21. September 2020, 11:33

Ehrung für Nördlingens verdiente Kommunalpolitiker

Bei der Ehrung (von links): Dr. Dietmar Blechschmidt, Erich Geike, Dr. Josef Schormüller, Hermann Faul, David Wittner, Hans Weng und Paul Schneele. Nicht teilnehmen konnten Sonja Kuban und Joachim Sigg. Bild: Maximilian Bosch
Langjährige Nördlinger Stadträte wurden am Sonntag im Stadtsaal Klösterle für ihre Dienste geehrt. Hermann Faul wurde außerdem der Titel des Alt-Oberbürgermeisters verliehen.

Wenn es heutzutage um die Würdigung des Ehrenamtes geht, kommen Politiker oft zu kurz. Nicht so am vergangenen Sonntag: Vor einem coronakonform klein gehaltenen Kreis an Gästen verlieh Nördlingens Oberbürgermeister David Wittner Ehrengaben an die Stadträte, die nach der Kommunalwahl im März aus dem Gremium ausgeschieden sind. „Kommunen sind so etwas wie der Heimathafen unserer Demokratie“, meinte Wittner. Hier würden die politischen Entscheidungen getroffen, die den Menschen wichtig sind, da sie sie direkt betreffen. Ohne die ehrenamtlichen Kommunalpolitiker sei eine Selbstverwaltung von Städten und Gemeinden nicht möglich. Die Stadträte seien es, die dafür abends in die Sitzung statt aufs Sofa gingen, und sich manchmal morgens beim Bäcker auch der politischen Diskussion stellen müssten. Oft gebe es auch die Situation, dass Kommunalpolitiker angefeindet werden – ein Unding für den Oberbürgermeister: „Kommunalpolitiker dürfen nicht zu Fußabtretern für manche werden“, so Wittner.

Alle Geehrten haben sich laut dem OB seit vielen Jahren in großartiger Weise für die Stadt Nördlingen eingebracht. Wittner gratulierte ihnen zu ihren Leistungen und dankte ihnen für ihre Zeit, Energie und Tatkraft. Ehrengaben für ihre langjährige Arbeit im Stadtrat erhielten Dr. Dietmar Blechschmidt (CSU, Stadtrat von 2014 bis 2020) und Hans Weng (Stadtteilliste, 2008 bis 2020). In Abwesenheit wurden Sonja Kuban (Frauenliste, 2008 bis 2020) und Joachim Sigg (PWG, 2008 bis 2020) geehrt.

Die Silberne Bürgermedaille erhielten Erich Geike (SPD, Stadtrat von September 1989 bis Mai 1990, 2007 als Nachrücker und 2014 bis 2020), Paul Schneele (SPD, 2002 bis 2020) und Dr. Josef Schormüller (Stadtteilliste, 2002 bis 2020). Neben der Medaille und einer Anstecknadel gehört zu dieser Auszeichnung auch lebenslang freier Eintritt in den Nördlinger Museen und dem Daniel.

Viel Anerkennung für Hermann Faul

Nachdem einem Stück des gemischten Saxofon-Quartetts von Stadt- und Knabenkapelle, das die Veranstaltung musikalisch untermalte, war David Wittners Amtsvorgänger an der Reihe. Hermann Faul wurde 1990 Mitglied des Stadtrats, 2006 dann Oberbürgermeister der Stadt Nördlingen. Der PWG-Politiker bekleidete dieses Amt 14 Jahre lang, nachdem er sich zuvor 40 Jahre lang als Polizist in den Dienst der Bürgerinnen und Bürger gestellt hatte. Wie David Wittner ausführte habe sich die Stadt Nördlingen in Hermann Fauls Amtszeit stets weiterentwickelt. Die Einwohnerzahl und die Menge der Arbeitsplätze gingen nach oben, außerdem wurde unter Fauls Ägide die Kinderbetreuung in der Kernstadt und den Stadtteilen ausgebaut.

Auch Großprojekte wie der Neubau der Kläranlage und des Wemdinger Tunnels und viele kleinere Projekte seien während Hermann Fauls Zeit als Oberbürgermeister realisiert worden, aber man täte ihm Unrecht, wenn man sein Wirken nur anhand der Bauwerke messen würde. Wittner betonte, dass es Hermann Faul immer ein wesentliches Anliegen gewesen sei, mit Bürgernähe, Offenheit und Bodenständigkeit Vertrauen zu gewinnen. Seine Tür sei immer offen gewesen, stets habe er versucht, bei Kontroversen beide Seiten anzuhören. Sein Amt habe er mit Leidenschaft und Demut ausgeübt, er sei ein „Bürger“-meister im wahrsten Sinne des Wortes gewesen. „Es ist mir eine Ehre, Dir den Titel des Alt-Oberbürgermeisters zu verleihen“, so David Wittner. Des Weiteren stellte er in Aussicht, dass in Kürze auch die Ehrenbürgerwürde an Hermann Faul verliehen werde.

Alle Geehrten durften sich ins Goldene Buch der Stadt Nördlingen eintragen, bevor Erich Geike für alle noch einen Dank aussprach. „Wir haben uns gerne eingesetzt“, so der ehemalige Stadtrat. Wichtig sei ihm zu betonen, dass die Diskussionen stets auf Augenhöhe geführt wurden, und dass es auch nach hitzigen Debatten nur selten persönliche Verletztheit gegeben habe. „Die Mitglieder des Stadtrats geben und gaben ein positives Beispiel des Miteinanders“, so Geike.