Die geplanten Zugstreichungen im Nahverkehr zwischen Augsburg und München müssen vom Tisch. Das fordert die Donau-Rieser Landtagsabgeordnete Eva Lettenbauer. Sie hatte sich zusammen mit weiteren schwäbischen Grünen-Abgeordneten in einem Schreiben an den Vorstand der DB InfraGO und Verkehrsminister Christian Bernreiter gewandt.
Ab 2028 sollen täglich zwölf Regionalzüge zwischen Augsburg und München wegfallen. Zu den Stoßzeiten könnte die Zahl der Regionalzüge von bisher drei bis vier auf nur noch zwei pro Stunde sinken. Gleichzeitig sollen 19 zusätzliche Fernverkehrszüge fahren und damit Platz auf der Strecke beanspruchen. Das trifft auch Menschen im Donau-Ries: Viele pendeln über Augsburg zur Arbeit, zur Ausbildung oder zum Studium nach München. Fallen Züge weg, wird es voller und die Fahrt dauert länger.
„Die Strecke zwischen Augsburg und München ist für uns eine Lebensader. Viele Pendlerinnen und Pendler aus dem Donau-Ries sind jeden Tag auf sie angewiesen. Ausgerechnet zu den Stoßzeiten Züge zu streichen, ist der falsche Weg. Es müssen umgehend alle Alternativen zu den Streichplänen geprüft werden“, erklärt Eva Lettenbauer.
Bahn-Antwort stellt Lettenbauer nicht zufrieden
Die Pläne sind auch deshalb unverständlich, weil auf der Strecke Augsburg–München künftig mit deutlich mehr Fahrgästen gerechnet wird. Das zeigt eine Prognose im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums. Lettenbauer begrüßt darum das Veto des Freistaats gegen die Streichpläne und bietet Minister Bernreiter ihre Unterstützung an.
Die inzwischen vorliegende Antwort von DB InfraGO an die Abgeordnete lässt aus Sicht Lettenbauers offen, wie und ob die Streichpläne konkret zurückgenommen werden. „Eine allgemeine Antwort reicht mir nicht. Die Menschen im Donau-Ries brauchen klare Zusagen, keine vagen Worte. Ich bleibe dran, bis feststeht, dass unsere Pendlerinnen und Pendler nicht die Leidtragenden sind“, so Lettenbauer.
Lettenbauer fordert von DB InfraGO die vollständige Rücknahme der Streichpläne. Außerdem soll gemeinsam mit dem Freistaat und Arverio ein Ausbaupfad für die Strecke erarbeitet werden. Bis zum 30. September soll DB InfraGO erklären, wie negative Folgen für Pendlerinnen und Pendler verhindert werden. (dra)