29. Mai 2020, 09:52

Das Nördlinger Freibad soll wieder öffnen

Das Freibad Marienhöhe in Nördlingen aus der Vogelperspektive. Bild: Foto Finck/Peter Hueber
Das Solarbad auf der Marienhöhe genießt in Nördlingen einen hohen Stellenwert bei der sommerlichen Freizeitgestaltung. Zum 8. Juni plant die Stadt, das Bad wieder zu öffnen – unter besonderen Vorzeichen.

In einer Pressekonferenz am Donnerstag, 28. Mai, gaben Oberbürgermeister David Wittner, der Leiter der Liegenschafts- und Sportabteilung Karl Stempfle und Martin Gruber, zuständig für das Nördlinger Bäderwesen, Details zur Öffnung bekannt. „Wir haben sehr erfreut die Nachricht des Ministerpräsidenten vernommen, dass Freibäder wieder öffnen dürfen“, so Oberbürgermeister Wittner. Zu Beginn der Corona-Krise habe man einen kompletten Saisonausfall befürchten müssen, nun könne man doch das Bad öffnen, wenn auch mit Einschränkungen.

Unter Einhaltung aller Hygienevorschriften und mit Erfassung aller Besucherinnen und Besucher soll das Bad ab 8. Juni wieder öffnen. Karten soll es ausschließlich online als Vorbestellung geben, der Link dazu wird auf www.noerdlingen.de eingebaut. All diejenigen, für die eine Onlinebuchung mangels Computer oder Onlinekenntnissen nicht möglich ist, können sich in der Tourist-Information Nördlingen bei der Bestellung helfen lassen. Da zur eventuellen Rückverfolgung von Infektionsketten jederzeit bekannt sein muss, wer wann im Bad war, wird es keine Saisonkarten und 10er-Karten geben. Bestehende 10er-Karten können – zumindest bis zum Ende der Corona-Einschränkungen – nicht verwendet werden, behalten aber für die Zeit danach und die Saison 2021 ihre Gültigkeit.

Wie funktioniert das Baden jetzt?

640 Personen pro Tag werden zu Beginn das Freibad nutzen können, aufgeteilt auf drei fixe Zeitsegmente: 40 Frühschwimmer von 7:00 bis 9:00 Uhr, 300 Gäste von 10:00 bis 14:00 Uhr und nochmal 300 von 15:00 bis 20:30 Uhr. Zum Vergleich: Normalerweise sind an einem Sommertag 2.500 bis 3.000 Personen im Nördlinger Freibad. „Wir hoffen, die Zahlen noch nach oben öffnen zu können“, meinte der Oberbürgermeister, das hänge von weiteren Lockerungen durch die Politik ab. Der 1. Schwimmverein Nördlingen soll eigene Zeiten für sein Training erhalten.

Laut Martin Gruber fußt das Hygienekonzept auf den 1,5 Metern Abstand, die vom Eingang bis zum Becken überall einzuhalten seien. Akzeptanz, Verständnis und Toleranz seien die Grundsätze, aufgrund derer die Freibadsaison 2020 funktionieren müsse. Noch stehe das Konzept nicht zu 100 Prozent, sicher sei aber, dass mit Maskenpflicht im Eingangsbereich, Absperrgittern und einer Höchstzahl von Badenden in den jeweiligen Becken gearbeitet wird. Für die Einhaltung der Regeln soll das Personal sorgen, Eltern kleiner Kinder seien außerdem aufgefordert, bei ihren Kleinen ein Auge auf korrektes Verhalten zu legen.

„Es wird eine ganz andere Saison werden, aber Hauptsache ist, dass es überhaupt eine Saison gibt“, merkte Karl Stempfle an. Die Bolzplätze müssten laut dem Leiter des Liegenschaftsamtes weiter geschlossen bleiben, die Benutzung der Volleyball und Basketballanlagen sei aber im Rahmen der Regeln der jeweiligen Fachverbände möglich.

Ein Fragezeichen steht noch hinter den Kosten: Während in normalen Jahren im Schnitt 85.000 Besucher pro Jahr auf die Marienhöhe kommen, rechnet man 2020 mit vielleicht 25.000 Gästen. Entsprechend werden die Einnahmen von üblicherweise 230.000 Euro im Jahr sinken, während die Kosten für Personal, Reinigung und Security steigen. Stempfle geht von einem Minus von 180.000 bis 200.000 Euro aus, gesicherte Zahlen sind das natürlich noch nicht. Die Stadt ist aber bereit, sich das für ihr Freibad zu leisten – es liegt den Nördlingern eben sehr am Herzen.