Guten Morgen ihr beiden, vielen Dank, dass ihr euch Zeit für unser Gespräch genommen habt. Mittlerweile ist Anfang November und ihr habt den Starclub vor einem Monat eröffnet. Was hat euch in den vergangenen Tagen besonders beschäftigt und was steht bei euch heute noch nach dem Interview an?
Stefano: Tatsächlich müssen wir den Oktober noch ein klein wenig verarbeiten. Wir haben jetzt seit einem Monat auf. In dieser Zeit ist schon viel auf uns hereingeprasselt.
Tom: Der Oktober war schon sehr intensiv. Das macht natürlich etwas mit einem. Gleichzeitig muss der Blick auch wieder nach vorne gehen und es geht darum, die nächsten Veranstaltungen vorzubereiten. Ganz konkret holen wir heute direkt einen neuen Dartautomaten ab – der erste ist bereits kaputt.
Um euch besser kennenzulernen zunächst einige Entweder-Oder-Fragen.
Rock oder Pop?
Stefano und Tom: Da sind wir uns einig – gerne Pop, rockig und dirty gespielt
Tee oder Kaffee?
Stefano und Tom: Ganz klar Kaffee
Frühstück oder Abendessen?
Stefano und Tom: Frühstück nach dem Gig im Hotel und nach dem Laufen, ansonsten lieber Abendessen.
Ab in den Starclub oder doch lieber unterwegs mit der Band?
Stefano und Tom: Beides hat seine Vorzüge – aktuell liegt unser Fokus aber schon auf dem Starclub.
Zeit oder Geld?
Stefano und Tom: Aktuell auf alle Fälle Zeit.
Vervollständigt bitte folgenden Satz über den jeweils anderen:
Tom (ist) … akkurat; strukturiert; ein genauer Typ und vor allem ein ganz lieber Kerl.
Stefano (ist) … verrückt; lebt den Moment; holt mich aus jedem emotionalen Tief heraus und ist durch seine Art eine mega Bereicherung in meinem Leben.
Was würden Freunde und Familie sagen, was euch als Duo auszeichnet?
Stefano: Das Feedback bisher war ehrlicherweise immer, dass mir nichts Besseres als Tom passieren konnte, weil wir uns so gut ergänzen. Und das - obwohl wir auf den ersten Blick so unterschiedlich sind. Ich glaube aber, dass hier genau das Geheimnis unserer Freundschaft liegt.
Tom: Bei uns ist es genau diese Symbiose, dass sagen auch die anderen. Einer allein wäre wahrscheinlich zu verrückt oder zu akkurat, das würde nicht funktionieren. Für diesen Job und auch in der Band ist es die perfekte Mischung.
Das letzte Mal, als wir uns unterhalten haben, habt ihr gerade auf dem Reichsstraßenfest verkündet, dass ihr den Starclub Donauwörth übernehmen werdet. Erzählt mal: Wie lief es für euch seitdem?
Tom: Die Vorbereitungen waren natürlich durch die Hilfe der Vorbesitzer sehr strukturiert und wir wussten welche Themen wir als erstes angehen müssen. Trotzdem hatten wir Millionen von Fragenzeichen im Kopf. Die letzten Monate und besonders der Eröffnungstag waren für uns schon sehr spannend.
Stefano: An diesem Tag sind mir tausend Gedanken durch den Kopf geschwirrt. Was machst du als erstes? Klappt alles, wie wir uns die Eröffnung vorgestellt haben? Nehmen die Gäste unser neues Konzept an?
Tom: Was uns aber seit Beginn auszeichnet, ist, dass wir auch trotz der vielen Fragezeichen schnell Entscheidungen treffen und mit jeder Entscheidung wachsen, auch in unserer neuen Position als „Chefs“. Zum Glück werden die Fragezeichen jetzt Woche für Woche kleiner – das stimmt uns natürlich positiv.
Wie blickt ihr nach 2 Monaten auf eure Entscheidung?
