2. Oktober 2019, 13:35

Donauwörth noch nicht als "Fahrradfreundliche Kommune" ausgezeichnet

Start zur Fahrradroute durch das Stadtgebiet im Rahmen der Hauptbereisung der AGFK am 1.10.2019 in Donauwörth. Bild: Annegret Feist
Bei der gestrigen Hauptbereisung einer Jury der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern konnte das Zertifikat als „Fahrradfreundliche Kommune“ noch nicht erreicht werden, es wurde aber für das kommende Jahr in Aussicht gestellt.

Dieses Jahr hat es noch nicht geklappt, doch für das kommende Jahr hat die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern e.V. (AGFK) der Stadt Donauwörth das Zertifikat als „Fahrradfreundliche Kommune“ in Aussicht gestellt. Zu diesem Ergebnis kam die Jury der Arbeitsgemeinschaft gestern im Rahmen ihrer „Hauptbereisung“: Bei diesem Termin prüft die AGFK in regelmäßigen Abständen alle ihre Mitglieder im Hinblick auf deren Anstrengungen für den Radverkehr und auf die Voraussetzungen, das Zertifikat zu erhalten. Die Stadt Donauwörth hat sich der Arbeitsgemeinschaft vor vier Jahren angeschlossen und seitdem die Förderung des Radverkehrs durch verschiedene Maßnahmen verstärkt. Oberbürgermeister Armin Neudert: „Nach der grundlegenden Neuausrichtung und Ausweitung des Stadtbusverkehrs vor acht Jahren, als bewusste Alternative zum Auto, wollen Stadtrat und Stadtverwaltung als weitere wichtige und zukunftsgerichtete Säule der Mobilität den Radverkehr stärken. Das geschieht durch konkrete Maßnahmen, es bedarf aber auch eines Mentalitätswandelns beim Thema „Verkehr“, dem wir uns durch unsere Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft als bewusste Entscheidung auch verpflichtet sehen“.

Der Termin gestern in Donauwörth bestand aus einer Fahrt durch das Stadtgebiet, selbstverständlich per Rad, und einer Besprechung der durchgeführten und angestoßenen Maßnahmen. Positiv würdigten die Prüfer bei ihrer Bestandsaufnahme gestern, dass der Stadtrat ein Radverkehrskonzept in Auftrag gegeben hat und bereits eine Fahrradabstellplatzsatzung erlassen hat. Auch dass das Stadtradeln mit steigender Teilnehmerzahl zum inzwischen 4. Mal durchgeführt wurde, war ein Pluspunkt, ebenso wie der städtische Einsatz für mehr Fahrradabstellplätze: Neue Möglichkeiten wurden beispielsweise am Münsterplatz und am Heimatmuseum bereits geschaffen, weitere sollen folgen. Als besonders wichtig wertete die Jury die Arbeitsgruppe Radverkehr: Ein regelmäßiger Austausch von Mitgliedern des Stadtrates, der Verwaltung, der Polizei und des ADFC bei dem alle Themen und Ideen zum Radverkehr auf den Tisch kommen und zur weiteren Beratung und Beschlussfassung auch in die Gremien des Stadtrates weitergeleitet werden.

Bei der gestrigen Hauptbereisung fassten die Prüfer aber auch Mängel zusammen, die letztlich den Ausschlag dafür gaben, das Zertifikat „Fahrradfreundliche Kommune" in Bayern dieses Jahr noch nicht zu verleihen. Der stärkste Kritikpunkt: Fehlende oder lückenhafte Beschilderung von Radfahrwegen, die insbesondere für auswärtige Radler hinderlich seien. Ziel solle es sein, das Radewegenetz im Stadtbild sichtbarer zu machen. Hier habe sich seit dem Beitritt zur Arbeitsgemeinschaft im Jahr 2015 zu wenig bewegt. Einbahnstraßen sollen soweit möglich für den Radverkehr in beide Richtungen geöffnet werden. Und ein neues Radverkehrskonzept ist zwar beauftragt, es soll aber mindestens eine neue Maßnahme daraus bis Mitte kommenden Jahres umgesetzt werden, damit Donauwörth das Zertifikat dann 2020 erhalten kann – dies dann sogar ohne erneute Bereisung.

Oberbürgermeister Armin Neudert wertete dieses Ergebnis als Ansporn, den eingeschlagenen Weg weiterzuverfolgen: „Wir sind der Arbeitsgemeinschaft beigetreten, um an der Fahrradfreundlichkeit unserer Stadt zu arbeiten, weil uns bewusst ist, dass hier gehandelt werden muss. Das ist eine Aufgabe für nahezu alle Kommunen - Donauwörth gehören zu denjenigen, die der Arbeitsgemeinschaft beigetreten sind, wir wollen als nächstes Ziel die Zertifizierung erreichen und wir wissen jetzt, dass wir auf einem guten Weg dafür sind.“ Er dankte zugleich der Jury für ihr Kommen, ebenso wie Umweltreferent und Mitglied der Arbeitsgruppe Radverkehr, Albert Riedelsheimer: „Es ist ein gutes Ergebnis, mit dem wir umgehen können. Wichtig ist für uns auch immer der Blick von außen, wir bleiben dran, und von daher war die Bereisung heute eine gute Anregung.“

Die gestern nach Donauwörth gereiste Jury bestand unter anderem aus der Geschäftsführerin des AGFK, Sarah Guttenberger, Baurat Martin Singer aus dem Bayerischen Verkehrsministerium, Mdl Wolfgang Hauber und Klaus Helgert vom ADFC. Den Vorsitz führte MdL Wolfgang Hauber.
Ein Grußwort sprach MdL Eva Lettenbauer und lobte die Stadt dabei als „einige der wenigen Kommunen im Umkreis, die sich darum bemühen, einen Zertifizierung zu erhalten. Damit zeigt die Stadt, dass es keine unmögliche Idee oder Aufgabe ist, den Radverkehr zum Thema zu machen“. (pm)