Muttertag

Eine Erfindung der Blumenindustrie? Die Geschichte des Muttertags

Muttertag Bild: pixabay
Jedes Jahr im Mai werden die Mütter mit einem besonderen Tag geehrt. Die Ursprünge des Muttertags gehen bis in die Antike zurück, um die moderne Variante ranken sich jedoch auch Irrtümer.

An jedem zweiten Sonntag im Mai ist es in Deutschland Tradition, den Muttertag zu feiern. Dieser spezielle Tag ist zu Ehren der Mütter und der Mutterschaft im Allgemeinen gedacht und geht in der modernen Version auf das Jahr 1914 zurück.

Am 12. Mai 1907 organisierte die Methodistin Anna Marie Jarvis in den USA das Memorial Mothers Day Meeting. Damit gedachte sie ihrer zwei Jahre zuvor verstorbenen Mutter. Im Jahr darauf drängte sie am zweiten Sonntag im Mai erneut auf eine Andacht in der örtlichen Kirche, die diesmal jedoch allen Müttern gewidmet war.

In der Folgezeit setzte sie sich das Ziel, den Muttertag landesweit als offiziellen Gedenktag einzuführen – mit Erfolg. Nachdem fast alle US-Bundesstaaten den Feiertag bereits eingeführt hatten, sprach sich der US-Kongress 1914 ebenfalls für die Einführung aus und kurz darauf bestätigte der damalige Präsident Woodrow Wilson diesen. Damit wurde 1914 erstmals landesweit der Muttertag begangen.

International wird der Muttertag zum Erfolg

Auch international ließ die Einführung des Muttertags nicht lange auf sich warten. Dank der Bestrebungen der in den USA gegründeten Mother’s Day International Association kam die Idee über Großbritannien schnell nach Kontinentaleuropa und wurde 1923 erstmals in Deutschland begangen. Vor allem der Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber warb mit Plakaten und dem Wahlspruch „Ehret die Mutter“ für den Muttertag. Allerdings beschränkte man sich auf die unpolitische Bezeichnung Tag der Blumenwünsche. Damit ist das Gerücht, dass die Blumenindustrie den Muttertag erfunden habe, zwar falsch, aber zumindest hierzulande war sie maßgeblich an der Verbreitung beteiligt.

Ein anderes Gerücht kann damit jedoch komplett widerlegt werden. Die Nationalsozialisten haben den Muttertag nicht erfunden. Zwar verknüpften sie die Idee des Muttertags mit der Ideologie einer idealisierten Mutterschaft als Teil der germanischen Herrenrasse, doch hatte sich der Muttertag schon lange vor der Machtergreifung der Nazis im Jahr 1933 in Deutschland etabliert.

Zudem sind die Wurzeln bedeutend älter und gehen auf die Antike zurück. Sowohl im alten Griechenland als auch im Römischen Imperium gab es verschiedene Feiertage zu Ehren von Muttergottheiten. Ein Beispiel ist der Tag der Rhea, der Mutter des Zeus. Bei diesem auch als Frühlingsfest bekannten Feiertag stand die Dankbarkeit für das Leben auf der Erde im Fokus.

Verschiedene Termine für den Muttertag

Bei der Terminierung hat sich der deutsche Muttertag am US-Vorbild orientiert und ihn jeweils auf den zweiten Sonntag im Monat festgelegt. Dies hat sich auch in Österreich und der Schweiz sowie in Japan durchgesetzt. Allerdings gibt es auch andere Daten für den Muttertag. In Spanien zum Beispiel wird der Muttertag eine Woche früher begangen, am ersten Sonntag im Mai. Französische Mütter kommen hingegen erst später zum Zuge, nämlich am letzten Sonntag im Mai.

In Deutschland ist der Muttertag fester Bestandteil im Kindergarten- und Grundschulkalender. Zumeist wird schon einige Wochen zuvor mit den Bastelarbeiten zu kleinen Geschenken begonnen. Zudem lernen Kinder oft ein kleines Gedicht auswendig, das der Mutter am Morgen des Muttertags aufgesagt wird. Auch übernehmen Kinder an diesem Sonntag oftmals die Vorbereitung des Frühstücks. Neben den gebastelten Überraschungen sind Pralinen und Blumen traditionelle Geschenke an diesem Tag.

Redakteur. Unterwegs für blättle und online. Geboren in Augsburg ist er über Freiburg, Wien und München endlich im schönen Donau-Ries angekommen. Hier hat er besonders die Themen Kunst, Kultur, Geschichte und Sport im Blick.

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