Sicherheit

Wasserversorgung im Landkreis Donau-Ries: Warum Trinkwasser zur kritischen Infrastruktur gehört

Bild: istock/Zorica Nastasic
Wasser ist das wichtigste Gut in unserer Gesellschaft. Es ist Lebensgrundlage für alles. Erst wenn es zu Problemen kommt, wird deutlich, wie sensibel und unverzichtbar dieses System ist – auch im Landkreis Donau-Ries.

Sauberes Wasser fließt rund um die Uhr aus dem Hahn – ganz gleich ob morgens beim Zähneputzen, beim Kochen oder abends unter der Dusche. Gerade weil es jederzeit verfügbar ist, gerät schnell in Vergessenheit, welcher technische, organisatorische und personelle Aufwand dahintersteckt. Erst wenn es zu Störungen kommt, wie etwa durch Rohrbrüche, Stromausfälle oder extreme Wetterereignisse, wird deutlich, wie sensibel dieses System ist und wie abhängig unsere Gesellschaft und Wirtschaft von einer funktionierenden Wasserversorgung sind. Dabei ist ausreichend vorhandenes Trinkwasser ebenso wie eine funktionierende Abwasserbeseitige die Grundlage für das reibungslose Funktionieren eines jeden Gesellschafts- und Wirtschaftssystem. 

In Deutschland verbraucht laut dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe jede Person täglich rund 126 Liter Trinkwasser für unterschiedlichste Zwecke – vom Trinken und Kochen über Körperpflege bis hin zu industriellen Anwendungen. Um diesen Bedarf zu decken, versorgen deutschlandweit rund 6 200 Wasserversorgungsunternehmen die Bevölkerung mit Trinkwasser. Dass dieses System zuverlässig funktioniert, ist von zentraler Bedeutung für das öffentliche Leben.

Daher gehört die Wasserversorgung zur sogenannten kritischen Infrastruktur. Kritische Infrastrukturen (KRITIS) sind Organisationen und Einrichtungen mit wichtiger Bedeutung für das staatliche Gemeinwesen, bei deren Ausfall oder Beeinträchtigung nachhaltig wirkende Versorgungsengpässe, erhebliche Störungen der öffentlichen Sicherheit oder andere dramatische Folgen eintreten würden. Zu den KRITIS gehören neben der Trinkwasserversorgung auch die Abwasserbeseitigung, und zum Beispiel die Stromerzeugung und die Gesundheitsversorgung.

Redundanz und Notfalltechnik sichern die Versorgung

Ein längerfristiger Ausfall der Trinkwasserversorgung hätte weitreichende Konsequenzen für Gesundheit, Wirtschaft und Sicherheit. Es gilt also die Infrastruktur zu schützen oder, wenn sie beschädigt wurde, aufrechtzuerhalten. Welche immensen Maßnahmen dafür notwendig sind, zeigt ein Blick auf die Bayerische Rieswasserversorgung. Deren Werkleiter Bernd Hauber berichtet, dass die Sicherheitsanforderungen in den vergangenen Jahren immer weiter ausgebaut wurden. So gibt es beispielsweise fest verbaute Notstromaggregate oder mobile Aggregate, die bei einem Stromausfall die Pumpen in den Anlagen weiterbetreiben.

Auch im Bereich der IT-Sicherheit habe es große Fortschritte gegeben. Die Monteure der Rieswasserversorgung verfügen neben ihrem „normalen“ Diensthandy auch über ein weiteres Handy, das im Notfall, falls das Telefonnetz ausfällt über ein eigenes Netz funktioniert. So bleibe die Kommunikation im Ernstfall aufrechterhalten. Ein
zentrales Element der Versorgungssicherheit ist zudem das Redundanzprinzip. Dieses dient der Absicherung, wenn zum Beispiel eine Pumpe ausfällt. Durch die Tatsache, dass kritische Komponenten mehrfach vorhanden sind, wird die Versorgungssicherheit auch bei Störfällen oder Wartungsarbeiten sichergestellt.

Höchste Sicherheitsmaßnahmen gibt es auch bei der Stadt Donauwörth. Die Stadtwerke Donauwörth versorgen die Kernstadt sowie fast alle Stadtteile mit Wasser. In Sachen „Kritische Infrastruktur“ sei die Stadt laut Maximilian Röhling, Leiter der Stadtwerke Donauwörth, sehr gut aufgestellt. Es sei Pflicht der Stadt, die Grundversorgung zu schützen. Dabei werden nicht nur große Gefahren wie Anschläge oder Naturkatastrophen berücksichtigt, sondern auch kleinere, alltägliche Risiken – etwa Schäden durch Tiere.

Mirko Zeitler, Pressesprecher der Stadt Donauwörth, betont, dass man hier nicht nur von kritischer Infrastruktur sprechen könne – diese Infrastruktur sei sogar lebensnotwendig. Deshalb arbeiten die Mitarbeiter der Stadtwerke rund um die Uhr Hand in Hand, um die Versorgung der Bevölkerung stets aufrechtzuerhalten, etwa bei einem Wasserrohrbruch.

Redakteurin. Recherchiert und schreibt für online und im blättle. Immer unterwegs, ob bei einer politischen Diskussion, einem Unfall oder im Eins-zu-eins Gespräch mit ihren Interviewpartnern. Zimmerpflanzenbeauftragte im Redaktionsbüro. Steht in ihrer Freizeit auf dem Tennisplatz.
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