19. März 2020, 12:13

„City Bound“ mit der Lebenshilfe Donau-Ries und der Firma Eisen-Fischer

Eine Großstadt wie Augsburg unter der Woche unsicher machen, anstatt an die Arbeit zu gehen! Diese Möglichkeit hatten kürzlich Auszubildende der Firma Eisen-Fischer und Bewohner/innen der Wohnheim GmbH der Lebenshilfe Donau-Ries. Bild: Kathrin Besel
Eine Großstadt wie Augsburg unter der Woche unsicher machen, anstatt an die Arbeit zu gehen! Diese Möglichkeit hatten kürzlich Auszubildende der Firma Eisen-Fischer und Bewohner/innen der Wohnheim GmbH der Lebenshilfe Donau-Ries.

Bereits seit einigen Jahren kooperieren die beiden Einrichtungen. Nun haben sich die Jugend- und Auszubildendenvertretung von Eisen-Fischer und die Inklusionsreferentin Milena Oefele der Lebenshilfe erneut für ein gemeinsames Projekt entschieden. Miteinander haben Azubis und Bewohner/innen der Lebenshilfe-Wohnheime die Stadt Augsburg spielerisch in verschiedenen Aufgaben erkundet.

Gestartet hat der gemeinsame Tag am Bahnhof in Nördlingen. Hier wurde nach einem herzlichen Empfang die Zugfahrt nach Augsburg angetreten. Ziel dieses Ausfluges war ein kleines Inklusions- und Sozialprojekt mit fremden Menschen in einer Großstadt. Den Tag haben Claudia Beck und Kathrin Besel, Erlebnispädagoginnen der Lebenshilfe Donau-Ries, mit Leben gefüllt.

Bevor verschiedene Gruppen gebildet wurden, konnten sich die Teilnehmer untereinander mithilfe eines Gordischen Knotens spielerisch kennenlernen. Die Kleingruppen, bestehend aus Menschen mit und ohne Behinderung, wurde danach die Stadt erkundet. Dafür haben die Gruppen verschiedene Aufgaben erhalten, welche sie in einer gewissen Zeit gemeinsam meistern mussten.

Die Aufgaben bestanden beispielsweise darin, ein Foto von 20 Passanten zu schießen, auf dem Kinder, Jugendliche, Personen nicht-deutscher Herkunft, ein Mann mit Hut, ein Fahrrad sowie ein Hund zu sehen sein sollten. Eine andere Gruppe musste ein Märchen von Augsburg gemeinsam mit fremden Personen schreiben. Jeder, der sich darauf eingelassen hat, hat einen Satz dazu beitragen können. Zudem sollte mit mindestens 20 fremden Menschen gemeinsam ein Lied gesungen werden. Dabei musste der entstandene Chor aufgenommen werden. Auch die Geschäfte in der Stadt wurden in die Aufgaben mit einbezogen, Kleidungsgeschäfte spielten für eine Gruppe eine wichtige Rolle. Hier sollten sich zwei Gruppenmitglieder in zwei Läden mindestens 15 Minuten als Schaufensterpuppe zur Verfügung stellen. Dabei haben die „Puppen“ mit den Passanten Kontakt aufgenommen, indem sie gewunken und geblinzelt haben.

Als Zusatzaufgabe erhielt jede Gruppe eine Kartoffel, die solange gegen etwas Höherwertiges getauscht werden musste, bis die Gruppe mit dem Ergebnis zufrieden war.

Wie einfach Inklusion ist, hat sich im Laufe des Tages gezeigt. Zu Beginn hat noch jeder „sein eigenes Süppchen gekocht“ hat, doch während den Aufgaben bauten sich die Hemmungen immer mehr ab und Teamwork stand im Vordergrund.
Zum Abschluss trafen sich alle im Samocca-Café in Augsburg wieder und tauschten ihre Erfahrungen und Erlebnisse aus. Hier wurden auch die getauschten Gegenstände für die Kartoffel gezeigt. Es konnte beispielsweise ein Parfum eingetauscht werden. Gemeinsam fuhren alle zufrieden wieder mit dem Zug zurück nach Nördlingen. (pm)