18. Februar 2019, 13:26

Blaues Licht entlarvt Blasenkrebs

Einsatzszene der Photodynamischen Diagnostik. Bild: Richard Wolf GmbH
Die Ries-Urologie Nördlingen, Dres. med. Trieb/Rüster-Trieb und Nill am Stiftungskrankenhaus in Nördlingen setzt seit Kurzem eine Hightech-Methode zur Diagnose und Behandlung von Blasenkrebs ein. Im eingesetzten Verfahren wird die Verwendung von Blaulicht und einer fotoaktiven Substanz, dem Hexaminolevulinat, kombiniert.

„Blasenkrebs kommt immer häufiger vor, da es sich um eine Tumorart handelt, die vor allem bei älteren Menschen auftritt“, erklärt Axel Nill, Facharzt für Urologie bei der Ries-Urologie Nördlingen, Dres. med. Trieb/Rüster-Trieb und Nill. Blasenkrebs ist eine tückische Krankheit, die oftmals lange keine Beschwerden verursacht. Symptome wie Blut im Urin, vergrößerte Lymphknoten oder Schmerzen in den Flanken treten meist erst dann auf, wenn sich bereits ein Tumor gebildet hat. Dann muss das betroffene Gewebe durch eine endoskopische Operation entfernt werden. „Die zusätzliche Photodynamische Diagnostik (PDD), die wir seit Kurzem am Stiftungskrankenhaus Nördlingen einsetzen, hilft uns, Blasenkrebs sehr viel besser und genauer als mit dem bisherigen Standardverfahren zu erkennen und auch zu entfernen. Unter dem blauen Licht leuchtet nun auch der Blasenkrebs erkennbar, den wir vorher mit bloßen Augen nicht erkennen konnten“, erklärt Axel Nill das Verfahren. Das Herzstück der Methode ist neben dem blauen Licht das Hexaminolevulinat, das etwa eine Stunde vor der Untersuchung in die Blase eingebracht wird. Das Medikament reichert sich in den Tumorzellen an. Unter dem blauen Licht fluoresziert die Substanz. Das befallene Gewebe leuchtet dann rot und hebt sich so von der gesunden Blasenschleimhaut ab.

„Der Vorteil der Behandlung ist neben der besseren Erkennbarkeit der Tumoren, dass so mehr Patienten eine stadiengerechte Behandlung erhalten. Das liegt daran, dass rund ein Viertel der Patienten durch die fotodynamische Diagnostik in eine höhere Risikokategorie eingeordnet werden“, so der Mediziner. Natürlich sei, so Nill weiter, diese Methode nicht für jeden Patienten geeignet. „Wann die fotodynamische Diagnostik eingesetzt werden kann, muss man von Fall zu Fall entscheiden. Dem Patienten entstehen durch die Anwendung der Methode keine zusätzlichen Kosten“, so Axel Nill abschließend. Die Ries-Urologie ist eine Belegabteilung des Nördlinger Stiftungskrankenhaus. Der Weg zur Untersuchung mittels PDD am Stiftungskrankenhaus führt über die Praxis der Ries-Urologie in der Dr. med. Christoph Trieb, Dr. med. Susan Rüster-Trieb und Axel Nill, die Ansprechpartner für die Patienten sind. (pm)