Energie & Landwirtschaft

Oberndorf: Größte Agri-PV-Anlage Süddeutschlands in Betrieb

Zur Inbetriebnahme nach Oberndorf sind zahlreiche Gäste gekommen - darunter auch prominenter Besuch aus München. Auf dem Bild zu sehen (von links): Franz Moll (Bürgermeister Oberndorf), Marco Mielenz (Geschäftsführer Feldwerke), Nicolai Reiners (Geschäftsführer Feldwerke), Wolfgang Fackler (MdL), Günther Felßner (Bauernpräsident), Hubert Aiwanger (Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie), Anton Rittel (MdL), Eric Beißwenger (Bayerischer Staatsminister für Europaangelegenheiten und Internationales), Eva Lettenbauer (MdL) sowie Nils Kuchenbuch (Geschäftsführer Feldwerke). Bild: Jennifer Wimmer
Die größte Agri-PV-Anlage Süddeutschlands ist in Oberndorf gestartet: Auf 28 Hektar entstehen gleichzeitig grüner Strom, landwirtschaftliche Erträge und mehr Biodiversität. Rund 8.000 Haushalte können damit mit 100 Prozent Ökostrom versorgt werden.

Am vergangenen Freitagmittag (27.03.2026) ist in Oberndorf am Lech die bisher größte Agri-Photovoltaik-Anlage Süddeutschlands offiziell in Betrieb genommen worden. Realisiert wurde das Projekt vom Münchner Startup Feldwerke, das erst im Jahr 2023 gegründet wurde. Vor rund zwei Jahren sind die Gründer des Unternehmens mit ihrer Idee im Gepäck auf Oberndorfs Bürgermeister Franz Moll herangetreten. Im Gespräch mit unserer Redaktion vor knapp einem Jahre sagte Moll: „Ich hatte von Anfang an ein sehr gutes Gefühl."

Auf einer Fläche von 28 Hektar vereint die Anlage Landwirtschaft und Stromerzeugung. Möglich macht das ein einachsiges Trackersystem: Die Solarmodule sind mittig auf den Reihen angebracht und folgen im Tagesverlauf dem Sonnenstand von Ost nach West. Dadurch bleibt der Flächenverlust gering. Rund 90 Prozent der Fläche können weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden, sowohl konventionell als auch im Bio-Bereich. Insgesamt erreicht die Anlage eine installierte Leistung von 16,75 Megawatt und kann etwa 8.000 Haushalte mit 100 Prozent grünem Strom versorgen.

90 Prozent der Fläche können landwirtschaftlich bewirtschaftet werden. Unter den Trackern, die sich nach Sonnenstand ausrichten, werden sich Blühstreifen befinden, die die Biodiversität zu fördern. Bild: Jennifer Wimmer

Für Marco Mielenz, Geschäftsführer von Feldwerke, ist das Konzept eine Antwort auf aktuelle Herausforderungen: „Die Landwirtschaft steht zunehmend unter Druck und muss sich neu aufstellen. Gleichzeitig befindet sich auch der Energiesektor im Wandel.“ Agri-PV biete hier eine „Win-Win-Win-Situation“: Neben der Energiegewinnung und der landwirtschaftlichen Nutzung soll auch die Natur nicht außer Acht gelassen werden. Unter den Modulen werden Grün- und Blühstreifen angelegt, die die Biodiversität fördern sollen.

Auch Oberndorfs Bürgermeister Franz Moll zeigte sich bei der Inbetriebnahme beeindruckt. „Wenn so viele Gäste nach Oberndorf kommen, muss es etwas Besonderes sein." Besonders hob er die kurze Genehmigungs- und Bauzeit (im August 2025 konnte der Spatenstich gefeiert werden) hervor und dankte dem Gemeinderat für die schnelle Unterstützung. Anfangs sei man sich im Gremium der Tragweite des Projekts nicht bewusst gewesen. Inzwischen erhalte die Gemeindeverwaltung wöchentlich Anfragen zur Anlage. Für Moll ist die Anlage ein „Leuchtturmprojekt mit Signalwirkung“.

Zu den Gästen zählte auch Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger. Er sagte: „Wir sind bundesweiter Spitzenreiter bei der Solarenergie mit insgesamt rund 32 Gigawatt installierter Leistung. Allein im vergangenen Jahr verzeichneten wir einen Rekordzubau von 4,7 Gigawatt. Unsere Politik, konsequent auf den Ausbau erneuerbarer Energien zu setzen, zahlt sich aus.“ Gerade für Landwirte stellen Einnahmen aus Agri-PV eine zusätzliche Einkommensquelle bei gleichzeitigem Erhalt der landwirtschaftlichen Hauptnutzung dar, so Aiwanger.  „Die Erzeugung von Solarstrom stärkt die wirtschaftliche Resilienz der Betriebe. Das ist gut für die Bauern und gut für den Ausbau der erneuerbaren Energien.“

Aiwanger zeichnete das Projekt zudem als „Gestalter“ im Team Energiewende Bayern aus. Die ideelle Auszeichnung würdigt herausragendes Engagement für die Energiewende und soll zugleich als Vorbild dienen. Mit der Anlage in Oberndorf zeige sich eindrucksvoll, wie sich Photovoltaik und Landwirtschaft nachhaltig kombinieren lassen.

Redakteurin. Recherchiert und schreibt für online und im blättle. Immer unterwegs, ob bei einer politischen Diskussion, einem Unfall oder im Eins-zu-eins Gespräch mit ihren Interviewpartnern. Zimmerpflanzenbeauftragte im Redaktionsbüro. Steht in ihrer Freizeit auf dem Tennisplatz.
Telefon: 0906 / 977 598 - 22,  E-Mail: jwimmer@donau-ries-aktuell.de