Stefano: Wenn die nächsten Monate genauso geil werden, dann haben wir die absolut richtige Entscheidung getroffen. Und selbst, wenn wir nach einem Jahr merken, dass wir den Starclub an die Wand gefahren haben, dann haben wir eine Erfahrung fürs Leben gemacht und wir können sagen: „Whoa, krass. Wir haben so etwas mal gemacht.“
Tom: Als Fazit kann man glaube ich schon sagen, dass wir unfassbar viel Spaß an unserer neuen Aufgabe haben. Wie es sich finanziell auswirkt, können wir jetzt noch nicht sagen – auch weil wir im Vorfeld viel investiert haben und noch ganz am Anfang stehen. Die Veranstaltungen und die Resonanz waren aber bisher durchweg positiv. Das stimmt uns zuversichtlich für die Zukunft.
Nun zu euch als Einzelpersonen. Wo seid ihr geboren, aufgewachsen, zur Schule gegangen – und ganz wichtig: Wie und wo habt ihr euch kennengelernt?
Tom: Ich bin in Nördlingen geboren – bin also ein echter Rieser. Durch die Liebe bin ich nach Donauwörth gekommen und auch hiergeblieben und fühle mich hier mittlerweile sehr wohl. Kennengelernt haben wir uns tatsächlich im Doubles (damals noch in der Kapellstraße in Donauwörth). Ich habe dort Schlagzeug unterrichtet und bin meinen Pausen häufig in den Musikladen. Dort hat Stefano gearbeitet und mir immer einen Kaffee gemacht. Rückblickend kann ich auf alle Fälle sagen, dass wir uns von Beginn an sympathisch waren. Wir haben zwar jahrelang gewusst, dass der jeweils andere Musik macht. Zur gemeinsamen Band kam es allerdings erst viele Jahre später.
Neben der Band und dem Starclub bin ich Schlagzeuglehrer in Donauwörth und in Nördlingen und spiele in verschiedenen Jazz-Bands. Schlagzeug studiert habe ich in Los Angeles. Dort habe ich schnell festgestellt, dass die Musik genau das ist, was ich später einmal beruflich machen möchte und Amerika genau die richtige Entscheidung war. Im Vergleich zur Ausbildung in Deutschland war dort alles viel praxisnäher. Mein Rocklehrer war z.B. Marc Schulmann, der jetzt jahrelang als Drummer mit Pink auf Tour war. Genau solche Musiker wollte ich einfach befragen und von ihnen alles Wissen aufsaugen.
Stefano: Ich bin in Herne in Nordrhein-Westfalen geboren. Meine Eltern sind zwar aus Sizilien, aber kurz vor meiner Geburt nach Deutschland gekommen. Bis ich zwölf war bin ich dort aufgewachsen und dann hier in den Landkreis gekommen. Vom tiefsten Pott nach Huisheim, das war schon ein Kulturschock. Nach der Schule habe ich eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann gemacht u.a. als Verkäufer im Doubles gearbeitet. Die Anfänge der Musik kamen dann mit circa 18 Jahren. Damals habe ich als Gitarrist für Hans Dauser gespielt - allerdings mehr Schlager in Bierzelten. Auch wenn mich die Musik nie berührt hat, habe ich von Hans unfassbar viel gelernt. Besonders, wie er mit seinem Publikum umgegangen ist. Kurz darauf habe ich dann mit Manuel Hechmer „Twice“ gegründet und die Band ist innerhalb kürzester Zeit durch die Decke gegangen. Seit dieser Zeit bin ich mehr oder weniger selbstständig und kann von der Musik leben.
Woher kommt eure Leidenschaft für die Musik?
Stefano: Bei mir war es tatsächlich ein Auftritt von Elvis im Fernsehen. Außerdem hat mein Bruder Gitarre gespielt und als kleiner Bub habe ich ihn dabei immer angehimmelt. Mit acht Jahren habe ich dann meine erste eigene Gitarre bekommen. Seitdem war ich wie im Rausch und konnte die Musik nicht mehr loslassen. Meine erste E-Gitarre habe ich dann mit 13 Jahren im Doubles bekommen, als der Musikladen noch im Ried war. In den ersten Jahren war einfach immer viel „learning by doing“ angesagt. Später habe ich dann immer wieder für 2-3 Jahre Unterricht gehabt und dann kam irgendwann der Gesang dazu.
