2. Dezember 2019, 09:59

Grüne diskutieren über Klimaschutz durch Kreislaufwirtschaft

Auf dem Bild zu sehen (von links): Albert Riedelsheimer und Rainer Stahl. Bild: Moritz Stahl
Oberbürgermeisterkandidat Albert Riedelsheimer begrüßte im Grünen-Büro in Donauwörth Rainer Stahl, den Geschäftsführer eines schwäbischen Recycling-Betriebs. Dieser referierte bei der gut besuchten Veranstaltung zum Thema „Klimaschutz durch Kreislaufwirtschaft“.

Der Referent machte auf die historische Entwicklung der Entsorgung aufmerksam: „Seit die Menschen sesshaft geworden sind, erzeugen sie Abfälle und stehen vor der Herausforderung einer umweltverträglichen Entsorgung.“ Mangelhafte Entsorgung führte bereits im Römischen Reich zu Problemen, im Mittelalter kam es dadurch immer wieder zu Seuchen.

In seinem Vortrag berichtete Stahl über die Anfänge und die Entwicklung einer geordneten Abfallentsorgung. Dabei stellte er auch die Grenzen des heute praktizierten Recyclings dar. Beispielsweise kritisierte er die unterschiedlichen Pfandsysteme für PET-Flaschen oder die unzureichende Lebensdauer oder Reparaturfähigkeit vieler Elektrogeräte. Aber auch das Konsumverhalten der Verbraucher in vielen Bereichen erschwert effizientes Recycling. Zu viele Güter werden im stetig wachsenden Online-Markt bestellt. Die daraus entstehende Verpackungsflut erfordert ständig mehr Aufwand bei der Sammlung der Abfälle, dabei entstehen zusätzliche Umweltbelastungen wie CO2-Emissionen und Feinstaub.

Stahl zeigte den notwendigen Wandel zu einer ressourcenschonenden und klimaneutralen Kreislaufwirtschaft auf. Insbesondere ist hier die Industrie gefordert, die durch recyclingfähiges Produktdesign die Weiter- und Wiederverwendung von Materialien gewährleisten muss. Denn „wenn aus einem Produkt Abfall wird, haben wir schlicht ein Qualitätsproblem“, so der Referent. Auch müssten die Hersteller quer denken und im Rahmen der Industrie 4.0 nicht nur über Digitalisierung sondern auch über den Einsatz zum Beispiel biologischer Rohstoffe nachdenken.

Auch die öffentliche Hand nimmt Stahl mit in die Verantwortung. Gerade bei der Errichtung neuer Gebäude sollte der spätere Rückbau aus den Perspektiven Recycling und Ressourcenschonung betrachtet werden. Er fordert nicht nur die Wiederverwendung der Materialien sondern sogar ganzer Komponenten.

Zum Abschluss der Veranstaltung machte Riedelsheimer nochmals die Bedeutung von Abfallvermeidung deutlich: „Dies ist mindestens genauso wichtig wie effektives Recycling. Außerdem sollten wir beim Kauf etlicher Produkte etwa bei Kleidung und Möbeln darauf achten, dass ihre Lebensdauer für einen längeren Zeitraum ausgerichtet ist.“