21. Oktober 2020, 08:10

Mit dem Rad durch den Winter

Symbolbild Bild: pixabay
Die Tage werden jetzt kürzer und die Nächte kälter. Doch das ist noch lange kein Grund, das Fahrrad einzumotten. Gerade in Zeiten von Corona spricht Vieles fürs ganzjährige Radfahren. Der ADFC Donau-Ries gibt Tipps, wie Radelende gut durch die dunkle Jahreszeit kommen, was sie selbst am Fahrrad kontrollieren können und wo besser der Fachmensch zurate gezogen werden sollte.

Heruntergefallenes Laub macht Straßen und Radwege am Anfang der kalten Jahreszeit stellenweise rutschig und damit zur potenziellen Gefahr für Radfahrende. Über den ersten Schnee lässt sich meist ohne Probleme fahren. Auf nasser Fahrbahn oder gar bei überfrierender Nässe wird es jedoch schnell rutschig. Gleiches gilt im Laufe des Winters für festgefahrenen Schnee und Schneematsch. Mit der richtigen Vorbereitung und Fahrtechnik spricht jedoch nichts gegen das Fahrradfahren in den kalten Monaten.

Abstand halten, Tempo reduzieren, maßvolles Bremsen

In Herbst und Winter ist vorausschauendes Fahren gefragt, also Abstand halten, Tempo reduzieren und gefühlvoll bremsen. Bei fester Schneedecke und Glätte tun Radelende gut daran, in Kurven weder zu treten noch zu bremsen. Stattdessen gilt: Vor der Kurve bremsen und in der Kurve rollen. Ist das Bremsmanöver unausweichlich, muss es früh und maßvoll geschehen. Vollbremsungen sollten wegen erheblicher Rutschgefahr ebenso vermieden werden wie zu eng genommene Kurven und abrupte Schlenker.

Pneus und Reifenprofil kontrollieren

Wer im Herbst mit abgefahrenerem Reifenprofil unterwegs ist, kann dies bei Nässe oder einsetzender Glätte schnell zu spüren bekommen. Spätestens jetzt ist es Zeit, die Pneus zu wechseln. Wer sich beim Radeln unsicher fühlt, kann etwas Luft aus den Reifen lassen. Der so verringerte Reifendruck schafft ein wenig mehr Auflagefläche, was die Reibung erhöht und die Rutschgefahr verringert. Wichtig ist es, dabei den Mindestdruck des Reifens (siehe Angaben auf dem Mantel) nicht zu unterschreiten. Für eine bessere Balance können Radelende zudem den Sattel ein paar Zentimeter niedriger stellen. So sind beide Füße schneller am Boden, sollte es mal rutschig werden. Noch mehr Kontrolle bei Eis und Schnee bieten Reifen mit Spikes. Nachteil: Bei eisfreier Fahrbahn machen die Metallstifte, die sich seitlich im Mantel befinden, das Rad langsamer.

Sehen und gesehen werden – die richtige Beleuchtung

Radelende müssen in der dunklen Jahreszeit gut sichtbar sein und selbst gut sehen. Deshalb sollten Vorder- und Rücklicht funktionstüchtig und Reflektoren vorn und hinten vorhanden sein. Stirnlampen ersetzen nicht das Licht am Fahrrad. Reflektoren an den Pedalen und Reifen erhöhen die Sichtbarkeit. Weil es jetzt früher dunkel wird, rät der ADFC, das Fahrradlicht schon bei Dämmerung einzuschalten. Außerdem empfiehlt der Fahrrad-Club eine möglichst wartungsfreie Lichttechnik wie den Nabendynamo, ein LED-Rücklicht und LED-Frontscheinwerfer jeweils mit Standlicht. Batteriebeleuchtung ist an Fahrrädern zulässig. Lassen Sie sich dazu durch Fachleute beraten, um mehr als nur ein Notlicht zu betreiben.

Helle Kleidung mit zusätzlichen Reflektoren

Besser gesehen wird auch, wer helle Kleidung und zusätzliche Reflektoren am Körper trägt. Zwiebel-Look, wasserfeste Schuhe und warme Socken helfen, den Körper bei Kälte und Fahrtwind warm zu halten. Das gilt insbesondere auch für Pedelec-Fahrende. An die Hände gehören Fingerhandschuhe, am besten atmungsaktive und wasserdichte Radhandschuhe speziell für den Winter. Die Alltagsmaske kann jetzt nicht nur vor Infektionen schützen, sondern auch vor eisigem Fahrtwind. Wenn es dann richtig zapfig wird, sollten keine freien Hautstellen hervorblitzen.

Fahrradpflege: Kette reinigen, Bremsbeläge prüfen

Sobald auf der Fahrbahn Salz gestreut wird, besteht Rostgefahr. Deshalb: Salz regelmäßig vom Fahrradrahmen wischen und die Kette häufiger reinigen und mit speziellem Kettenöl für nasse Bedingungen einölen. Bremsbeläge, die auf den sommerlichen Touren abgenutzt wurden, sollten vor Wintereinbruch ersetzt werden. Pedelec-Fahrende müssen ihre Batterien, um Schäden daran zu vermeiden, bei Nicht-Betrieb vor Frost schützen.

Fachwerkstatt aufsuchen oder selber schrauben?

Wer sein Fahrrad fit für den Winter machen will, kann selbst Hand anlegen und z.B. Reifenprofil und   -druck prüfen sowie Beleuchtung, Bremsen und Kette kontrollieren. Auf Nummer Sicher geht, wer sein Rad einer Fachwerkstatt anvertraut. Gerade größere Reparaturen sollten Unerfahrene den Fachleuten überlassen. Auch hier gilt: Rechtzeitig einen Termin vereinbaren, denn die Werkstätten sind derzeit stark ausgelastet.

Der ADFC Donau-Ries trifft sich einmal monatlich zum Stammtisch. Näheres unter www.adfc-donau-ries.de oder über E-Mail an kontakt@adfc-donau-ries.de . (pm)