Tom: Mein Vater ist Kirchenmusiker und ich bin sehr klassisch aufgewachsen. Mit meinen Eltern und Geschwistern haben wir zu Hause schon immer Quartette oder Quintette zu Hause gespielt. Zuerst mit der Flöte, später dann mit der Geige und auch Trompete. Das macht schon etwas mit einem, wenn man gemeinsam als Familie spielt und so hatte ich schon wirklich früh enge Berührung mit der Musik. Mit Ende 13 habe ich dann zum ersten Mal live eine Band mit Schlagzeug gesehen und bin mit offenem Mund davorgestanden. Ab diesem Zeitpunkt war klar: Das ist es. Zur Konfirmation habe ich dann einen Computer bekommen, konnte allerdings gar nichts damit anfangen. Also habe ich den Computer verkauft und mir von dem Geld mein erstes Schlagzeug gekauft.
Ihr seid seit vielen Jahren nicht nur Bandkollegen, sondern auch sehr gute Freunde. Ist diese enge Verbindung Fluch oder Segen im Arbeitsalltag?
Tom: Auf alle Fälle Segen.
Stefano: Würde ich auch ganz klar so bestätigen. In den vergangenen Monaten haben wir viel Zeit miteinander verbracht – häufig mehr als mit unseren Familien. Überraschenderweise hat es selbst in dieser intensiven Zeit nie gescheppert. Ganz im Gegenteil: Auch hier haben wir wieder gemerkt, wie gut wir uns ergänzen. Ich habe z.B. erst durch den Club bemerkt, dass Tom manchmal ein richtiger Pessimist sein kann.
Tom: Das stimmt. Wenn zu viele To-Do’s auf meiner Liste stehen, fange ich gerne an, alles zu zerdenken. In solchen Phasen holt mich Stefano mit seiner positiven Art immer wieder aus meinen Tiefs heraus.
Stefano: Andersherum ist Tom meine Bremse, wenn ich an neue Projekte zu überschwänglich herangehe und mir zu wenig Gedanken über Dinge mache. Wir haben es ja schon erwähnt – wir ergänzen uns wirklich gut – obwohl oder vielleicht genau, weil wir so unterschiedlich sind.
Als Betreiber des Starclubs seid ihr nicht nur für euch – sondern auch für insgesamt rund 20 Mitarbeitende verantwortlich. Wie schwer wiegt diese Verantwortung und wie gut/schlecht habt ihr euch in die Rolle des „Chefs“ hineingefunden?
Tom: Ich glaube da kann ich für uns beide sprechen, wenn ich sage, dass das bisher der schwierigste Part ist. Bisher waren wir in den meisten Fällen nur für uns oder maximal für unserer Bandkollegen verantwortlich. Das ist jetzt anders. Wir möchten natürlich auch hier absolute Harmonie und dass es dem Team gut geht. Gleichzeitig müssen wir aber auch lernen, dass wir unsere Vorstellungen vom Club klar kommunizieren, auch wenn damit nicht jeder einverstanden ist. Aber ich glaube auch hier sind wir auf einem guten Weg.
Bei euren Vorgängern stand der „Familiengedanke“ stets im Vordergrund. Eine Idee, die ihr so fortführen möchtet?
Stefano: Dieser Gedanke steht bei uns natürlich weiterhin ganz weit oben. Allerdings hatten wir anfangs schon ein bisschen Bammel, ob uns langjährige Stammgäste erhalten bleiben. Die ersten Wochen haben aber gezeigt, dass diese Angst tatsächlich komplett unbegründet war. Wir bekommen fast ausschließlich gutes Feedback und alle freuen sich, dass es mit dem Club weitergeht.
Im Starclub wollen wir den Besuchern eine gute, unbeschwerte Zeit ermöglichen und hoffen, dass alle wieder mit einem Lächeln heimgehen und auch wiederkommen. Kurz zusammengefasst: Für unsere Gäste wollen wir „Glücklichmacher“ sein.
Die Kulturlandschaft hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert – nicht nur hier in Donauwörth. Was muss passieren, um junge Menschen wieder für Musik und Kultur begeistern zu können?
Tom: Ich glaube, dass es junge Menschen kaum mehr kennen, dass Live-Bands spielen. Für viele fehlen hier einfach die Berührungspunkte. Die jüngere Generation möchte häufig lieber DJs, die dann genau die Musik spielen, die sie kennen und mögen. Genau hier wollen wir mit dem Starclub ansetzen.
