Ralf Fischer, Abteilungsleiter Produktion von der Fa. Appl, Wemding. Bild: Inge Großkopf
Rund 70 Menschen besuchten die zweite große Jobbörse für Geflüchtete in Donauwörth. Geflüchtete erhalten hier einen unkomplizierten Zugang zu regionalen Arbeitgebern, die auf der Suche nach Personal sind.

Einerseits suchen Arbeitgeber händeringend nach Arbeitskräften. Andererseits gibt es im Landkreis Donau-Ries auch viele Geflüchtete die Arbeit suchen. Deshalb hat das Jobcenter Donau-Ries und die Agentur für Arbeit Donauwörth erneut 10 Arbeitgeber aus dem Landkreis und zahlreiche Arbeitsuchende mit Fluchthintergrund, insbesondere aus der Ukraine, eingeladen.

„Wir sind sicher, dass hier einige Arbeitsverhältnisse durch die direkten persönlichen Kontakte entstehen“, so Julia Arnold, stellvertretende Geschäftsführerin des Jobcenter Donau-Ries. Denn Arbeitskräfte werden dringend benötigt. „Viele Menschen mit Fluchthintergrund wollen arbeiten“, sagt sie. „Ein großes Problem ist aber oft die sprachliche Hürde im normalen Bewerbungsprozess.“

Hier setzt die Jobbörse an: „Wir haben mit der Veranstaltung ein unkompliziertes Angebot geschaffen, damit Arbeitssuchende einfacher, ohne die große Hürde des Bewerbungsverfahrens, mit Firmen ins Gespräch kommen können“, sagt Norbert Gehring, operativer Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Donauwörth. Berufliche Integration ist laut Gehring der Schlüssel für eine erfolgreiche Eingliederung in unsere Gesellschaft und den weiteren Spracherwerb.

Es fanden rege Gespräche statt, auch wenn es öfters Sprachprobleme gab. Hierfür wurden von Seiten des Job-Centers Dolmetscher zur Verfügung gestellt. Auch verschiedene Übersetzungs-Apps dienten zur Unterstützung. Hilfreich war auch, dass es bei einigen Arbeitgebern auch Personalverantwortliche gab, die die Heimatsprache der Geflüchteten beherrschen. Notfalls half die Übersetzungs-App am Handy oder mit Hilfe von Dolmetschern war eine Verständigung möglich. Hilfreich war auch, dass einige Personalverantwortliche die Sprache der Geflüchteten aus der Ukraine beherrschten.

Neugierig auf die Jobbörse war Ralf Fischer, Abteilungsleiter Produktion von der Fa. Appl, Wemding. Zum ersten Mal nahm er die Möglichkeit war, auf diesem Weg Mitarbeiter für die Produktionsarbeit zu suchen. Nach dem Vormittag war er überzeugt, dass Potential bei den Eingeladenen vorhanden ist. Auch wenn am Ende der Gespräche nur 2 Personen in die engere Wahl gekommen sind, hofft er auf weitere Bewerbungen. Wir suchen vor allem Mitarbeitende in Vollzeit für die Schichtarbeit, die bereits einen technischen Berufshintergrund haben. Mit entsprechendem Engagement haben unsere Mitarbeitenden die Chance einen online Deutschkurs zu besuchen, sie können sich beruflich weiterentwickeln oder einen Berufsabschluss nachholen. Arbeiten und Lernen ist eine tolle Kombination“, wirbt Fischer für seine Firma. „Auch suchen wir Studenten für den dualen Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen und freuen uns über jede Bewerbung.“

Der Geschäftsführer der Fa. Kartoffel-Centrum Bayern aus Rain, Josef Färber war zum ersten Mal bei einer Jobbörse. „Bei uns reichen Grundkenntnisse in der deutschen Sprache für die Arbeit. Aktuell suche ich Produktionshelfer im Schichtbetrieb. Bei der Jobbörse konnte ich bereits mit zwei Bewerbern einen konkreten Termin zum Probearbeiten vereinbaren“.

Insgesamt wurden an diesem Tag zahlreiche weiterführende Vorstellungsgespräche und konkrete Termine zum Probe arbeiten vereinbart. Und das erfreulichste ist natürlich, dass es durch die Jobbörse direkt auch zu einer Einstellung kam. Sowohl die Firmenvertreter als auch Rosemarie Kramer, Teamleiterin für die Arbeitgeberbetreuung waren mit diesem Ergebnis recht zufrieden und hoffen, dass noch mehr Geflüchtete aufgrund der Initiative der Jobbörse demnächst einen Arbeitsvertrag bekommen. (pm)