Basketball

"Ein super Viertel genügt nicht"

US-Girl Natalie Kucowski überragte in der ersten Halbzeit und tauchte danach weitgehend unter. Bild: Michael Soller
„Auswärtssieg, Auswärtssieg,“ skandierten die etwa 20 angereisten Schlachtenbummler aus NRW schon lange vor Beginn des Spiels. Ziemlich mutig. Nach dem ersten Viertel, das die einheimischen Eigner Angels klar mit 28:17 dominierten, war die Euphorie links oben auf der Tribüne der Hermann-Keßler-Halle weitgehend verstummt.

Doch ein tolles Viertel genügt nicht um ein Basketball-Spiel zu gewinnen. Obwohl die Angels, angetrieben von ihren eigenen Fans, bis zur Halbzeit 47 Punkte erzielten, gelang es ihnen nicht, eine frühe Vorentscheidung herbeizuführen. Hauptaktuerin des Herner Widerstands war deren Flügelspielerin Alice Recanati. Noch vor Wochenfrist suspendiert und dann rehabilitiert, traf die Italienierin aus allen Lagen. 24 Punkte gingen bis zur Halbzeitsirene auf ihr Konto. Da führten die Angels aber noch mit fünf Punkten und wirkten total souverän. Auf Nördlinger Seite hieß die Hauptdarstellerin Natalie Kucowski. Die 1,90m große Amerikanerin demonstrierte ihr großes Können in allen Facetten inklusive zweier Dreier und sammelte 14 Korbpunkte. Allerdings gelang ihr in der zweiten Hälfte kein Korb mehr. Auch Hernes Recanati war in der zweiten Hälfte kaum noch zu sehen, aber ihre Teamkollegin Jennifer Crowder sprang in die Bresche, brillierte mit Steals, Drives und auch zwei Dreiern. Für Kucowski auf Angels-Seite jedoch übernahm niemand wirklich das Kommando. Völlig überraschend für die fast 600 Zuschauer überließen die Angels den Gästen die Oberhand. Deren Anhänger erkannten die Lage als erstes und feuerten ihr Team wieder frenetisch an. Als Herne im vierten Viertel bereits 10 Punkte in Front lag, nahm die Partie nochmals eine dramatische Wende. Aufgepeitscht durch den Hallensprecher entfachten die Nördlinger Zuschauer neue Energien, ihr Team ließ sich anstecken und glich das Match mit einem 10:0-Run kurz vor Schluss aus. Damit hatten die Angels allerdings ihr Pulver verschossen. Herne verwandelte noch Freiwürfe, während den Hausherrinnen nichts Zählbares mehr gelingen wollte.

Der von Hernes Gefolgschaft geforderte Auswärtssieg war also Realität geworden, womit Herne und Nördlingen die Tabellenplätze tauschen, punktgleich, mit dem direkten Vergleich auf Seiten des Turnclubs. Nördlingen somit außerhalb der Play-Off-Ränge.

Damit ist die Hin- und Rückrunde beendet. Es folgen noch vier Begegnungen gegen die geographisch nächsten Teams. Für die Nördlingerinnen heißt dies, dass man noch gegen den deutschen Meister Keltern, gegen den Pokalsieger Saarlouis sowie gegen Marburg und Freiburg spielen muss, während Herne gegen die Nord-Clubs antritt.

Das Fernduell um den Play-Off-Platz Acht geht also weiter. Die Angels brauchen mehr Siege in den vier Regionalspielen als Herne,  um die Play-Offs doch noch zu erreichen. Es bleibt also spannend in der DBBL. (dra) 

Für die Angels spielten: Nicole Fransson (16), Pauline Mayer (7, 1 Dreier, 6 Assists1), Laura Schinkel (10), Chanel Ndi (12), Jana Koch (3,1), Mariam Haslé-Lagemann (6, 5 Assists), Natalie Kucowski (14,2), Samantha Ashby (9,2).

Beim Herner TC fielen auf: Recanati  (25, 1), Crowder (19,2), Williams (14,1)

Teamvergleich in Zahlen:

Wurfquote aus dem Feld insgesamt:  30 von 59 (51%) |  29 von 60 (48%)

Dreierquote:  6 von 15 (40%) |  6 von 20 (30%)

Freiwürfe:  11 von 18 (61%) |  15 von 20  (75%)

Rebounds: 31 | 34 

Fouls:  19 | 16