20. September 2019, 11:40

Jürgen Sorré will "Aufbruchstimmung" erzeugen

Peter Moll, SPD-Ortsvorsizender (l.), Brigitte Kundiger-Schmidt, SPD-Ortsvorsitzende (re.) und Ehefrau Claudia Sorré gratulieren Jürgen Sorré zur Kandidatur. Bild: Mara Kutzner
Einstimmig wurde Jürgen Sorré am Donnerstagabend als Oberbürgermeisterkandidat nominiert. Der politische Quereinsteiger wird als parteiloser Kandidat von der SPD ins Rennen geschickt.

Das Schützenheim "Adler" im Stadtteil Berg war bis auf den letzten Platz voll besetzt, als am Donnerstagabend dort die Nominierungsversammlung vom Donauwörther SPD-Ortsverband stattfand. An der Veranstaltung nahmen 16 wahlberechtigte SPD-Mitglieder teil. Sie wählten Sorré einstimmig zum OB-Kandidaten für die Kommunalwahl im März 2020. Insgesamt waren aber mehr als 60 Menschen anwesend, die sich offensichtlich für Jürgen Sorré, der bislang auf der politischen Bildfläche überhaupt nicht erschienen ist, interessierten. Denn Sorré ist in Donauwörth kein unbekannter. Beruflich ist er bei der Sparkasse Donauwörth tätig und leitet dort den Firmenkundenbereich. Der Familienvater ist gebürtiger Donauwörther, spielt Fußball bei den Donauwörther Mondspritzern und ist Jugendtrainer beim SV Wörnitzstein-Berg. 

Als die Nachfrage vom SPD-Ortsverband kam, ob sich Jürgen Sorré vorstellen könne, als OB zu kandidieren, habe er vor allem zugestimmt, weil auch seine Familie hinter dieser Entscheidung stehe, sagt Sorré bei seiner Nominierungsrede. Warum Sorré nicht auf der SPD-Liste kandidieren möchte, spricht er deutlich aus. Durch seine berufliche Tätigkeit bei der Sparkasse, welche zum Teil der Stadt Donauwörth gehört, bestünde ein Interessenskonflikt, wenn er neben seinem Beruf auch als Stadtrat tätig sei. Wenn er hauptamtlicher Oberbürgermeister werden sollte, kann er seinem eigentlichen Beruf nicht mehr nachgehen. 

Sorré stehe den Inhalten der SPD allerdings nahe und habe großes Interesse daran, dass die SPD stark im neuen Stadtrat aufgestellt sein wird. Als parteiloser und unabhängiger Kandidat "ohne Schubladendenken" macht er deutlich: "Unsere Stadt braucht dringend, dringend neue Impulse", und genau die wolle er als neuer Oberbürgermeister setzen. Denn dass er der "Mann aus der Wirtschaft" und der "Mann aus der Bürgerschaft" ist, sieht Sorré ganz und gar nicht als Nachteil. Genau das sei sein "Alleinstellungsmerkmal". Er selbst beschreibt sich als bodenständig, heimatverbunden, diplomatisch, verhandlungssicher und verantwortungsbewusst. 

Die Rolle des Oberbürgermeisters sieht Sorré in erster Linie als Repräsentant für die Stadt. "Der OB gibt die Visitenkarten für Donauwörth ab", sagt er. Aber auch als Chef im Rathaus und Leiter des Stadtrats müsse der OB Menschenkenntnis, Moderationskunst und Führungsqualitäten mitbringen. All das habe Sorré als Teamchef von 12 Mitarbeitern und bei seiner Tätigkeit im erweiterten Sparkassenvorstand bereits unter Beweis stellen können. 

Tour durch alle Stadtteile

Um in seinem Wahlprogramm genau die Themen zu treffen, die die Menschen bewegen, plant der Kandidat im September und Oktober Bürgerversammlungen in allen Stadtteilen. Dort wolle er das Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern aber auch Unternehmen, Vereinen und Organisationen suchen. Diese Impulse möchte Sorré dann in sein Wahlprogramm einfließen lassen. Seinem Wahlprogramm wird der OB-Kandidat aber selbstverständlich auch eine persönliche Note verleihen. Jürgen Sorré hat ein Leitbild 2030 erarbeitet. In 10 Jahren sieht er Donauwörth als "Leuchtturm" in Nordschwaben und als lebendige Stadt. Sie ist Heimat, in der man sicher und umweltbewusst lebt, egal in welchem Alter oder in welche Lebenssituation. Aber auch Soziale Fairness und unternehmerfreundliche Wirtschaftspolitik sowie ein Kultur- und Freizeitangebot als überregionaler Anziehungspunkt für Touristen und neue Mitbürger seien die Säulen der Stadtgemeinschaft.

Um das zu erreichen nennt Sorré einige Eckpunkte, die ihm für sein Wahlprogramm wichtig sind. So möchte er zum Beispiel ausreichend bezahlbaren Wohnraum schaffen. Das Konversionsgelände sei ein "gigantisches Baugebiet", das nicht exklusiv, sondern für alle Bürger der Stadt sein soll. Außerdem möchte Sorré die Innenstadt lebendiger gestalten. "Das wird ein dickes Brett", gibt er zu. Das Tanzhaus sei dafür "eine der letzten Chancen, wenn es clever gelöst wird", sagt der Kandidat. Ihm erscheine ein Abriss und ein Neubau mit gleicher Fassade am sinnvollsten und sagt außerdem: "Ich weiß nicht, ob wir im Tanzhaus einen Stadtsaal brauchen". Lieber würde er an geeigneter Stelle eine Veranstaltungshalle bauen und das Tanzhaus als Museumsstandort und für moderne Gastronomie nutzen.