12. März 2020, 15:14

125 Jahre Raiffeisen in Rohrbach und Schaffhausen

Für die Vereine aus Rohrbach und Schaffhausen gab es Spenden zum Genossenschaftsjubiläum. Von links: Gerhard Hubel (Aufsichtsratsmitglied RVB Ries eG), Karl Gnugesser (Schützenverein), Jürgen Wiedenmann (FFW Rohrbach), Karl Wiedenmann (Krieger- und Soldatenverein), Heiko Götz (FFW Schaffhausen), Rolf Winter (Posaunenchor) und Vorstandsmitglied Bernhard Ströbele. Bild: Christina Zuber, RVB Ries eG.
„Wo bin ich stehen geblieben?“, fragt Vorstandsmitglied Bernhard Ströbele. „Geschenke“, ruft jemand Richtung Rednerpult im Rohrbacher Gemeindehaus und erntet die Lacher der rund 70 Mitglieder der Raiffeisen-Volksbank Ries. Ja richtig, wer Geburtstag feiert, darf sich über Geschenke freuen. Aber zuerst blickt Ströbele noch zurück auf die 125 Jahre der Genossenschaft in Rohrbach und Schaffhausen.

Am 22. Dezember 1895 trafen sich Rohrbacher und Schaffhausener und gründeten ihre Genossenschaft. Über die ersten Jahrzehnte gibt es, so bedauerte Ströbele in seiner Festrede, leider keine Aufzeichnungen. Die Protokollbücher ab den 1950er-Jahren liegen jedoch vor. Bis dahin hatte der Darlehenskassenverein Schaffhausen-Rohrbach schon ein Auf und Ab erlebt: zwei Weltkriege, Geldentwertung, Neuanfang. Zusammen und nach dem Raiffeisen-Grundsatz „Einer für alle, alle für einen“ habe die Genossenschaft aber erfolgreich gewirtschaftet, Geld der Sparer angelegt, Kredite für Investitionen ausgegeben und gemeinsam Waren wie Saatgut und Düngemittel bezogen. Mit kleinen Anekdoten machte Ströbele die Geschichte lebendig: 1954 wurde eine Schreibmaschine und ein Tresorschrank gekauft, 1961 erhielten zwei Genossenschaftsmitglieder 7 Mark Verpflegungsgeld für die Fahrt zum Verbandstag nach München. Für die Mitglieder wurde eine Unkrautspritze, eine Strohseilmaschine und zwei Walzen angeschafft. 1966 war wohl ein besonders gutes Jahr. Der Rechner erhielt 100 D-Mark Weihnachtsgeld. Die Generalversammlung beriet darüber, ein eigenes Geschäftszimmer für den Rechner einzurichten. Üblicherweise fanden damals Service und Beratungen im Wohnzimmer des Rechners statt. Denn eins war unübersehbar: Die Anforderungen, fachlich und technisch, wurden immer größer, 1968 wurde erstmals über mögliche Fusionen und Bündelung der Kräfte gesprochen. Am 24. März 1970 verschmolz die Raiffeisenkasse Schaffhausen-Rohrbach schließlich mit der Raiffeisenkasse Mönchsdeggingen. Die Versammlung leitete Vorstand Gottfried Strauß im Gasthaus Haller. In den Vorstand der Raiffeisenkasse Mönchsdeggingen wurden Konrad Rauter aus Rohrbach und in den Aufsichtsrat Friedrich Rauter aus Schaffhausen entsandt.

Stichwort „Geschenke“: Beim Jubiläumsabend waren von den rund 150 Mitgliedern aus beiden Ortschaften rund 70 anwesend. Viele von ihnen sind in den Vereinen aktiv. Um deren Engagement für die Gemeinschaft und kulturelles und sportliches Miteinander zu unterstützen, überreichte Bernhard Ströbele an fünf Vereine jeweils 250 Euro Spenden. Er dankte allen, die sich vor Ort für die Genossenschaft und das Gemeinwesen engagieren. Der Schützenverein Edelweiß, die Feuerwehr Schaffhausen und der Krieger- und Soldatenverein besorgen neue Vereinstrikots und -kleidung, die Feuerwehr Rohrbach setzt das Geld für ein Coaching des Nachwuchses ein. Der Posaunenchor investiert die Spende in neues Notenmaterial. (pm)