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Sebastian Schwab (Bild: Jens Rötzsch)

Auf ein Tässchen mit … dem Musiker, Komponist und Dirigent Sebastian Schwab aus Donauwörth

Im aktuellen blättle dreht sich alles um das große Titelthema Musik. Daher haben wir in unserem Regionalgespräch mit dem Musiker, Komponisten und Dirigenten Sebastian Schwab (24 Jahre) aus Donauwörth gesprochen. Hier lest ihr die Kurzsversion mit 10 aus insgesamt 50 Fragen.

1 Guten Morgen Herr Schwab. Vielen Dank, dass Sie sich Zeit für unser Regionalgespräch nehmen. Es steht immer unter dem Motto „Auf ein Tässchen…“. Was darf es für Sie sein: Tässchen Tee oder Tässchen Kaffee?
Espresso.

2 Sie haben schon mit fünf Jahren angefangen Geigenunterricht zu nehmen. Wie kamen Sie in diesem jungen Alter zu diesem Instrument?
Meine Schwester, die fünf Jahre älter ist als ich, nahm Geigenunterricht. Ich habe es mir wohl bei ihr abgeschaut. Außerdem fing mein Freund dann auch an, Geige zu spielen. Anfangs kam ich also vermutlich zur Geige, weil meine Schwester sie spielte. Ich kannte ja nicht so viele Instrumente. Die Geige ist ein spannendes Instrument, sie erfordert eine hohe Körperkoordination, das hat mich auch begeistert.

3 Wann wussten Sie, dass Sie einen musikalischen Beruf ergreifen wollen?
Ganz sicher wusste ich das mit dreizehn Jahren. Da wurde ich Jungstudent in München und als solcher wird man schon wie ein vollwertiger Musiker behandelt. Da kommt man auch schon mit vielen professionellen Musikern zusammen und möchte dann auch so werden.

4 Geige, Komponieren, Dirigieren, was hat Vorrang?
Geige spielen ist etwas in den Hintergrund getreten. Komponieren und Dirigieren halten sich etwa die Waage. Während der Spielpausen komponiere ich mehr, jetzt in der Spielzeit dirigiere ich mehr. Ich gebe auch noch ein paar Geigenkonzerte, aber mein Geld verdiene ich mit dem Dirigieren.

5 Sie studieren in München und sind für Engagements viel unterwegs. Kommen Sie noch oft nach Donauwörth und wenn ja, was machen Sie dort am liebsten?
Meine Familie lebt ja hier, daher komme ich immer wenn es passt nach Donauwörth. Hier bin ich gerne mit der Familie zusammen. Ich kann hier auch gut komponieren, aber oft genieße ich auch einfach die Freizeit.

6 Sie haben bereits mit dem berühmten griechischen Komponisten Mikis Theodorakis (92 Jahre) zusammen gearbeitet. Wie kam es dazu und wie war diese Zusammenarbeit?
Damals war ich 18 Jahre alt, und mein Lehrer hat den Kontakt hergestellt. Es wurde für das Projekt echowand ein junger Komponist gesucht und mein Lehrer hat mich gefragt, ob ich Interesse daran hätte und mich dann empfohlen. Mikis Theodorakis ist trotz seines Alters sehr jugendlich vom Gemüt her und auch sehr humorvoll. Der Altersunterschied war wenig von Bedeutung. Es gibt Leute, die jünger sind als er, aber älter wirken.

7 Werfen wir einen Blick in die Zukunft: Wo sehen Sie sich in 10 Jahren?
Ich hoffe auf eine feste Stelle als Dirigent, am liebsten am Theater. Ich mag den Theaterbetrieb, es ist spannend und lebendig. Gerne möchte ich dann auch mit meiner Verlobten, die auch Musikerin ist, zusammenleben in einer Stadt, in der wir beide arbeiten können. Ich möchte auch weiterhin als Komponist tätig sein und die Möglichkeit haben, meine Musik zu veröffentlichen.

8 Woran arbeiten Sie gerade?
Derzeit arbeite ich an einem Projekt in Bern am Theater. Nächstes Jahr steht meine Kinderoper in Heidenheim an, da bin ich gerade dabei, gemeinsam mit dem Librettisten das Libretto zu entwickeln.

9 Mit wem würden Sie gerne einmal zusammenarbeiten, wenn Sie die freie Wahl hätten?
Das ist schwierig (überlegt). Ich denke mit John Elliot Gardiner. Er ist auch Dirigent, daher wäre es eigentlich keine Zusammenarbeit, er ist eher ein Vorbild. Ihn würde ich gerne einmal treffen. Zusammenarbeiten würde ich wohl gerne mal mit Jörg Widmann.

10 Bald ist Weihnachten. Was gehört für Sie unbedingt zum Fest und welches ist ihr Weihnachtslied?
Zum Fest gehört für mich das Menü für die Familie zu kochen und bei der Orchestermesse für die Kirche mitzumachen. Mein liebstes Weihnachtslied ist ‚Oh du fröhliche‘.

Vielen Dank, für das interessante Gespräch.

 

Über Verena Gerber-Hügele

Redakteurin. Macht am liebsten Reportagen, Reiseberichte und Interviews. Naturverbunden, hält sich zu Hause einen halben Bauernhof.