17. August 2016, 13:55

Asylunterkunft in Bäumenheim: 29 Flüchtlinge müssen weg ziehen

Der Mietvertrag in der Asylunterkunft läuft aus. Was tun, wenn die Gemeinde nicht will das die Flüchtlinge wegziehen? Der Mietvertrag in der Asylunterkunft läuft aus. Was tun, wenn die Gemeinde nicht will das die Flüchtlinge wegziehen? Bild: privat
Weil die Integration so gut läuft, wollten Bürgermeister und Integrationsbeauftrage nicht, dass circa 50 Flüchtlinge die Gemeinde verlassen. Bei einem Gespräch im Landratsamt wurde heute ein Kompromiss in Sachen „Hotel Europa“ in Asbach-Bäumenheim gefunden.
Asbach-Bäumenheim/Donauwörth - In Asbach-Bäumenheim gab es Diskussionen rund um das Flüchtlingsheim „Hotel Europa“, denn der Mietvertrag läuft zum Ende des Monats aus. Das Landratsamt plante somit eine Umquartierung der 48 Flüchtlinge – vorwiegend aus Afghanistan. Für Bürgermeister Martin Paninka (SPD) und den Integrationsbeauftragen Manfred Seel (Linke) war das aber eher Enttäuschung als Erleichterung. Viele der Flüchtlinge hätten sich bereits gut integriert, die Kinder gingen zu Schule und viele werden im kommenden Schuljahr eingeschult. Der große Helferkreis um Seel und seine Kollegin Irmgard Huber hätten in den letzten eineinhalb Jahren großes geleistet und man wolle die bereits gelungene Integrationsarbeit mit den Menschen im Hotel Europa fortführen.
25 Flüchtlinge aus dem Hotel Europa bleiben in der Gemeinde
Für Reinhold Bittner, der den Landrat wegen seines Urlaubs momentan vertritt, war das nun eine neue Situation. Noch vor einem Jahr sei jede Woche ein Bus voll mit Flüchtlingen in den Landkreis gekommen und das Landratsamt hatte damit zu kämpfen, diese unterzubringen, erinnert der stellvertretende Landrat. Manche Gemeinden taten sich schwer, geeignete Unterkünfte zu finden, andere klagten sogar weil sie sich mit zu vielen Flüchtlingen belastet sahen. Nun steht Bittner vor einem neue Thema: Weniger Flüchtlinge kommen zu uns, diese sollen wieder dezentral von der Regierung untergebracht werden, die dezentralen Unterbringungen werden nach und nach abgebaut. Integrationshelfer wollen wiederum ihre bereits geleistete Arbeit fortführen. Dass es in anderen Gemeinden zu gleichen Problemen wie in Asbach-Bäumenheim kommen könnte, kann sich Achim Frank, Leiter des Asylstabs im Landratsamt gut vorstellen.
Heute Nachmittag haben sich Paninka und Seel mit Bittner aber auf eine „tragfähige Lösung“ geeinigt: Von insgesamt 54 Flüchtlingen, werden 29 Personen auf andere Gemeinden im gesamten Landkreisgebiet verteilt. Wohin genau, ist noch nicht bekannt.
Sechs Personen wissen bereits, dass sie gesichert in Deutschland bleiben dürfen. Weil sie ohnehin privat Wohnungen anmieten müssen, können sie in Appartements des Hotels bleiben. Das Hotel Europa wurde nämlich nur zu etwa 40 Prozent als Flüchtlingsheim genutzt, der andere Teil lief regulär als Hotel weiter.
19 Flüchtlinge können zudem auch in Bäumenheim bleiben. Wie Bittner erklärte, sei dies einem „großen Entgegenkommen“ von Seiten der Regierung von Schwaben zu verdanken. Diese bietet nämlich in der Geimeinschaftsunterkunft im Schubertweg einigen Asylbewerbern eine neue Bleibe. Außerdem wird die dezentrale Unterkunft der Familie Rauch voll ausgelastet und voll belegt.
Welche Personen nun genau in Bäumenheim auch zukünftig wohnen, und welche gehen müssen ist Aufgabe des Landratsamtes. Quartiersmanager sollen besonders darauf achten, dass Familien nicht auseinander gerissen werden und in den neuen Unterkünften verträgliche Wohngemeinschaften entstehen. Gerade die Familien die Kinder in der Bäumenheimer Grund- und Mittelschule haben, sollen bleiben.
Deibler-Gebäude erst bis Ende des Jahres fertig. 
Ende des Jahres wird es allerdings wieder mehr Flüchtlinge in der Gemeinde geben. Die neue Unterkunft mit 65 Plätzen im ehemaligen Fleischwerk Deibler wird laut Prognosen Bittners dann fertig sein. Möglich wäre, dass die ab 1. September voll belegten Unterkünfte „Rauch“ und „Schubertweg“ dann wieder etwas entlastet werden und Personen aus diesen Häusern in das neue Flüchtlingsheim zieht. Das begrüßt auch Manfred Seel, die Integrationsarbeit müsste dann nicht mit allen 65 Personen von vorne angefangen werden. Eine Fertigstellung des Deibler-Gebäudes war zum jetzigen Zeitpunk noch nicht möglich gewesen, sonst hätte es die Diskussion in Bäumeheim vielleicht gar nicht gegeben.