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Ein Laden für die Stadt von den Bürgern?
Ob es einen Stadtladen in Donauwörth geben wird, und wo er einziehen könnte ist noch nicht klar. Wir haben in unserer Collage deshalb illustriert wo der Stadtladen sein könnte. (Collage: Nina Berger)

Ein Laden für die Stadt von den Bürgern?

In Donauwörth könnte es bald wieder einen Lebensmittelladen in der Reichsstraße geben. Der „Stadtladen“ soll genossenschaftlich geführt werden. Nächste Woche findet eine Infoveranstaltung für Bürger statt. 

Donauwörth – Als im vergangenen Herbst in der Dillingerstraße die Donaumeile eröffnete, schloss das Ulmer Drogeriemarktunternehmen Müller seine Filiale in der Reichsstraße. Müller hat Frequenz in die Straße gebracht, der Umzug ins Einkaufszentrum lässt sich jetzt aber nicht mehr ändern.

Einen Drogeriemarkt gibt es nun nicht mehr in der Reichsstraße – früher waren es sogar einmal zwei. Probleme gab es aber schon vor dem Umzug. Der letzte Supermarkt schloss schon vor Jahren, auch der Schreibwarenladen ist seit langem verschwunden. Der Netto-Markt in der Kapellstraße hat mittlerweile geschlossen. Die Güter des alltäglichen Bedarfs bekommt man in der Innenstadt nicht mehr.

Mit dem Auto bequem vor den Lebensmittelmarkt zu fahren hat Vorteile. Wer aber wegen dem Friseurbesuch, dem Arzttermin oder der Erledigung in einer Behörde sowieso in der Innenstadt ist, möchte vielleicht noch im Vorübergehen Kosmetikartikel, Geschenkpapier, Nudeln oder Milch mitnehmen. Auch Anwohner und Berufstätige in der Innenstadt wären froh um eine Einkaufsmöglichkeit in der Reichsstraße. Oberbürgermeister Armin Neudert sei stetig auf der Suche nach Lösungen und in Gesprächen mit Investoren und Hauseigentümern. Der ein oder andere Supermarkt war Gerüchten zufolge immer mal wieder an einem Standort in der Reichsstraße interessiert. Eine Filiale eröffnet hat bisher aber keiner. Ob es an den fehlenden kostenfreien Parkplätzen lag oder der schlechten Infrastruktur für die Belieferung, bleibt unklar.

Dorfläden sind Vorbild

„Wir können darauf hoffen, dass in einem der Leerstände ein Lebensmittelmarkt angesiedelt wird, oder wir werden selbst aktiv. Und das machen wir nun!“ so CID-Vorsitzender Markus M. Sommer. Ein optimaler CID-„Stadtladen“-Projektleiter wurde mit Landwirt Hubert Gerstmeier gefunden, der den engen Bezug zu Lebensmitteln, insbesondere zu regionalen Produkten, hat. Mitglieder der CID und auch die Geschäftsführerin Christiane Kickum nehmen nun Dorfläden, die genossenschaftlich organisiert sind zum Vorbild. Läden, an denen Bürger zur Realisierung Anteile erwerben, wo neben regionalem Obst und Gemüse, Eiern und Getreideprodukten auch Konserven, Molkereiprodukte und Süßigkeiten angeboten werden, boomen auf dem Land. In Oberndorf, Fünfstetten, Alerheim, Tagmersheim und vielen anderen Gemeinden im Kreis gehören die Genossenschaftsläden längst zum Dorfleben dazu. Donauwörth ist wahrlich kein Dorf, das Konzept könnte aber auch in der Stadt Anklang finden. Auch in Kempten und Kelheim gibt es ähnliche Läden.

Die City-Initiative-Donauwörth hat deshalb den Fachberater Wolfgang Gröll mit der Analyse beauftragt, welches Sortiment und welcher Standort geeignet wäre.  Gröll, auch bekannt durch mehrere Fernsehreportagen (u. a. „Quer“ „Unter unserem Himmel“, „MehrWert“ im Bayerischen Fernsehen sowie SAT 1) begleitet seit mehr als 27 Jahren erfolgreich Gründungen von Dorfläden in ganz Bayern.

Ob man sich für das momentan leerstehende Ladenlokal des ehemaligen Drogeriemarkts Müller oder neue Ladenflächen im umgebauten Tanzhaus bzw. andere Leerstände entscheidet, ist noch offen. Abhängig davon könnte der „Stadtladen“ schon in wenigen Wochen oder erst in einigen Jahren eröffnet werden, meint Gröll.

Ob ein Stadtladen in der Donawörther Innenstadt erfolgreich betrieben werden kann und wenn ja, wie, wird Gröll am Montag, 9. Juli um 19 Uhr im Zeughaus beantworten. Bereits um 17 Uhr wird Wolfgang Gröll im Haupt- und Finanzausschuss das Stadtladenkonzept den Stadträtinnen und Stadträten vorstellen. Ein solches Konzept soll den Weg bis zur Realisierung des Stadtladens begleiten.

Wie ist die gesamte Lebensmittelhandelsstruktur in Deutschland aufgebaut? Welche Erfolgsfaktoren garantieren das Überleben eines Stadtladens? Wer kommt als Lieferant für unseren Stadtladen möglicherweise in Frage? Welche Betreibermodelle haben in der Praxis eine Chance? Kann ein Stadtladen preislich mit den Discountern mithalten? Und als Hauptthema: Wie kann ein Stadtladen in Donauwörth umgesetzt werden?

Über Mara Kutzner

Redakteurin für online und blättle. Regionalpolitischen Kontroversen und sozialkritischen Themen geht sie mit Nachdruck auf den Grund. Stellt gerne kritische Fragen. Geht im Landkreis fürs blättle auf die Suche nach tollen Lifestyle Produkten. Ist auch privat sozial engagiert.