4. Juni 2020, 11:48

MdL Fackler zum Thema Energiewende

MDL Wolfgang Fackler Bild: privat
Der CSU-Stimmkreisabgeordete Wolfgang Fackler hat die beiden Auftritte des neu gegründeten „Bündnisses für Erneuerbare Energie“ vor der CSU-Geschäftsstelle in Donauwörth sowie die Leserbriefe (DZ vom Samstag 30. Mai) zum Anlass genommen, um seine Sicht der Dinge darzustellen.

„Die Diskussion zeigt, dass wir beim Thema Energiewende eine selektive Wahrnehmung erleben, weil über die Regeln der Technik und der Wirtschaftlichkeit offensichtlich niemand spricht", so MdL Fackler. Als Beispiel führt er die derzeitige Situation der Stromversorgung an: Demnach verfügt Bayern laut aktuellen Zahlen des Wirtschaftsministerium über eine installierte Gesamtleistung von circa 29,5 Gigawatt (GW). Zu dieser Gesamtleistung tragen unter anderem die Photovoltaik (PV) mit 13 GW, die Windkraft mit 2,6 GW und die 2023 auslaufende Atomenergie mit 2,7 GW bei. Die Höchstlast in Bayern liegt gleichzeitig bei etwa 12 bis 13 GW, um den erforderlichen Strombedarf zu erzielen.

„Diese Zahlen zeigen, dass man bilanziell bereits heute durch den bisherigen Ausbau von Windenergie und Photovoltaik den bayerischen Bedarf decken könnte. Das ist eine positive Entwicklung, die selbstverständlich fortgesetzt werden muss. Der Freistaat Bayern baut deshalb ab 1. Juli die Freiflächen-Photovoltaik kraftvoll aus. Dennoch dürfen wir den entscheidenden Unterschied zwischen installierter Leistung und gesicherter Leistung nicht ausblenden“, erklärt MdL Fackler. 

Die gesicherte Leistung der Photovoltaik liegt nämlich laut der Übertragungsnetzbetreiber bei null Prozent und bei Windkraft (onshore) bei gerade mal einem Prozent. „Diese Annahmen zeigen, dass wir ausschließlich mit Wind und PV also nie eine gesicherte Stromversorgung aufbauen können, egal wie viel noch weiter ausgebaut wird. In der Konsequenz entsteht damit ein technisches Versorgungsproblem, das durch die Erzeugungsvolatilität auf der einen und die Verbraucherunflexibilität auf der anderen Seite verstärkt wird“, so der Abgeordnete. Damit meint der Abgeordnete, dass der Verbraucher den Strom nach seinen Bedürfnissen abruft, was nicht automatisch dann zum gleichen Zeitpunkt ist, wenn er erzeugt wird. Die Kostenentwicklung kenne damit nur die Richtung nach oben. 

„Deshalb braucht es für Windflauten, sonnenarme Tage oder Nachts tragfähige Lösungen zum Speichern, denn nur so wird die Energiewende zur Revolution“, so MdL Fackler und nennt hier die Ansätze Batterien, Wasserstoff, Power-to-Gas. Die „bayerische Wasserstoffstrategie“ soll 50 Millionen Euro für Forschung und Förderung umfassen. „Leider kommt derzeit die klassische Speicherung wegen Umwandlungsverlusten an ihre Grenzen, vor allem wenn es darum geht, große Energiemengen über einen langen Zeitraum zu speichern. Gleichzeitig sind die Kosten drei- oder viermal so hoch wie der reguläre Gaspreis, so dass eine Marktreife Stand heute illusorisch wirkt“, fasst MdL Wolfgang Fackler zusammen.

Er fordert deshalb nicht nur Ziele in eine Diskussion einzubringen, sondern auch realistische Wege aufzuzeigen unter Beachtung von technischen und wirtschaftlichen Aspekten ohne ideologische Brille. (pm)