Stefano: Genau dieses Thema ist bei allgegenwärtig. Wir überlegen immer, wie wir diesem Trend entgegenwirken können. Meine Idee ist es deshalb auch mal Pop-Bands und ganz bewusst Live-DJs zu buchen, die ein jüngeres Publikum für Live-Musik begeistern und die ganz bewusst Mainstream-Sound machen. Für Inspirationen und Vorschläge sind wir hier immer offen.
Was erwartet ihr euch diesbezüglich von der Stadt Donauwörth bzw. von Entscheidungsträgern aus der Politik?
Tom: Ich würde es anders formulieren. Ich glaube nicht, dass wir von der Stadtverwaltung zwingend etwas erwarten sollten, dafür haben wir von den Verantwortlichen in den vergangenen Wochen zu viel Unterstützung erhalten bzw. hatten eine wirklich gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Unabhängig von uns glaube ich aber schon, dass die gesamte Kulturlandschaft in Donauwörth von einer Art „Kultur-Fonds“ profitieren würde. Fördergelder also, die beantragt werden können, um bekanntere Künstler nach Donauwörth zu holen, ohne dass sich die entsprechenden Veranstalter in ein existenzbedrohendes finanzielles Risiko begeben müssen.
Warum Stefano Messina Band und nicht Stefano, Tom und Fenzl Band?
Stefano: Dazu gibt es tatsächlich eine witzige Story. Als ich die Band mit der ursprünglichen Besetzung gegründet habe, musste natürlich ein Name her. Und dann haben meine damaligen Mitmusiker gesagt: Du Stefano, deine Vorschläge klingen alle so gewollt. Dein Name ist doch so schön – jetzt nimm doch einfach deinen Namen. Ehrlicherweise habe ich echt lang gebraucht, um mich damit anzufreunden und selbst jetzt, wenn du es so ansprichst, ist es mir noch ein bisschen unangenehm. Mit der neuen Besetzung haben wir dann auch hin und her überlegt. Auch weil bis heute viele den Namen nicht richtig aussprechen können, besonders wenn sie uns nicht kennen.
Tom: Wir waren schon auf der Suche und haben auch als Band überlegt. Ein gemeinsamer neuer Name kann schon auch zusammenschweißen. Wir sind aber auf keinen grünen Nenner gekommen und haben den Namen dann so gelassen. Meine Frau sagt immer: „Was sucht ihr denn noch. Der Bandname klingt doch super und man kennt euch so.“ Damit war die Diskussion dann schnell beendet.
Was sind eure Lieblingsmusiker und welche Band muss unbedingt einmal im Starclub auftreten?
Tom und Stefano: Man darf ja träumen. Deshalb wären die Foo Fighters und Coldplay im Starclub schon echt cool.
Stefano: Zusammen mit Linkin Park ist das auch Musik, die uns beide immer geprägt hat. Aktuell bin ich aber auf einem ganz andere „Tripp“. Ich weiß ehrlich gesagt nicht warum, aber zurzeit berührt mich „Falling in Reverse“ unglaublich. Man würde mir deren Musik vielleicht nicht direkt ansehen, aber hört gerne mal rein – ist eine große Empfehlung.
Tom: Ehrlich gesagt, komme ich privat aktuell kaum bis gar nicht dazu Musik zu hören. Ich könnte deshalb nicht sagen, was gerade beliebt und angesagt ist.
Wie erhält man sich die Liebe zur Musik, wenn Musik plötzlich zum Beruf und damit zur Lebensgrundlage wird?
Stefano: Ich glaube auch da, sind wir uns sehr einig. Du musst einfach die Musik machen, die dich berührt und nicht die Musik, die vielleicht am kommerziell erfolgreichsten ist. Auch deshalb sind wir in unserer Ausrichtung vielleicht eher nischig und spielen keinen Schlager auf Hochzeiten. Wichtig ist natürlich auch das direkte Feedback des Publikums. Wenn man als Musiker merkt, dass die Musik gut ankommt, bleibt man viel eher am Ball. Das macht schon etwas mit dir.
Was würdet ihr jungen Musiker*innen raten, die noch ganz am Anfang stehen, aber eine große Portion Ehrgeiz mitbringen?
