27. November 2018, 09:05

10 Jahre Geopark Ries kulinarisch - Leckeres mit Bier gekocht

Im Zeichen des Bieres stand der 2. Geopark-Ries Kulinarisch Genuss-Herbst. Mit dabei Günther Zwerger, Heike Burkhard, Walter König, Johanna Sailer und Uli Großmann (von links). Bild: Geopark Ries)
Seit zehn Jahren gibt es die Vereinigung "Geopark Ries kulinarisch." Grund genug, dieses Jubiläum zu feiern. Das taten die Verantwortlichen im Rahmen des 2. Geopark Ries kulinarisch Genuss Herbst im Parkhotel in Donauwörth.
Donauwörth/Landkreis - Angefangen hat alles 2008. Im Rieskrater-Museum trafen sich sieben Gastronomen und schlossen sich zur Initiative Geopark-Ries kulinarisch zusammen. Mittlerweile sind neun Produzenten, sieben Gastronomen und zwei Veredeler Mitglied und repräsentieren den kulinarischen Teil der Region "Alle Produkte, die dieses Siegel tragen, müssen zum Beispiel aus der Region stammen und dürfen keine künstlichen  Geschmacksverstärker haben," zitiert Geschäftsführer Günther Zwerger aus dem Ehrenkodex.
"Jeder Geopark Ries kulinarisch Partner verpflichtet sich zu naturbelassener Küche und zur vorwiegenden Verwendung einheimischer Produkte unter strenger Selbstkontrolle," heißt es im Ehrencodex des Geopark Ries.
Das Jubiläum wurde standesgemäß in einer außergewöhnlichen Location gefeiert. Die Familie Schuler aus dem Parkhotel hatte ihre Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt und so wurde über den Dächern von Donauwörth gespeist. Passend zum Motto wurden verschiedene Vorspeisen mit Bier präsentiert. Alle Speisen wurden von den Mitgliedsgastronomen von Geopark Ries kulinarisch gekocht und in einem Buffet angeboten. Dazu gab es Biere aus dem Fürst Wallerstein Brauhaus und von Sandra Appl. Außerdem wurde als Aperitif ein Gin von Kraternoster serviert.
Braumeister und Bierkönigin
Monheimer Ziegenfrischläse mit Weißbier-Karamell und krossem Speck von Schieners aus Wemding Bild: Geopark Ries
Neben den Mitgliedern von Geopark Ries kulinarisch waren auch zahlreiche Gäste zu dem "bierigen" Abend geladen. Sie hatten bei Verlosungen Einladungen für den Abend gewonnen und kamen teilweise bis aus Augsburg nach Donauwörth um das Menü zu genießen. Dabei ging es nicht nur ums Essen. Auch "Bier" wurde thematisch erfasst. Deshalb hatten die Verantwortlichen neben Bierkönigin Johanna Sailer aus Möttingen auch den Geschäftsführer des Bayerischen Brauerbundes Walter König aus München eingeladen. König stammt gebürtig aus Wallerstein und lernte bei der dortigen Brauerei sein Handwerk.
Günther Zwerger, Geschäftsführer des Geopark Ries und Heike Burkhard,  stellvertretende Leiterin, führten durch den Abend und stellten den Gästen immer wieder Fragen zum Bier. So die Frage: Gab es im Geopark Ries einst ein Bierverbot? Die Antwort überraschte. Ja, im 16. Jahrhundert wurde zuerst Weißbier und dann Braunbier durch die Grafen von Oettingen verboten.
Leckereien aus der Meisterküche
Natürlich gehörten kreative lokale Speisen zu diesem Abend genauso wie das Bier. Als Vorspeisen wurden unter anderem Monheimer Ziegenfrischkäse mit Weißbier-Karamell und krossem Speck aus dem Restaurant Schieners angeboten. Die Sonne aus Maihingen hatte einen bierigen Matjes "Hausfrauen-Art" vom Karpfen aufgetischt und von der Heide-Allianz gab es Ochsenzunge vom Galloway-Rind mit bieriger Mascarpone. Den Hauptgang lieferte das Parkhotel als Gastgeber. Es wurde ein Tafelspitz vom Rind mit Dunkelbiersoße, Bouillon-Kartoffeln und Blattspinat angeboten.
Die Nachspeisen wiederum wurden von den anderen Partnern angeboten. Auf der Speisekarte standen Weißbier-Tiramisu, Dunkelbier-Schokoladen-Mus und Craftbier-Brownies mit eingelegten Beeren. Dazu wurden die Biere der Partner empfohlen.
Warum aus dem Ries keine Gerste mehr kommt
Auf Einladung des Geopark Ries kulinarisch hielt Walter König einen Vortrag über den Zusammenhang von Gestein, Boden und den Bierzutaten. Dabei ging er besonders auf die Gerste ein. So war Klosterzimmern einst eine Versuchsstelle, um verschiedene Gesternsorten zu züchten. Da die Böden im Ries aber so gut sind, wurden dort nach und nach anspruchsvollere Pflanzen angebaut, die Gerste verschwand aus dem Ries und wich auf die eher kargen Hänge des Riesrandes aus. Er erläuterte, dass die Gerste für die lokalen Biere nun meist aus dem Mittelfränkischen kommt und dort auf Juraböden angebaut wird. "Wir sind beim Brauen des Bieres an das Reinheitsgebot gebunden. Variieren kann man nur mit der Sorte der Geste. Deshalb gibt es in Bayern noch rund ein Dutzend verschiedener Gerstensorten, während in Norddeutschland teilweise nur noch zwei Sorten angebaut werden," erklärt König.
Im Anschluss an den Vortrag von Walter König fanden sich mit Sandra Appl von der Brauerei Appl, Volker Röthinger von der Brauerei Fürst Wallerstein und Uli Großmann als Vorsitzender des Clubs der Köche noch ausgewiesene Spezialisten zu einem Brauerei-Talk zusammen und plauderten in lockerer Atmosphäre über das Thema Bier. Anschließend klang der Abend allmählich aus.