14. Oktober 2020, 15:20

Wemding bewirbt sich für die Landesgartenschau 2028 – 2030

Bild: Judith Strohhofer
Einstimmig sprachen sich alle Fraktionen und Referate der Stadt für die Bewerbung Wemdings für die Landesgartenschau (LSG) 2028 – 2030 aus. Einig waren sich alle, dass die Bürgerbeteiligung an oberster Stelle stehen muss.

In einer informativen Powerpoint-Präsentation stellte Judith Strohhofer (Tourist-Information) das Projekt Bayerische Landesgartenschau in Wemding vor. Dass dies für Wemding durchaus machbar sei, zeigen die Vergleiche mit Rain (2009) und Wassertrüdingen (2019). Eine Landesgartenschau bestünde nicht nur aus dem Transportieren von Blumenbeeten von Stadt zu Stadt oder diversen Kurzausstellungen sondern es gehe um nachhaltige Stadtentwicklung, so Strohhofer. Ziele einer LSG seien neben der Schaffung von dauerhaften und vorbildlich öffentlichen Grün- und Erholungsanlagen oder bestehende Anlagen auch eine nachhaltige, umwelt- und naturfreundliche Stadtentwicklung.

Grundlagen und Finanzierung

Stichtag für die Interessensbekundung ist der 21. Mai 2021. Beratungsgespräche finden am 30. Juli statt und Abgabeschluss für die Bewerbungsunterlagen ist der 08. April 2022. Maximal zwei Jahre sind für die Detailplanung und mindestens 3 Jahre für die Ausführung und Entwicklung der Grün- und Freiflächen vorgesehen. Festgelegter Zeitraum ist von Ende April bis Anfang Oktober, wobei die Stadt selbst über eine Dauer von mindestens 12 bis maximal 24 Wochen entscheiden darf. „Je nachdem, was man macht, gibt es Zuschüsse vom Freistaat Bayern“, so Bürgermeister Dr. Martin Drexler. Gefördert werden maximal 50 Prozent der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben (mit einer Zuwendungssumme von 5,9 Millionen Euro). Weitere Fördermittel gibt es z. B. vom Städtebau. Die Kosten der Maßnahmen trägt die Stadt, die auch für den Investitons- und Durchführungshaushalt verantwortlich ist. Hierfür wird eigens eine „Landesgartenschau Wemding 20XX GmbH“ gegründet. 

Wie könnte eine LSG in Wemding aussehen?

Die Verwaltung hat sich nach den Worten des Bürgermeisters schon ausgiebig mit dem Thema befasst und mögliche Gedankenspiele ausgearbeitet. Unter dem Arbeitstitel „Dreiklang: Altstadt mit Grüngürtel – Waldbereiche – Geologie“ geht es u. a. um den Schlossplatz, dessen Umgestaltung ohnehin vorgesehen ist, den öffentlichen Bereich des Stadtgrabens und die stadteigenen Waldflächen. Der Eingang könnte bei der Tourist-Information sein, von der Altstadt/Schlosshof wäre ein Übergang zum Johannisweiher machbar. Selbstverständlich sollen auch alle Vereine, Kulturschaffende, Landwirte, Schulen und Kindergärten mit ins Boot geholt werden. Dass Wemding eine derartige Veranstaltung stemmen kann, zeigen bisherige Großveranstaltungen, wie die BR Radl-Tour oder „Löwen, Gunst und Gulden“, so Dr. Drexler.

Einhelligkeit aller Fraktionen und Referate

Als „große Chance für die Stadt“ bezeichnete Öko-Referent Johannes Vogel die Bewerbung Wemdings für die LSG. Kultur-Referent Josef Barta schlug vor, dass sich Wemding mit neuen Ideen abheben solle. Er denke dabei an Sportprogramme, Musik-Vereine, Tanzgruppen, kirchliche Vereine einzuladen, auch über die Landesgrenzen hinaus, um so auch neue Freundschaften zu knüpfen. Auch Gottfried Hänsel sprach sich „Alleinstellungsmerkmale“ aus, um für eine mögliche Zusage bessere Chancen zu haben. Für Hans Roßkopf (2. Bürgermeister) steht ganz klar die frühe Bürgerbeteiligung im Vordergrund. Zudem steigere die LSG die Attraktivität der Stadt. „In Wassertrüdingen gab es vorher keine Interessenten für ein Hotel, danach konnte man sich vor Bewerbern kaum mehr retten. Ähnlich ging es mit einem Baugebiet“, erläuterte Roßkopf. Hans-Ludwig Held, Bau- und Wirtschaftsreferent, versicherte, dass auch der Gewerbeverband „voll dahinter steht“. Man erwarte sich Potential von Besuchern, die nach der LSG erneut nach Wemding kommen. Als Baureferent sehe er einer schwierigen und arbeitsreichen Zeit entgegen. Positiv sei jedoch auch, dass es so Fördergelder für das Schlosshof-Areal gibt, die es sonst nicht gegeben hätte.

Das Thema „Wald“ dürfe nach Meinung von Anton Eireiner, Fraktionsvorsitzender CSU/Amerbacher Liste, nicht zu kurz kommen und Roland Schuster, PWG, hob hervor, dass es ohne die Akzeptanz der Bevölkerung nicht durchführbar sei, wobei es passend wäre, die Gartenschau in der Fuchsien-Stadt zu haben. Wie Werner Waimann, Grüne/Frauen-Liste, zu bedenken gab, würden sich etwa 2.800 Städte und Gemeinden bewerben. Wemding solle sich bewerben, doch vertrat er die Ansicht, dass es für eine nachhaltige Stadtentwicklung nicht zwingend eine LSG brauche. Jugendreferent Alexander Biber schlug vor, z. B. einen Hochseilgarten, einen Baumwipfelpfad, Spor- und Jugendstätten einzubinden sowie digitale Transformation wie Landwirtschaft und Robotic.

Weiteres Vorgehen

Nachdem sich alle einig waren, geht der Beschluss weiter an den Stadtrat. Eine Busfahrt nach Wassertrüdingen und Rain mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern soll im Rahmen einer Besichtigung der jeweils gestalteten Bereiche weitere Inspirationen bringen. Mit der Geschäftsführung der LSG GmbH wird es ein Vor-Ort-Gespräch geben, in dem mögliche Konzepte erörtert und konkretisiert werden. Die Vorschläge werden dann im Rahmen einer Bürgerversammlung vorgestellt.