Tom: Mein Tipp ist ganz klar: Spiel die Musik, die du selbst am liebsten hören möchtest. Dann identifizierst du dich mit deinem Instrument viel mehr, wie wenn du nur ganz stupide machst, was dir der Lehrer vorgibt. Wenn du das spielst, was du liebst, dann brennt dieses gewisse Feuer einfach immer weiter. Mein zweiter Tipp ist: Nutze jede Gelegenheit, um mit jemand zusammenzuspielen. Nur allein für sich wird keiner Musiker – das haut nicht hin. Ich möchte, dass alle meine Schüler*innen in Schulbands spielen, denn diese Erfahrung ist Gold wert.
Wenn man euch von Musik sprechen hört, schwingt immer auch ein klein wenig Idealismus mit. Kann man sich diesen Idealismus in der Musikbranche überhaupt leisten?
Stefano: Das ist natürlich immer eine gewisse Gradwanderung und etwas, dass ich als Musiker lernen musste. Irgendwann muss man sich aber selbst die Frage nach dem eigenen Wert stellen und für sich ganz fair bewerten, wie viel man für einen Auftritt verlangen kann. Mein Trick war immer, dass ich erfahrene Musiker nach deren Herangehensweise gefragt habe. Heute kann ich zu unseren Kunden ganz ehrlich sagen: Wir kosten so viel, weil wir gut sind.
Tom: Ähnliches gilt für den Starclub. Zunächst einmal brauchst du ein gutes Produkt, von dem du selbst überzeugt bist. Nur dann kannst du einen Act auch richtig vermarkten. Wenn wir eine Band oder einen Künstler buchen würden, hinter denen wir zu 100 Prozent stehen, wird die Veranstaltung mit Sicherheit auch kein Erfolg.
Fast euer ganzes Leben dreht sich um Musik. Wo findet ihr einen Ausgleich und welche Rolle spielen dabei eure Familien?
Tom: Für mich ist der Ausgleich nach wie vor das Laufen. Ich stehe in der Regel extra früh auf, um das Laufen unterzubringen. Das gibt mir Ruhe und ich kann mich einmal am Tag so richtig auspowern. Familie ist für mich eine Riesenhilfe und meine größte Unterstützung. Leider habe ich im Moment nur wenig Zeit für das klassische Familienleben. Zum Glück sind meine Kinder aber schon älter und verstehen das.
Stefano: Tatsächlich laufe ich auch gerne, allerdings nicht so viel wie Tom. Der Ausgleich ist tatsächlich, dass ich mir 1-2 Tage in der Woche ganz bewusst frei nehmen – sofern möglich – an denen ich fast gar nichts mache und mein Papa-Dasein genieße. Für mehr Hobbys habe ich tatsächlich gerade auch keine Kraft.
Nehmen wir an, ihr könntet euren 18-Jährigen ich einen Tipp für das weitere Leben mit auf den Weg geben. Was wäre das?
Stefano: Ganz einfach. Gib nicht so wahllos Kohle aus und fang vielleicht schon etwas früher an zu sparen.
Tom: Ich würde sagen: Denk nicht so viel, sondern mach. Das wäre so mein Tipp an mein Vergangenheits-Ich.
Wo steht ihr mit dem Starclub in einem Jahr, wenn wir noch einmal ein ähnliches Interview führen sollten?
Tom: In der Südsee natürlich, weil das erste Jahr so gut lief. Nein quatsch, Spaß beiseite. Ich glaube, wir beide würden unterschreiben, dass wir uns wünschen würden, dass das erste Jahr ähnlich gut läuft, wie der erste Monat. Wenn wir es schaffen, auch jüngere Menschen hier hereinzulocken und sie dann auch zu halten, haben wir schon viel gewonnen.
Stefano: Wir freuen uns natürlich über die Anfangseuphorie. Jetzt muss es aber auch unser Ziel sein, dass sich der Starclub in der Region als echter Geheimtipp für Live-Musik herumspricht.
Welchen persönlichen Eigenschaften würdet ihr euch beim Selfrating-Test mit 10 Punkten und welche mit 0 Punkten bewerten?
Tom: Ich würde mir tatsächlich 10 Punkte beim Multitasking zwischen Familie und Beruf 10 Punkte geben – 0 Punkte dann wohl am ehesten noch am „nicht denken – machen“.
Stefano: Eine Superkraft, die ich habe, ist Empathie – hier würde ich mir 10 Punkte geben. Sehr viel Luft nach oben habe ich noch, wenn es darum geht, Ansagen gegenüber dem Team zu machen. Das fällt mir noch wirklich schwer.