Statement

Machtdemonstration? Kaisheims Bürgermeister Strobel bezieht Stellung

Kaisheims Bürgermeister Andreas Strobel Bild: Thomas Oesterer
Nach der Gemeinderatssitzung am Mittwoch kam es zu harter Kritik an der CSU, die alle drei Bürgermeister stellt. Dazu hat Bürgermeister Andreas Strobel nun Stellung bezogen und seine Sicht der Dinge erklärt.

Es waren harsche Worte, die nach der konstituierenden Gemeinderatssitzung in Kaisheim am Mittwoch in Richtung der CSU und des neuen Bürgermeisters Andreas Strobel abgegeben wurden. Während Alfred Melch von den Grünen von einer „Machtdemonstration“ der CSU und PWG sprach, stellte die Freie Bürgerstimme (FBS) sogar die grundlegende Amtsführung des neuen Bürgermeisters in Zweifel: „Zwischen den Versprechen des Wahlkampfs und den tatsächlichen Machtverhältnissen im neuen Gemeinderat liegt offenbar bereits zu Beginn der Legislaturperiode eine deutliche Lücke.“

Grund der schweren Vorwürfe waren die Wahlen der stellvertretenden Bürgermeister, die mit Silke Färber (2. Bürgermeisterin, auf Vorschlag der PWG) und Matthias Roßkopf (3. Bürgermeister) ebenfalls von der CSU gestellt werden.

Keine Absprachen zwischen CSU und PWG

Von unserer Redaktion auf die Reaktionen angesprochen, stellte Bürgermeister Andreas Strobel jedoch klar: „Die Thematik Machtdemonstration kann ich gänzlich von uns weisen. Es gab vorab keine Absprache mit der PWG.“ Vielmehr hätten Strobel und die CSU einen Stellvertreter aus der PWG selbst bevorzugt. „Man hatte es in Vorabgesprächen der PWG angeboten, dass man das unterstützen würde, weil wir den 2. Bürgermeister nicht von der CSU wollten. Die PWG ist nach dem Wahlergebnis die zweitstärkste Gruppierung im Gemeinderat.“

Aus CSU-Sicht hätte man sich unter anderem Manfred Blaschek von der PWG gut vorstellen können. „Aber die PWG wollte keines dieser Ämter beanspruchen und die Verantwortung nicht übernehmen – aus Gründen, die ich nicht im Detail weiß. Das sind wohl persönliche Gründe, die muss man respektieren.“

Ein Neuanfang mit einer unbelasteten Stellvertreterin

Zur Wahl selbst sagte Andres Strobel, dass es mit Silke Färber und Franz Rotzer zwei Alternativen gegeben habe und das Ergebnis sehr eindeutig ausgefallen sei. „Von der FSB wird immer ein Neuanfang ins Feld geführt. Die Mehrheit der Stimmen war der Meinung, dass der Neuanfang mit einer unbelasteten Person im Bürgermeisteramt gelingt.“ Generell wurde von Andreas Strobel das Thema Neuanfang als zentrales Anliegen ausgemacht. „Ein unbelasteter Neuanfang ist von allen Seiten gewünscht, auch von mir“, betonte Kaisheims Bürgermeister und fügte hinzu: „Den verkörpert Silke Färber (erstmals in den Gemeinderat gewählt, Anm. d. Red.), da sie keine Altlasten mit herumtragen muss.“

Auch bei der Wahl zum dritten Bürgermeister wäre die CSU mit einem anderen Kandidaten mitgegangen, wenn dieser mehrheitsfähig gewesen wäre. „Aber der war nicht da. Es gab nur zwei Personen, die zur Verfügung standen, Markus Kristen (Grüne, Anm. d. Red.) und Matthias Roßkopf (CSU, Anm. d. Red.). Man hat es am Ergebnis gesehen, dass im Gremium das Vertrauen gegenüber Matthias Roßkopf stärker vorhanden ist.“

Volle Transparenz von Bürgermeister Andreas Strobel

Dennoch will Andreas Strobel in dieser besonderen Konstellation darauf achten, dass es keinerlei Anschein von Parteipolitik gebe. Daher wolle er auch alle Fraktionen in Entscheidungen einbeziehen. In regelmäßigen Treffen der Fraktionsvorsitzenden sollen alle Themen besprochen werden, um maximale Transparenz zu schaffen. „Wir sind der Gemeinde verpflichtet. Ich werde als Bürgermeister der Marktgemeinde mit dem Fakt drei CSU-Bürgermeister sehr sensibel umgehen. Es darf niemals der Anschein erweckt werden, dass hier irgendwas missbraucht wird oder in eine falsche Richtung läuft.“

Redakteur. Unterwegs für blättle und online. Geboren in Augsburg ist er über Freiburg, Wien und München endlich im schönen Donau-Ries angekommen. Hier hat er besonders die Themen Kunst, Kultur, Geschichte und Sport im Blick.

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