Kreisausschuss

gKU: Auf ein gutes Jahr folgt ein schwieriges 2026

Archivbild. Bild: Jennifer Wimmer
Das gKU Donau-Ries Kliniken und Seniorenheime hat 2025 erstmals seit 2021 wieder einen Überschuss erzielt. Im Kreisausschuss wurde nun deutlich: Für 2026 droht trotz guter Auslastung wieder ein Defizit.

Gute und schlechte Nachrichten liegen bei den gKU Donau-Ries Kliniken und Seniorenheime derzeit nah beieinander. Der geprüfte Jahresabschluss für 2025 weist einen Überschuss von rund 647.000 Euro aus. Rund 411.000 Euro entfallen auf die Kliniken, 236.000 Euro auf die Seniorenheime. Damit schreibt das gKU erstmals seit 2021 wieder schwarze Zahlen.

Kathrin Woratsch, gKU-Vorstandsmitglied, stellte in der Kreisausschusssitzung in Donauwörth die aktuelle finanzielle Entwicklung vor. Für 2026 zeichnet sich demnach ein deutlich angespannteres Bild ab. Für das laufende Jahr war ursprünglich ein Plus von rund 856.000 Euro geplant. Die aktuelle Entwicklung fällt jedoch schlechter aus. Grund sind unter anderem gesetzliche Änderungen bei der Finanzierung der Krankenhäuser. Nach aktuellen Hochrechnungen könnte auf das gKU ein Defizit von rund 1,26 Millionen Euro zukommen. 

Kliniken sind stärker unter Druck

Während die Seniorenheime wirtschaftlich vergleichsweise stabil da stehen, treffen die neuen Regelungen vor allem die Krankenhäuser. Woratsch machte zum Beispiel deutlich, dass ungelernte Kräfte, die zur Entlastung der Pflege auf den Stationen eingesetzt werden, künftig aus der Finanzierung herausfallen. Für das gKU bedeutet das zunächst rund 650.000 Euro weniger. Woratsch kritisierte die Regelung angesichts des ohnehin bestehenden Fachkräftemangels als „völligen Quatsch“. Dadurch würden die Aufgaben wieder bei den ausgebildeten Pflegekräften landen. Die Finanzierung werde stufenweise reduziert: zunächst auf 86 Prozent, später weiter und schließlich auf null. 

Außerdem wird die Prüfquote des Medizinischen Dienstes, der die Abrechnungen der Kliniken kontrolliert, von 12,5 auf 25 Prozent steigen. Aus Sicht des gKU bedeutet das mehr Prüfaufwand und zusätzliche Bürokratie. 

Im Zuge der Einführung neuer Leistungsgruppen mussten die Kliniken allein innerhalb weniger Wochen 39 Gutachten des Medizinischen Dienstes bearbeiten. Woratsch sprach von einem „bürokratischen Wahnsinn“. Die Ergebnisse fielen für die Häuser in Oettingen, Nördlingen und Donauwörth überwiegend positiv aus.

Große Investitionen trotz angespannter Finanzlage

Trotz der angespannten Lage laufen an den Kliniken derzeit mehrere größere Bau- und Investitionsprojekte. In Donauwörth sind unter anderem eine neue Heizzentrale und der Anschluss an das Nahwärmenetz geplant. Der Klinikanteil beträgt dabei 2,98 Millionen Euro, davon werden 1,19 Millionen Euro Förderung erwartet. Für den Erweiterungsbau mit Fasttrack-Bereich und Intensivstation sind 15,3 Millionen Euro veranschlagt, davon sollen 9,95 Millionen Euro gefördert werden. 

In Nördlingen ist die Erweiterung des Herzkatheterlabors um einen zweiten Messplatz mit Kosten in Höhe von 4,3 Millionen Euro geplant. Dafür werden 2,3 Millionen Euro Förderung erwartet. Hinzu kommt eine Trafostation zur Stromversorgung der Klinik für 1,2 Millionen Euro. 

Landkreis hat weitere 1,5 Millionen Euro eingeplant

Im Dezember soll sich der Kreisausschuss erneut mit dem Thema beschäftigen. Vorsorglich hat der Landkreis 1,5 Millionen Euro für eine mögliche zusätzliche Bezuschussung des gKU im Haushalt eingeplant. Ob der Betrag ganz oder teilweise bereitgestellt wird, soll dann entschieden werden.

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