Arbeitsmarkt

Arbeitslosenquote sinkt auf 2,0 Prozent

Bild: DRA
Im Frühjahr geht die Arbeitslosigkeit in der Regel zurück. „In diesem Jahr war der saisonale Effekt im April vergleichsweise gering. Die Arbeitslosenquote sank auf 2,0 Prozent im Landkreis Donau-Ries. Im März lag sie noch bei 2,1 Prozent. Aktuell sind 1.620 Menschen arbeitslos gemeldet, das sind 77 weniger als vor einem Monat“, berichtet Richard Paul, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Donauwörth.

Allerdings ist im Vergleich zum Vorjahresmonat die Arbeitslosenzahl um 279 oder 20,8 Prozent gestiegen. Größere Sorgen bereitet die Situation dem Agenturleiter allerdings derzeit nicht. „Der Markt ist grundsätzlich robust. Die Unternehmen melden uns weiterhin einen hohen Arbeitskräftebedarf. Die Anzahl der neu gemeldeten bzw. der Bestand offener Stellen ist weiterhin sehr hoch. Rund vier Fünftel dieses Anstiegs ist auf die Registrierung arbeitsloser ukrainischer Geflüchteter zurückzuführen. Die ukrainischen Arbeitslosen, die fast alle im Jobcenter Donau-Ries (Rechtskreis SGB II) betreut werden, sind auch der wesentliche Treiber für die gestiegene Arbeitslosigkeit im Bereich der Bürgergeldbezieher. Insgesamt ist im Vergleich zum Vorjahresmonat der Bestand an Arbeitslosen im Jobcenter um rund 43 Prozent angewachsen. In der Arbeitslosenversicherung (Arbeitsagentur) ist die Zahl der Arbeitslosen von April 2022 auf April 2023 geringfügig um 14 oder 1,9 Prozent gestiegen“, erläutert Richard Paul.

Von den im April 2023 insgesamt 1.620 arbeitslos gemeldeten Menschen waren 737 (minus 47 im Vergleich zum Vormonat) bei der Arbeitsagentur und 883 (minus 30 im Vergleich zum Vormonat) im Jobcenter Donau-Ries registriert.

Gemeldete Arbeitsstellen

Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist weiterhin hoch. Von den Arbeitgebern wurden 280 neue Arbeitsstellen gemeldet. Im Stellenpool der Arbeitsagentur sind für den Landkreis Donau-Ries derzeit 1.681 freie Arbeitsstellen (14 weniger als vor einem Monat und 83 weniger als im Vorjahr).

Für 1.170 Stellen werden Arbeitnehmer oder Arbeitnehmerinnen in Vollzeit und für 137 in Teilzeit gesucht. Bei 374 Stellen ist eine Beschäftigung in Vollzeit oder Teilzeit möglich. Rund 24 Prozent der offenen Stellen entfallen auf Personaldienstleister.

Von den gemeldeten offenen Stellen waren 60 Prozent auf Facharbeiterniveau, 22 Prozent für Spezialisten/Experten und 18 Prozent für Helferjobs ausgeschrieben.

TOP 10 Bereiche, in denen Personal gesucht wird: Lager, Verkauf, Maschinenbau, Kraftfahrzeugtechnik, Büro- und Sekretariat, Berufskraftfahrer, Maschinen- und Anlagenführer/innen, Bediener Hebeeinrichtungen, Post- und Zustelldienste und im Bereich Sanitär- Heizungs- und Klimatechnik.

Ausbildungsmarkt

Die Aktivitäten am regionalen Ausbildungsmarkt laufen unvermindert auf Hochtouren. Seit Beginn des Berichtsjahres am 01.10.2022 meldeten sich 759 Bewerber, die eine Berufsausbildung anstreben. Von den Betrieben wurden im gleichen Zeitraum 1.424 offene Ausbildungsstellen gemeldet. Im April standen 232 bisher unversorgte Ausbildungssuchende insgesamt 833 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber. Rein rechnerisch entfallen auf einen Ausbildungssuchenden 3,6 Lehrstellen.

„Einerseits eine angenehme Wahlsituation für die künftigen Azubis, andererseits aber auch ein deutlicher Hinweis, dass hier für die Betriebe ein Engpass besteht“, erläutert der Agenturchef. „Jede Person, die sich für eine Berufsausbildung entscheidet, ob Jugendlicher oder Erwachsener, verringert erheblich das Risiko in seinem Berufsleben arbeitslos zu werden. Fachkräfte werden nicht nur aktuell dringend von den Arbeitgebern gesucht, auch in Zukunft ist ein erfolgreicher Berufsabschluss die beste „Versicherung“ einen gut bezahlten Arbeitsplatz zu haben. Wir von der Arbeitsagentur unterstützen gerne auch Erwachsene, die diesen Schritt wagen.“ (pm)