Gewonnen wird das Wasser am Schönenfelderhof – und zwar über drei sogenannte Horizontalfilterbrunnen. Sie reichen jeweils rund zwölf Meter in die Tiefe. In etwa zehn Metern Tiefe gehen von jedem Brunnenschacht sechs rund 35 Meter lange Horizontalfilterstränge ab. Über diese strömt das Grundwasser in die Anlage.
Die Brunnen verfügen über eine maximale Förderkapazität von 700, 800 und 900 Litern pro Sekunde. Das entspricht pro Sekunde etwa 15 gefüllten Badewannen. Über Unterwassermotorpumpen gelangt das sogenannte Rohwasser ins Wasserwerk. Damit das Grundwasservorkommen langfristig geschützt bleibt, ist das gesamte
Gewinnungsgebiet als Wasserschutzgebiet ausgewiesen. Es umfasst mehr als vier Hektar und erstreckt sich über Teile der Gemeinden Genderkingen, Altisheim und Leitheim sowie über die Marxheimer Ortsteile Graisbach und Lechsend.
Für die Bürger*innen, die in einem Wasserschutzgebiet wohnen, bringt das gewisse Einschränkungen mit sich. „Es ist richtig, dass man als Bewohner im Wasserschutzgebiet Auflagen beachten muss“, erklärt Stefan Leis, Geograf beim WFW und zuständig für das Schutzgebiet. So dürfen Privatpersonen in Genderkingen beispielsweise keine eigenen Brunnen bohren, da dadurch das Risiko einer Verunreinigung des zur öffentlichen Wasserversorgung genutzten Grundwassers steigen würde. Auch Wärmepumpen, die Grundwasser nutzen, sind aus diesem Grund nicht erlaubt.
Vom Rohwasser zum Reinwasser
Im Wasserwerk beginnt die Aufbereitung des Wassers. Vor einer Filteranlage wird es zunächst mit Sauerstoff belüftet, anschließend werden Eisen und Mangan herausgefiltert. „Ohne Filterung wären beispielsweise die Leitungen im Haus rötlich – und man würde es vielleicht auch schmecken“, erklärt Ingo Ulrich, Werkleiter des
Wasserwerk Genderkingen. Zusätzlich durchläuft das Wasser eine UV-Desinfektion, die mögliche Mikroorganismen abtötet.
Im Wasserwerk selbst ist der Aufbereitungsprozess klar strukturiert: Alle Rohre, durch die Rohwasser fließt, sind grün. Für Reinwasser hingegen sind die Leitungen blau. Während der gesamten Aufbereitung und noch einmal, bevor das Wasser das Werk verlässt, durchläuft es mehrere strenge Qualitätskontrollen.
„Wasser ist das Lebensmittel, das in Deutschland am stärksten kontrolliert wird“, betont Geograf Stefan Leis. Mit einer Härte von 14 Grad deutscher Härte (°dH) liegt es im mittleren Bereich.
101 Kilometer bis nach Franken
Um das Wasser nun auf seinen langen Weg nach Franken zu bringen, muss es zuerst einmal an Fahrt aufnehmen und mit einer Pumpe in den Hochbehälter nach Graisbach gepumpt werden. Von dort aus fließt es im freien Gefälle durch die rund 101 Kilometer lange Fernleitung weiter.
Damit das Wasser auf dieser langen Strecke hygienisch einwandfrei bleibt, wird es aus Sicherheitsgründen minimal gechlort. „Die Chlorung erfolgt nur in sehr geringer Dosierung – bei 100 Kilometern Fernleitung ist das notwendig“, sagt Ulrich. Erst am Ende dieser Reise kommt das Wasser dort an, wo es selbst-verständlich erscheint: am heimischen Wasserhahn.
Um schon bei Kindern ein Bewusstsein für Energie und Wasser zu schaffen, unterstützt N-Ergie Schulen mit Arbeitsblättern, Broschüren und Plakaten. So sollen bereits die Jüngsten verstehen, woher unser Trinkwasser kommt. „Wir nehmen sauberes Trinkwasser oft als selbstverständlich hin“, sagt Stefan Leis. Gerade deshalb sei es wichtig, sich klarzumachen, dass das dies keine Selbstverständlichkeit ist.
Wasserhärte - Was ist das eigentlich?
Die Wasserhärte bezeichnet die Härte des Wassers, also den Gehalt des Wassers an Erdalkaliionen (Calcium- und Magnesiumionen).
Sie wird in Millimol je Liter (mmol/l) ausgedrückt und wird gemäß dem sogenannten Wasch- und Reinigungsmittelgesetz in 4 Härtebereiche eingeteilt.
Hartes Wasser führt zu mehr Ablagerungen in Geräten und erhöht den Waschmittelverbrauch.
Härtebereich 1: Weich bis 7,3 °dH
Härtebereich 2: Mittel 7,3 bis 14 °dH
Härtebereich 3: Hart 14 -21 °dH
Härtebereich 4: Sehr hart ab 21 °dH