Mona Neubaur, die ehemalige Landesvorsitzende der Grünen in NRW, sprach bei einem Klima-Frühstück über die Energiewende und ihre Zusammenarbeit mit der CDU. Der Grüne Ortsverband Rain und Umgebung hat in den Landgasthof Schwarzwirt eingeladen, um sich mit Bürgerinnen und Bürgern im Wahlkampf auszutauschen und gleichzeitig den erfolgreichen Einsatz für die Menschen der grünen Ministerin sichtbar zu machen, die im Rainer Stadtteil Oberpeiching aufgewachsen ist.
Neubaur lobte die gemütliche Atmosphäre und schloss an, dass in diesen Stunden alle in Gedanken bei den Angriffen im Nahen Osten seien. Die Bedrohung sei groß. Umso mehr gelte es Energiegewinnung vor Ort voranzutreiben und die Abhängigkeit Deutschlands von Rohstoffimporten zu senken. „Wir geben rund 80 Milliarden Euro jährlich für Rohstoffe aus dem Ausland aus“, sagte sie. Entkoppelt von teuren fossilen Importen könne eine Region mehr eigenen Wohlstand, regionale Wertschöpfung und Einnahmen für die Daseinsvorsorge in den Kommunen erzeugen. Dafür brauche es aber einen klaren politischen Rahmen, der nicht über die Köpfe der Kommunen entschieden werde. „Neue Solaranlagen und Windkraftanlagen sichern Unabhängigkeit vom Mullah-Regime und Autokraten“ laute der Weg.
Nordrhein-Westfalen war 2025 das Land mit dem größten Windkraftzubau. „Wir haben unsere Energieversorgung diversifiziert, erneuerbare Energien entschlossen ausgebaut und unsere Abhängigkeiten reduziert.“ Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Klimaschutz gehörten dabei untrennbar zusammen. „Energiepolitik ist Standortpolitik“ legt Neubaur dar. Deutlich fordert Mona Neubaur stärkere Möglichkeiten zur Bürgerbeteiligung. Sie hat einen Bürgerenergiefonds eingerichtet und unterstützt damit Bürgerenergieprojekte in der Planung gezielt. Mehrfach stellt sie klar: Union und Grüne können fair zusammenarbeiten. Wer Grüne verunglimpft, handle verantwortungslos und disqualifiziere sich selbst.
Landratsabgeordnete Eva Lettenbauer meldet sich zu Wort
Neubaur betonte außerdem die Bedeutung politischer Teilhabe von Jung und Alt und verwies auf die demografischen Herausforderungen: „Dieses Jahr werden in Deutschland doppelt so viele Menschen 60 wie geboren werden.“ Wer heute über Klimaschutz diskutiere, müsse sich bewusst sein, dass die Entscheidungen für die Kinder und Enkel getroffen würden. Politik müsse Gemeinsinn schaffen. Ein weiterer Appell: „Gerade in Zeiten großer Umbrüche brauchen wir mehr Frauen in Führungspositionen in der Politik wie in der Wirtschaft.“
Landtagsabgeordnete Eva Lettenbauer aus Daiting hob die Chancen einer aktiven Energiewende für die Region hervor. Dies seien finanzielle Sicherheit und Gesundheit für die Menschen und Wirtschaftskraft. Sie betonte ebenfalls die Einnahmen für und die Zusammenarbeit mit Kommunen. Entsprechend müssten Windvorrangflächen nicht im stillen Kämmerlein festgelegt werden, sondern in enger Abstimmung mit den betroffenen Gemeinden, Menschen und Landwirten. Albert Riedelsheimer, Sozialarbeiter aus Donauwörth, stellte sich den Anwesenden als Kandidat für das Amt des Landrats vor. Als jemand, der die Sorgen und Nöte der Menschen in dieser Region aus erster Hand kennt, setze er auf Bürgernähe und pragmatische Lösungen.
Rund 50 Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, sich direkt mit den Politikerinnen und Politikern auszutauschen. Katrin Streicher, Sprecherin des Ortsverbands Rain und Umgebung, stellte im Verlauf der Veranstaltung die Schwerpunktthemen in Rain von Sicherheit für Rad- und Fußgängerinnen bis zum Trinkwasserschutz vor. Sie zeigte sich begeistert vom Interesse: „Der persönliche Austausch ist uns besonders wichtig. Hier vor Ort werden die Weichen für eine lebenswerte Zukunft gestellt im Dialog mit den Menschen.“ (dra)