27. Februar 2019, 07:31

Ein Mehrgenerationenspielsplatz für Nördlingen

Diesen Entwurf präsentierte der Kreisfachberater Paul Buss dem Bau- Verwaltungs- und Umweltausschuss zur Errichtung eines Mehrgenerationenspielplatzes am Loderanger in Nördlingen. Bild: Stadt Nördlingen
In der Nördlinger Innenstadt gibt es noch drei Grünflächen. Eine davon ist der Loderanger zwischen Löpsinger Tor und Unterem Wasserturm. Auf der Fläche könnte ein Mehrgenerationenspielplatz entstehen. Das Konzept wurde gestern in einer Ausschusssitzung vorgestellt.

Der Stadtbaumeister Hans-Georg Sigel eröffnete den Tagesordnungspunkt mit einem kurzen Rückblick auf die bisherigen Überlegungen. Nach einem Vorschlag der CSU, einen Mehrgenerationenspielplatz am Hafenmarkt anzulegen, wurde die Verwaltung aktiv und stellte erste Überlegungen an.

Bei mehreren Ortsterminen zeigte sich die Grünfläche am Loderanger als am Besten geeignet. Nach Gesprächen mit dem Seniorenbeirat, der Lebenshilfe und dem Altenheim wurde das Thema intensiviert. Zuletzt wurde der Kreisfachberater Gartenkultur und Landespflege Paul Buss eingebunden, der ein Konzept erarbeite. Zudem signalisierte die Regierung von Schwaben einen Zuschuss in Höhe von 60% der förderfähigen Kosten. Oberbürgermeister Hermann Faul ging kurz auf die Sorgen der Anwohner ein. "Wir wissen, von den Sorgen der Anwohner und nehmen uns diesen an," so der Oberbürgermeister, der für den nächsten Tag ein Gespräch mit den Nachbarn ankündigte. „Mit diesem Termin heute wollen wir das Konzept vorstellen. Es wird keine Beschlussfassung geben. Die Frage ob ja oder nein wird sich in den Haushaltsberatungen für das Jahr 2020 entscheiden", so Faul weiter.

Die größte Grünfläche in Nördlingen

Der Entwurf von Paul Buss zeichnet sich durch eine kreative Wegführung aus. Buss beschreibt verglich das Konzept in seinen Ausführungen mit Zimmern, die entsprechend durch Grün abgegrenzt werden sollen. "Keiner möchte an Geräten turnen, wenn er dabei auf dem Präsentierteller sitzt," erklärte Buss. 

Neu entstehen soll ein Kleinkinderbereich. Aber auch die weiteren Spielgeräte müssen, meint Buss, erneuert werden. „Ein großer Spielturm in Form einer Burg oder einem anderen Ensemble aus Robinienholz ist das Herzstück des Spielbereichs“, erklärte Paul Buss. Einer der Wege solle eine Erhebung haben. „Das war ein expliziter Wunsch. Für Senioren ist hier die Möglichkeit, mit dem Rollator auch das Befahren von Erhebungen zu trainieren. Ein Tunnel als Spielfläche durch den Hügel rundet die Nutzung hier ab“, so die Planungen von Buss. Weiter plant Buss einen Bouleplatz, zahlreiche Sitzgelegenheiten und viele weitere Spielgeräte. „Die Geräte sollen von Jung & Alt genutzt werden können. Zuletzt brauchen wir viele Bäume, damit die Flächen auch im Sommer genutzt werden kann," so Buss abschließend.

Stellungnahmen der Fraktionen

Nach den Ausführungen des Kreisfachberaters erteilte Hermann Faul den Fraktionen das Wort. Jörg Schwarzer von der CSU ging kurz auf die wenigen noch verbliebenen Flächen in der Stadt ein und betonte die Wichtigkeit der Grünflächen. Der Stadtrat lobt die Idee, und zeigte Verständnis für die Sorgen der Anwohner hinsichtlich der Lärmthematik. Als Antragssteller bedankte sich Schwarzer, dass die Idee der CSU durch die Stadt so gut aufgenommen wurde. 

Johannes Ziegelmeier (PWG) findet es richtig und wichtig, die bestehenden Spielplätze zu entwickeln „Die Zeiten, wie Spielplätze genutzt werden haben sich geändert. Deshalb müssen die Nutzungen überdacht werden. Es geht nicht mehr nur ums Fußballspielen“, so der Stadtrat. 

Wolfgang Goschenhofer von den Grünen merkte an, dass die Idee aus dem Jahr 2015 von seiner Partei stammt und deshalb „stehen wir total hinter dieser Einrichtung,“ so Goschenhofer. Der Stadtrat kündigte aber an. dagegen zu stimmen, wenn  nicht mit den Anwohnern gesprochen wird. Zuletzt merkte er an, dass man auch an Menschen mit Einschränkungen bei Gehör und Sehfähigkeit denken sollte. „Dafür gäbe es Förderungen von bis zu 90%,“ so Goschenhofer. 

Rita Ortler von der SPD bedankte sich bei Paul Buss für die gute Arbeit, bemängelte jedoch das falsche Timing: „Wir sind alle dafür, dass hier was kommt. Aber wir hätten die Anwohner vorher mitnehmen müssen. Umso früher man mit den Anwohnern spricht, umso früher kann man Kompromisse eingehen.“ Ortler forderte außerdem, dass man nicht erst zu den Haushaltsberatungen 2020 darüber diskutieren sollte, sondern für dieses Jahr die Realisierung andenken sollte. 

Die letzte Wortmeldung in der Diskussion kam von Jürgen Mittring (Stadtteilliste). „Wir haben nun 9 Monate Zeit, um gemeinsam einen Weg zu finden, mit dem am Ende alle zufrieden sind. Auch die Anwohner“, zeigte sich Mittring optimistisch.