15. Februar 2019, 12:42

Viele Gäste, aber weniger Übernachtungen in Nördlingen

Bild: Sarah Fackler
Die Stadt Nördlingen kann trotz bayernweit weiter steigenden Tourismuszahlen im Jahr 2018 nicht an das bisher beste Ergebnis an Übernachtungen im Jahr 2017 anknüpfen. Insgesamt können gut 105000 Übernachtungen in Nördlingen verzeichnet werde.

Nach dem bisher mit weitem Abstand besten Ergebnis bei den amtlichen Übernachtungszahlen im Jahr 2017, wurde im Verlauf des Jahres 2018 trotz bayernweit weiter steigender Zahlen relativ früh deutlich, dass Nördlingen an dieses Resultat nicht würde anknüpfen können. Insgesamt befindet man sich mit gut 105.000 Übernachtungen aber durchaus auf dem Niveau der bisherigen Rekordjahre und mit klarem Abstand an der Landkreis-Spitze.

Interessant ist das Wachstum bei den internationalen Gästen in Höhe von 19 Prozent. Einzelne ausländische Quellmärkte haben im hohen zweistelligen und sogar dreistelligen Prozentbereich zugelegt, während der deutsche Markt 12 Prozent verlor. Angesichts des hohen Marktanteils deutscher Gäste (84 Prozent) schlägt sich dies in der Gesamtbetrachtung mit minus acht Prozent bei den Gästeübernachtungen nieder.

Insgesamt scheint die Besucherfrequenz dennoch nicht zu leiden, wie weitere Indikatoren nahelegen. Das RiesKraterMuseum kann mit gut 30.000 Besuchern exakt das Vorjahresergebnis vorweisen. Bei den Stadtführungen gab es sogar eine leichte Steigerung auf ein neues Allzeithoch von über 1.800 durchgeführten Gästeführungen. Und auch der Kirchturm „Daniel“ blieb trotz einer sechswöchigen Sperrung aufgrund eines Blitzeinschlags mit über 40.000 Besuchern nur leicht hinter den Vergleichszahlen zurück. Während der Wohnmobilstellplatz - die einzige Einrichtung für die die Stadt Nördlingen selbst Zahlen erhebt und meldet - bei 11.000 Übernachtungen ein Plus von 4,5 Prozent verzeichnen konnte.

Wer die lokalen Medien aufmerksam verfolgt hat, dem wird nicht entgangen sein, dass im Bereich Gastronomie und Beherbergung durchaus der ein oder andere Betrieb im Jahr 2018 mit nicht unerheblichen Turbulenzen zu kämpfen hatte und auch Schließungen zu beklagen waren. Darüber hinaus macht der Fachkräftemangel vor Nördlingen nicht Halt. Zwar gibt es große Unterschiede zwischen den einzelnen Betrieben. Es lässt sich aber insgesamt feststellen, dass es neben dem Wettbewerb um den Gast, auch einen Wettbewerb um den Mitarbeiter gibt. Und vielleicht ist bald nicht mehr nur der Gast, sondern auch der gut ausgebildete Mitarbeiter „König“.

Mit der Eröffnung des „2nd Home Hotels“ im vergangenen Dezember und der geplanten Eröffnung des „Ibis Styles“ in der zweiten Jahreshälfte 2019, holt die Stadt im Bereich der Übernachtungsmöglichkeiten gegenüber den zum Teil rasant wachsenden Mitbewerbern auf. Um den Tourismusstandort zukunftssicher zu machen, steht zudem neben zahlreicher kleinerer Maßnahmen auch eine Fortschreibung des Tourismuskonzeptes in Zusammenarbeit mit der Hochschule Heilbronn für das Jahr 2019 auf der Agenda. (pm)