23. Mai 2019, 10:03

Suchen - Retten - Helfen

Seit 13 Jahren gibt es die Rettungshundestaffel des BRK Nordschwaben. Bild: Jenny Wagner
Mittlerweile 13 Jahre gibt es die Rettungshundestaffel des BRK Nordschwaben. Jährlich leisten die Mitglieder über 400 ehrenamtliche Helferstunden ab, um im Ernstfall vermisste Personen zu suchen. Durchschnittlich 15 Mal im Jahr wird die Staffel angefordert, um Leben zu retten.

Täglich werden deutschlandweit rund 200 bis 300 Personen als vermisst gemeldet. Häufig sind es Kinder oder ältere Menschen, die sich verlaufen haben oder in gesundheitlichen Schwierigkeiten sind und daher den Weg nach Hause nicht mehr schaffen. Um Menschen in solchen Situationen zu helfen, gibt es speziell ausgebildete Rettungshunde. „Wir werden für einen Einsatz von der Polizei angefordert. Alarmiert werden wir aber durch die integrierte Leitstelle“, erzählt Alexandra Kröpfl, Staffelleiterin der Rettungshundestaffel.

Training bei Wind und Wetter

Um für den Ernstfall optimal vorbereitet zu sein, üben die Mitglieder der Rettungshundestaffel regelmäßig. „Wir trainieren jedes Wochenende, egal wie gut oder schlecht das Wetter ist. Zusätzlich trainieren wir mit unseren Hunden einmal in der Woche auf dem Übungsplatz Gehorsam“, erklärt die Staffelleiterin. In der Regel sind besonders mittelgroße Hunde für den Job als Rettungshund geeignet. „Die Hunde sollten agil und fi t sein“, so Kröpfl . Auch ein freundliches Wesen gehört zu den Grundvoraussetzungen für einen Rettungshund. Die Ausbildung für einen Rettungshund und seinen Hundeführer dauert in der Regel circa zwei bis drei Jahre. Spielerisch lernen die Hunde innerhalb der Ausbildung Menschen zu suchen. „In der Flächensuche gibt es drei verschiedene Anzeigearten. Das Verbellen, das Bringseln und das Rückverweisen. Das Verbellen der gefundenen Personen ist die am häufi gsten verwendete Anzeigeart. Aber nicht jeder Hund bellt gerne“, erzählt Alexandra Kröpfl . Als Belohnung im Training erhalten die Hunde, wenn sie die vermisste Person gefunden haben, entweder ihr heißersehntes Lieblingsspielzeug oder ein köstliches Leckerli. Am Ende der Ausbildung steht die Prüfung zum Flächensuchhund an.

Alexandra Kröpfl mit Hündin Lia. Bild: Jenny Wagner

„In der Prüfung müssen der Hund und der Hundeführer unter anderem ein 30.000 Quadratmeter großes Gebiet innerhalb von 20 Minuten absuchen“, erklärt der stellvertretende Staffelleiter Mirko Menzel. Für insgesamt 24 Monaten ist dann das Mensch-Hund-Team für Rettungseinsätze zugelassen. Danach muss die Prüfung für weitere 24 Monate erneut abgeleistet werden.

Partner mit Superspürnase

Für die Suche nach vermissten Personen ist der Einsatz von Rettungshunden unersetzlich, denn die Nase eines Hundes hat über 220 Millionen Riechzellen. Damit kann der Hund zehn Mal so gut riechen wie ein Mensch. Ausgebildete Hunde können vermisste oder verletzte Menschen über eine Entfernung von bis zu 500 Metern aufspüren. Die Ausbildung zum Rettungshundeteam ist sowohl für Mensch als auch für den Vierbeiner vielseitig, aber auch anspruchsvoll. „Neben dem Interesse an der Rettungshundearbeit
muss man natürlich bereit sein, sich ehrenamtlich zu engagieren. Die Arbeit in der Rettungshundestaffel kostet schon viel Zeit“, erzählt Alexandra Kröpfl . Doch nicht nur das Training mit den Hunden steht an, sondern auch die Ableistung von Sanitätsdiensten. Zudem haben die Mitglieder der Rettungshundestaffel ihr Einsatzfahrzeug in Eigenregie umgebaut. „Wir sind natürlich auch immer auf Spenden angewiesen, um zum Beispiel den Umbau unseres Staffelfahrzeugss zu finanzieren“, erklärt Mirko Menzel. Doch auch der Spaß kommt bei der Rettungshundestaffel nicht zu kurz. „Wir verstehen uns untereinander in der Staffel alle sehr gut“, erzählt
die Leiterin.

Jährlich leisten die Mitglieder über 400 ehrenamtliche Helferstunden ab, um im Ernstfall vermisste Personen zu suchen. Bild: Jenny Wagner