte Team aus dem Ries im Spiel. Sam Ashby unterlief der ein oder andere milde Schrittfehler, während Marburgs Raimundo vor den Augen des Schiedsrichters ungestraft den Ball über das halbe Halbfeld trug und ihre Farben damit in der entscheidenden Phase drei Punkte geschenkt bekamen. Zwar kämpften sich die Angels in den Schlusssekunden noch einmal heran, am Ende jedoch entschied ebenjener Dreier in der Crunchtime sowie die Turnover-Bilanz die Partie zugunsten Marburgs. Mit 63:59 jubelten erneut die Hessinnen.
Trotz der Niederlage bleibt im Playoff-Rennen alles offen, da auch Herne patzte. Beim kommenden Heimspiel wartet allerdings mit Rutronik Stars Keltern, dem amtierenden Deutschen Meister, die nächste hohe Hürde. Doch die Angels werden weiter alles in die Waagschale werfen.
Für Nördlingen spielten:
Nicole Fransson (16 Punkte, 16 Rebounds), Pauline Mayer (3), Laura Schinkel (3), Chanel Ndi (2), Jana Koch, Mariam Haslé-Lagemann (4), Natalie Kucowski (7), Sam Ashby (24)
Top-Scorer Marburg:
Marianna Byvatov (12), Sara Guerreiro (11), Caitlyn Jones (11), Heide/Fertig (4 Blocks) (dra)